Gemeinderat Tiefenbronn beschließt neue Gebühren für kommunale Gebäude

bei Georg Kost

Der Gemeinderat Tiefenbronn beschließt neue Gebühren für kommunale Gebäude, wie die Würmtalhalle und das Kollmar und Jourdan-Gebäude. Foto: infopress24de

TIEFENBRONN, 24.05.2026 (rsr) – Steigende Betriebskosten, höhere Unterhaltsaufwendungen und angespannte kommunale Haushalte machen auch vor den gemeindeeigenen Hallen und Veranstaltungsräumen in Tiefenbronn nicht halt. Der Gemeinderat Tiefenbronn hat deshalb in seiner jüngsten Sitzung im Bürger- und Kulturhaus eine neue Gebührenregelung für die Nutzung kommunaler Gebäude auf den Weg gebracht. Die Anpassung fällt je nach Nutzergruppe unterschiedlich aus und sorgte im Gremium für eine ausführliche Debatte über die Belastbarkeit von Vereinen und die finanzielle Verantwortung der Gemeinde.

Künftig steigen die Benutzungsgebühren für Vereine und Privatpersonen aus Tiefenbronn um 20 Prozent. Für gewerbliche Nutzungen wurde eine Erhöhung um 35 Prozent beschlossen. Sonstige Nutzergruppen außerhalb der Kommune, darunter auch die Volkshochschule, müssen künftig mit einem Aufschlag von 47 Prozent kalkulieren.

Vorausgegangen war eine ausführliche Beratung über die Neufassung der Gebührensatzung sowie über den Vergleich zwischen den bisherigen und neu kalkulierten Gebühren. Nach Angaben der Verwaltung wird die Satzung regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst. Die zuletzt 2022 festgelegten Grundparameter der Berechnung blieben dabei unverändert.

Grundlage der aktuellen Neukalkulation sind die Haushaltszahlen der Jahre 2023 bis 2025 sowie die jeweiligen Belegungszahlen der Einrichtungen. Durch die Bildung eines Durchschnittswerts sollte eine möglichst ausgewogene Berechnungsbasis geschaffen werden. Nach den vorgelegten Zahlen ergibt sich bei Hallen und Hallennebenräumen im Vergleich zu den kalkulierten Jahreskosten aus dem Jahr 2019 eine durchschnittliche Kostensteigerung von rund 31 Prozent.

Diese Größenordnung stieß im Gemeinderat nicht überall auf Zustimmung. Bettina Günther von der Liste Mensch und Umwelt (LMU) bezeichnete die vorgesehene Erhöhung als zu hoch. Bürgermeister Frank Spottek verwies hingegen auf die deutlich gestiegenen Kosten in nahezu allen Bereichen. Zudem habe die Verwaltung auch die Gebührenentwicklung in den umliegenden Kommunen im Blick behalten.

Neue Gebühren für kommunale Gebäude, wie das Hasenhäusle, stehen in Tiefenbronn an. Foto: infopress24de

Auch CDU-Gemeinderat Stefan Kunle sprach von einer erheblichen Belastung, insbesondere für die örtlichen Vereine. Er sprach sich dafür aus, die Gebühren zunächst moderater um 20 Prozent anzuheben und mögliche weitere Anpassungen schrittweise in den kommenden Jahren vorzunehmen. Dadurch werde vermieden, „dass der Schnitt nicht ganz so hart für die Vereine wird“. Zugleich unterstrich Kunle die Bedeutung des Vereinslebens für die Gemeinde.

Am Ende verständigte sich der Gemeinderat auf die nun beschlossene abgestufte Erhöhung der Gebühren. Betroffen sind unter anderem die Gemmingenhalle, die Schulturnhalle, die Würmtalhalle, das Feuerwehrgerätehaus Lehningen, das Bürger- und Kulturhaus „Rose“, die Lammscheuer, das Kollmar- und Jourdan-Gebäude, das Rat- und Schulhaus Mühlhausen, das Bürgerhaus Lehningen, die Sportanlagen „Zum Forcheneck“, das Hasenhäusle sowie der Jugendraum.

Die Gemeinde will die Satzung künftig im Dreijahresrhythmus überprüfen. Im Haushalt rechnet die Verwaltung durch die neuen Gebühren mit zusätzlichen Einnahmen aus Vermietungen von rund 4.000 Euro jährlich.

Neu aufgenommen wurde außerdem der Jugendraum in die Gebührensatzung. Gleichzeitig beschloss der Gemeinderat, dass jeder Verein den Raum zur Förderung der Jugendarbeit einmal pro Jahr kostenfrei nutzen kann. Bettina Günther begrüßte diese Ergänzung ausdrücklich.