
Symbolfoto: infopress24.de
ENZKREIS/PFORZHEIM, 11.02.2026 (pm) – Die Ersthelfer-App „Region der Lebensretter“ ist ab sofort auch in Pforzheim und dem Enzkreis im Einsatz. Ziel des Systems ist es, bei einem plötzlichen Herz Kreislauf-Stillstand medizinisch geschulte Ersthelfende in der Nähe des Notfallortes schnell zu alarmieren und so die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken. Der offizielle Start der App wurde dabei ganz bewusst auf den 11. Februar, den Europäischen Tag des Notrufs 112, gelegt, da dieser Tag europaweit auf die Bedeutung schneller Notrufabsetzung, funktionierender Leitstellenstrukturen und einer lückenlosen Rettungskette aufmerksam macht. Diese bilden zentrale Elemente des neuen Ersthelfersystems. In den vergangenen Wochen lief die App bereits im Testbetrieb, bei dem die Alarmierungen zuverlässig funktioniert haben und die Ersthelfenden schnell erreicht wurden.
Der Herz-Kreislauf-Stillstand ist weltweit eine der häufigsten Todesursachen. Jährlich ereignen sich deutschlandweit mehr als 50.000 Fälle, in denen nur etwa zehn Prozent der Betroffenen überleben. Würde in mehr Fällen sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen, ließe sich diese Quote mehr als verdoppeln. Denn meist dauert es mehrere Minuten, bis der Rettungsdienst eintrifft – bereits nach kurzer Zeit ohne Sauerstoff drohen aber schwere und irreversible Hirnschäden. „Diese Minuten entscheiden über Leben und Tod“, betont Prof. Dr. Wolfgang Kramer, Präsident des DRK-Kreisverbands Pforzheim-Enzkreis e.V. und Landesarzt des DRK-Landesverbands Baden-Württemberg e.V. „Mit unseren Breitenausbildungen und den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern vor Ort arbeiten wir seit Jahren daran, die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken. Mit der App ‚Region der Lebensretter‘ gehen wir nun den nächsten konsequenten Schritt, um noch schneller qualifizierte Hilfe zum Patienten zu bringen.
So funktioniert das System
Geht bei der zuständigen Integrierten Leitstelle Pforzheim als zentraler Anlaufstelle für Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz ein Notruf wegen eines vermuteten Herzstillstands ein, wird nicht nur der Rettungsdienst alarmiert. Zeitgleich sendet die Leitstelle über die App einen Hilferuf an registrierte medizinisch geschulte Ersthelfende, die sich in der Nähe des Notfallortes befinden. Diese können häufig bereits wenige Minuten nach dem Notruf mit lebensrettenden Maßnahmen beginnen. Der Ersthelfende ist damit ein wichtiges Bindeglied zwischen der LaienReanimation und dem professionellen Rettungsdienst.
„Mit der Einführung der Ersthelfer-App stärken wir den Bevölkerungsschutz und erhöhen die Sicherheit für die Menschen in unserer Stadt und im Enzkreis“, betont Oberbürgermeister Peter Boch. „Schnelle Hilfe kann im Ernstfall den entscheidenden Unterschied machen.“
Gemeinsam für mehr Überleben
Beteiligt an der Einführung des Systems sind der DRK-Kreisverband Pforzheim Enzkreis e.V., die Stadt Pforzheim und der Enzkreis. Der DRK-Kreisverband trägt dabei 50 Prozent der Kosten, während Stadt und Enzkreis die andere Hälfte gemeinsam finanzieren. „Die App ,Region der Lebensretter‘ ergänzt die bestehenden Rettungsdienststrukturen sinnvoll“, sagt Herbert Mann, Kreisgeschäftsführer des DRK Kreisverbands. „Jede Minute zählt – und jede früh begonnene Wiederbelebung erhöht die Überlebenschance erheblich. Vom Sanitätshelfer bis zum Notfallsanitäter engagieren sich Einsatzkräfte des Roten Kreuzes und aller beteiligten Hilfsorganisationen für dieses lebensrettende System.“ Und Sebastian Fischer, Leitender Branddirektor sowie Leiter der Feuerwehr Pforzheim, betont: „Ausgebildete Ersthelfende können, wie auch rettungsdienstlich qualifizierte Einsatzkräfte der Feuerwehren, die kritische Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes entscheidend überbrücken. Mit der App erreichen wir qualifizierte Helferinnen und Helfer dort, wo sie gerade sind – schnell, gezielt und zuverlässig.“
Auch der Enzkreis unterstützt das Projekt ausdrücklich. Die Einführung der ErsthelferApp ist ein wichtiger Schritt für eine moderne und leistungsfähige Notfallversorgung“, erklärt Landrat Bastian Rosenau. Kreisbrandmeister Carsten Sorg ergänzt: „Dass Stadt, Landkreis, Feuerwehr und Hilfsorganisationen hier eng zusammenarbeiten, kommt unmittelbar den Menschen in der Region zugute.“
Registrierung als Ersthelfer möglich
Aktuell sind in Pforzheim und im Enzkreis bereits über 320 Ersthelfende registriert. Wer sich ebenfalls engagieren möchte und die notwendigen Voraussetzungen erfüllt, kann sich die App „Region der Lebensretter“ herunterladen und dort registrieren. Voraussetzung ist mindestens eine medizinische Ausbildung auf dem Niveau eines Sanitätshelfers.
