
Zu seinem vierten Picknick-Konzert spielte am Sonntag der Musikverein Neuhausen auf. Foto: Georg Kost
NEUIHAUSEN, 14.09.2026 (rsr) – Picknickdecke statt Konzertstuhl, Fingerfood statt Tellerschnitzel mit Spätzle und Salat und dazu jede Menge Musik unter freiem Himmel: Der Musikverein Neuhausen verbindet sein 150-jähriges Bestehen mit einem besonderen Nachmittag im Park der Sebastianskirche. Beim Picknick-Konzert am Sonntag wurde Musik zum gemeinsamen Erlebnis – entspannt, gesellig und mit einer gehörigen Portion Sommerstimmung.
Schon vor dem ersten musikalischen Ton stand der Nachmittag ganz im Zeichen des Denkmals. Anlässlich des Tages des offenen Denkmals öffnete das historische Amtshaus bei der Germania seine Türen.

Architekt Florian Jost und sein Vater Herbert Jost informierten über die Geschichte des ehemaligen Amtshaus und boten Führungen durch das Haus an. Foto: Georg Kost
Ab 14 Uhr informierte Architekt Florian Jost und sein Vater Herbert Jost über die Geschichte des Gebäudes und boten Führungen durch das Haus an. Für viele Besucher war dies eine willkommene Gelegenheit, einen Blick hinter die historischen Mauern zu werfen und gleichzeitig mehr über einen besonderen Teil der Neuhausener Ortsgeschichte zu erfahren.
Denn mit dem Amtshaus und der Germania verbindet sich auch ein Stück der Geschichte des Musikvereins. Genau an diesem Ort findet sich vor 150 Jahren der älteste bekannte Bericht über die Musikkapelle. Am 14. September 1876 wurde über die Einweihung des Gedenksteins Germania berichtet. Das Jubiläumsjahr bot damit einen passenden Anlass, die historischen Spuren mit einem musikalischen Fest im Hier und Jetzt zu verbinden.
Anschließend wechselte der Mittelpunkt des Geschehens in den Park rund um St. Sebastian. Dort wartete das Sommerkonzert des Vereinsorchesters – allerdings in einer etwas anderen Form. Das Motto lautete Picknick-Konzert, und das durfte durchaus wörtlich genommen werden. Die Besucher waren eingeladen, ihre Picknickdecken, Campingstühle oder Kissen mitzubringen und es sich im Grünen gemütlich zu machen. Dazu durfte alles eingepackt werden, was ein gelungenes Picknick noch schöner macht: Snacks, Fingerfood, Kuchen, eigenes Geschirr und allerlei Leckereien.

Seine erste urkundliche Erwähnung ist für die Musikkapelle in Neuhausen eng mit dem Amtshaus (Gebäude im Hintergrund) und dem Denkmal der Germania verbunden. Foto: Georg Kost
Während die Besucher also ihre kleinen Picknickplätze einrichteten und es sich unter freiem Himmel bequem machten, lieferte der Musikverein den passenden Soundtrack. Getränke und zusätzliche Sitzgelegenheiten waren ebenfalls vorhanden. So entstand rund um die Sebastianskirche eine besondere Mischung aus Konzert, Sommerfest und gemütlichem Beisammensein.
Ganz neu ist die Idee für den Musikverein dabei nicht. Bereits in der Vergangenheit hatte der Verein zu Picknick-Konzerten eingeladen und damit gute Erfahrungen gemacht. Die Verbindung aus entspannter Atmosphäre, Musik und gemeinsamer Zeit im Freien hat sich dabei als besondere Alternative zum klassischen Konzert erwiesen.
Zum 150-jährigen Bestehen bekam dieses Konzept nun eine zusätzliche historische Note. Zwischen alten Mauern, denkmalgeschichtlichen Einblicken und Musik wurde das Jubiläum nicht nur auf der Bühne gefeiert, sondern mitten im Ort und gemeinsam mit den Besuchern.
