Ausgebaute »Porschestrecke« für den Verkehr freigegeben

Bundesweit einmalige Ampellösung

bei Georg Kost

Für den Verkehr freigegeben, wurde die ausgebaute »Porschestrecke«.   Foto: LRA Enzkreis S. Hillbrecht

WEISSACH/MÖNSHEIM, 27.01.2026 (enz) – Nach einem komplexen Verfahren war es am heutigen Dienstag endlich soweit: Enzkreis-Landrat Bastian Rosenau und sein Böblinger Amtskollege Roland Bernhard konnten die ausgebaute Kreisstraße K4569/K1017 zwischen Mönsheim und Weissach-Flacht – besser bekannt als „Porschestrecke“ – im Beisein von viel Politprominenz für den Verkehr freigeben. Ein paar Tage dauern die Arbeiten noch, dann kann der Verkehr ab dem 4. Februar rollen.

„Nach dem Ausbau der Kreisstraße zwischen Lehningen und Hausen im vergangenen November ist das hier bereits das zweite kreisübergreifende Projekt innerhalb von wenigen Monaten, das wir erfolgreich zum Abschluss bringen“, freut sich Rosenau. Beim erstgenannten Projekt lag die Federführung beim Kreis Böblingen, bei der „Porschestrecke“ beim Enzkreis – „und die Zusammenarbeit bei Planung und Bau lief in beiden Fällen bestens.“

Landrat Roland Bernhard hebt die Bedeutung der Verbindung für die Automobilindustrie hervor: „Diese Straße ist die direkte Anbindung an einen unserer globalen Champions. Einige der besten Ingenieure Deutschlands pendeln darauf zum Arbeitsplatz. Solche Straßenbauprojekte sind die beste Wirtschaftsförderung. Die rund acht Millionen Euro Baukosten sind gut investiertes Geld.“

Erste Überlegungen zum Ausbau der sogenannten „Porschestrecke“ gab es bereits vor über zehn Jahren, wie die Erste Landesbeamtin des Enzkreises, Hilde Neidhardt berichtet; in deren Dezernat ist auch das Amt für Nachhaltige Mobilität angesiedelt, das das Projekt maßgeblich vorangetrieben hat. „Damals war für die Strecke noch ein Einfacher Ausbau geplant, im Jahr 2015 wurde der Planungsbeschluss gefasst. Durch die später hinzukommende Südzufahrt des Porsche-Entwicklungszentrums erhöhte sich die prognostizierte Verkehrsbelastung allerdings deutlich. Das machte den nun realisierten Ausbau-Querschnitt erforderlich.“

Laut Sandy Hillbrecht, die im Amt für Nachhaltige Mobilität das Sachgebiet Straßenbau leitet, hatte die Fahrbahn im ursprünglichen Zustand nahezu durchgängig eine Breite von maximal 5 Metern. Damit war sie viel zu schmal, was gerade im Begegnungsfall mit LKWs zu gefährlichen Situationen führte. Außerdem waren die Bankette mit einem halben Meter unzureichend ausgebildet und die Entwässerung der Straße im Wasserschutzgebiet problematisch, „der Ausbau also unumgänglich“, so Hillbrecht. Dieser umfasst nun die Strecke auf einer Länge von 2,1 Kilometern, wovon 1,8 Kilometer auf Gemarkung des Enzkreises liegen und 300 Meter auf Böblinger Gebiet.

Neu gebaut werden musste auch ein Stauraum-Kanal, um den Hochwasserschutz für die Gemeinde Mönsheim zu gewährleisten; zudem waren umfangreiche Maßnahmen im Wasserschutzgebiet wie etwa eine Abdichtung der Böschungen zu realisieren. Der Knotenpunkt mit der L 1134 wurde um eine Abbiegespur von Heimsheim kommend sowie um eine Einbiegespur im Zuge der K 4569 erweitert. Für die hierdurch entstandene Verbreiterung der Fahrbahn musste im Bereich der L 1134 eigens eine Stützmauer errichtet werden.

Eine weitere Besonderheit im Bereich des Knotenpunktes: die neue Lichtsignalanlage, die völlig autark über eine Photovoltaik-Anlage betrieben wird. Diese Lösung – eine 5,5 kWp-Anlage mit Speichermodulen soll die Lichtsignalanlage das ganze Jahr über mit Strom versorgen – hatte sich nicht nur aus ökologischen Gründen angeboten, sondern auch, weil sich die Herstellung einer Stromversorgung aufgrund des felsigen Untergrunds am Knotenpunkt als problematisch erwiesen hatte. Laut Neidhardt ist diese autarke Lösung bundesweit bislang einmalig und das Ergebnis einer engen Kooperation mit der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt), dem Verkehrsministerium, dem Regierungspräsidium und der Klimaschutz- und Energieagentur Enzkreis Pforzheim.

„Dass dieses Großprojekt erfolgreich umgesetzt werden konnte, ist das Werk vieler Beteiligter, und wir möchten ihnen an dieser Stelle ganz herzlich danken“, so die beiden Landräte abschließend, „vor allem den Fördermittel-Gebern, den Gemeinden Mönsheim und Weissach, den Planern und der Baufirma, den Grundstückseigentümern, die Flächen für den Ausbau bereitgestellt haben – aber auch den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern sowie den Verkehrsteilnehmenden für die Geduld während der Umleitung.“