
Übergabe des Neubaugebiet Falter in Neuhausen. Foto: Georg Kost
NEUHAUSEN, 30.07.2026 (rsr) – Ein neues Baugebiet entsteht nicht über Nacht. Beim Neubaugebiet Falter im Ortsteil Neuhausen liegen zwischen der ersten planerischen Idee und der jetzt erfolgten Übergabe Jahre voller Grundstücksverhandlungen, politischer Entscheidungen, Berechnungen und Erschließungsarbeiten. Mit dem symbolischen Durchschneiden des roten Bandes haben Bürgermeisterin Sabine Wagner und Uta Berner von der KBB Erschließungsgesellschaft das rund 30.250 Quadratmeter große Areal nun offiziell übergeben.
Ab dem 10. August, nach der Freigabe, können die Häuslesbauer auf den 66 Bauplätzen mit der Verwirklichung ihres Traums vom Eigenheim beginnen.
Für die Gemeinde Neuhausen ist das Gebiet Falter damit weit mehr als ein weiteres Neubaugebiet. Es ist die größte Erschließungsmaßnahme seit dem Baugebiet Lauwiesen in Schellbronn vor rund 20 Jahren und zugleich ein kommunalpolitisches Projekt, das sich über mehrere Amts- und Planungsjahre erstreckt hat. 64 Grundstücke sind für Einfamilienhäuser vorgesehen, zwei weitere bieten Platz für Mehrfamilienhäuser. Damit schafft die Gemeinde nicht nur neue Bauflächen, sondern erweitert den Wohnstandort Neuhausen um ein neues Quartier.
Vom Flächennutzungsplan zum Baugebiet
Die Geschichte des Gebiet Falter begann lange vor dem ersten Bagger. Eine Teilfläche des heutigen Baugebiets war bereits vor Jahren im Flächennutzungsplan als Entwicklungsfläche ausgewiesen. Mit der vierten Fortschreibung des Flächennutzungsplans im Jahr 2018 wurde das Areal erweitert, um eine städtebaulich sinnvolle Abrundung zu ermöglichen. Noch im selben Jahr fasste der Gemeinderat den ersten Aufstellungsbeschluss für das Bebauungsplanverfahren.
2020 wurden die ersten Planentwürfe im Gemeinderat vorgestellt. Gleichzeitig nahm die Gemeinde die Gespräche mit den Grundstückseigentümern auf. Damit begleitete Bürgermeisterin Sabine Wagner das Vorhaben bereits seit Beginn ihrer Amtszeit. Grundstücksverhandlungen, weitere Planungen und Abstimmungen folgten. 2022 fasste der Gemeinderat einen erneuten Aufstellungsbeschluss, ehe mit dem Satzungsbeschluss im Juni 2024 das Bebauungsplanverfahren abgeschlossen werden konnte.
Für Wagner schließt sich damit ein Kreis, der sie über Jahre begleitet hat. „Für mich ist das heute tatsächlich auch ein sehr emotionaler Moment, weil es einfach unglaublich schön ist, ein Projekt von der Planung bis zur Realisierung abschließend begleiten zu dürfen“, sagte die Bürgermeisterin bei der offiziellen Freigabe.

Uta Berner, Vertreterin der KBB Erschließungsgesellschaft würdigte die Fertigstellung als Ergebnis einer gemeinsamen Arbeit. Foto: Georg Kost
Dass es bis dahin ein langer Weg war, machte auch Uta Berner deutlich. Die Vertreterin der KBB Erschließungsgesellschaft würdigte die Fertigstellung als Ergebnis einer gemeinsamen Arbeit, an der viele Menschen beteiligt gewesen seien. Die Entwicklung des Gebiets sei keineswegs selbstverständlich gewesen. Über Jahre sei diskutiert, gerechnet, geplant und verhandelt worden.
Gerade darin liegt für Berner eine der entscheidenden kommunalpolitischen Leistungen des Projekts: Es sei gelungen, die Interessen der Grundstückseigentümer mit den Entwicklungszielen der Gemeinde und den Anforderungen an eine moderne Infrastruktur miteinander zu verbinden. Erfolgreiche Entwicklungen seien nur dort möglich, wo Menschen bereit seien, gemeinsam an einer Zukunftslösung zu arbeiten – insbesondere bei Bodenordnungs- und Umlegeverfahren, wie sie auch beim Falter eine wichtige Rolle spielten.
6,9 Millionen Euro für die Erschließung
Wie umfangreich die Umsetzung war, zeigt sich nicht nur an den 66 Bauplätzen, sondern vor allem unter der Oberfläche. Im Baugebiet wurden rund 941 Meter Regenwasserkanal mit 37 Schächten und rund 882 Meter Schmutzwasserkanal mit 30 Schmutzwasserschächten sowie fünf Kombischächten verlegt. Hinzu kamen 71 Hausanschlüsse, rund 1.720 Quadratmeter Pflasterflächen, etwa 6.150 Quadratmeter asphaltierte Straßen und 47 Straßenbeleuchtungsmasten.
Auch außerhalb des eigentlichen Baugebiets musste Infrastruktur geschaffen werden. Dort entstanden rund 637 Meter Regenwasserkanal mit 19 Schächten sowie weitere 1.700 Quadratmeter Asphaltfläche.
Die aktuelle Bausumme für die Erschließung liegt bei rund 6,9 Millionen Euro. Bemerkenswert ist dabei die bislang geringe Abweichung von der ursprünglichen Kalkulation. Vorbehaltlich der Schlussabrechnung liegen die Erschließungskosten derzeit bei rund 228 Euro je Quadratmeter – ursprünglich waren 225 Euro kalkuliert worden. Das entspricht einer Abweichung von rund 1,3 Prozent.
Angesichts der erheblichen Preissteigerungen im Bauwesen während der vergangenen Jahre bezeichnete Wagner das Ergebnis als „wirklich ein beeindruckend gutes Ergebnis“.
Gemeinde lobt Zusammenarbeit der Beteiligten

Für mich ist das heute tatsächlich auch ein sehr emotionaler Moment, weil es einfach unglaublich schön ist, ein Projekt von der Planung bis zur Realisierung abschließend begleiten zu dürfen, sagte die Bürgermeisterin bei der offiziellen Freigabe. Foto: Georg Kost
Dass ein Projekt dieser Größenordnung trotz der langen Vorlaufzeit und der schwierigen Rahmenbedingungen so umgesetzt werden konnte, führte Wagner vor allem auf die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten zurück. Ihren Dank richtete sie an Uta Berner und Anke Valentin von der KBB Erschließungsgesellschaft, die die Projektabwicklung sowie zahlreiche Verhandlungen und Gespräche mit Gemeinde, Gemeinderat, Grundstückseigentümern und Bürgern begleitet hatten.
Ebenso nannte sie das Ingenieurbüro Kirn, das Vermessungsbüro Rappold, das Stadtplanungsbüro Schöffler, die Firma Benzinger und die Firma Müller Spielgeräte. Besonderen Dank richtete die Bürgermeisterin an Nadine Blant von den Kirn Ingenieuren sowie an Petra Jungk, Vasco Ramos und das gesamte Team um Patrick Ritter von der Firma Morof.
Gerade die Arbeit auf der Baustelle habe gezeigt, dass ein Projekt dieser Größenordnung nicht allein von einer guten Planung lebe. Entscheidend sei, wie diese Planung vor Ort umgesetzt werde. Beim Baugebiet Falter sei dies „außergewöhnlich gut gelungen“. Wagner sprach von einer „Vorzeigebaustelle“, bei der die Zusammenarbeit von Professionalität, gegenseitigem Vertrauen und einem lösungsorientierten Miteinander geprägt gewesen sei.
„Wir als Gemeinde sind mit dem Verlauf und dem Ergebnis dieser Baumaßnahme mehr als zufrieden. Wir sind stolz darauf, wie dieses Projekt gemeinsam abgewickelt wurde“, betonte die Bürgermeisterin. Entscheidungen seien schnell und pragmatisch getroffen worden, die Kommunikation habe auf Augenhöhe und wertschätzend stattgefunden. „Ihr seid echt spitze!“, sagte Wagner an die unmittelbar am Bau Beteiligten gerichtet.
Auch für die Gemeinde ist die Zusammenarbeit mit dem Ende der Erschließung nicht beendet. In derselben Konstellation sollen unmittelbar weitere Maßnahmen umgesetzt werden. Für Wagner ist dies ein Zeichen des gegenseitigen Vertrauens, das aus der gemeinsamen Arbeit am Falter entstanden ist.

Freigabe für das Neubaugebiet Falter: Im Hintergrund Gemeinderäte sowie Mitarbeiter der an der Erschließung beteiligten Firmen. In der Mitte von links Nadine Blant, Uta Berner, Bürgermeisterin Sabine Wagner und Petra Jungk. Foto Georg Kost
Grundstücksverhandlungen als Schlüssel zum Erfolg
Eine wichtige Rolle in der Entstehungsgeschichte spielte Joachim Lutz. Gemeinsam mit ihm führte Wagner die Gespräche mit den Grundstückseigentümern und setzte das Projekt so neu auf, dass es letztlich realisiert und durch den Gemeinderat auf den Weg gebracht werden konnte. Auch Johanna Ehringer und Stephan Banschbach würdigte die Bürgermeisterin für ihre Begleitung des Projekts auf Seiten der Gemeinde und ihren Beitrag zum Gelingen.
Für Uta Berner zeigt gerade dieser lange Prozess, dass ein Baugebiet mit seiner Erschließung eigentlich nie wirklich fertig ist. „Die eigentliche Geschichte beginnt erst jetzt“, machte sie bei der Übergabefeier deutlich. In den kommenden Jahren werden auf den erschlossenen Flächen Häuser entstehen, Familien einziehen, Kinder aufwachsen und Nachbarschaften wachsen.
Mit dem Durchschneiden des roten Bandes gemeinsam mit Bürgermeisterin Sabine Wagner gab Berner damit zugleich den Startschuss für die nächste Etappe des Baugebiet Falter. Aus einem über Jahre politisch und planerisch vorbereiteten Projekt soll nun Schritt für Schritt ein neuer Teil von Neuhausen werden.
