
Krankenpflegeverein Tiefenbronn stärkt Defibrillator-Netz mit einer Spende von 4500 Euro. Foto: Georg Kost
TIEFENBRONN, 02.04.2026 (rsr) – Mit einer gezielten Spende setzt der Krankenpflegeverein Tiefenbronn ein deutliches Zeichen für die medizinische Notfallvorsorge in der Gemeinde.
Am Dienstag übergab der Verein 4500 Euro an die Gemeinde Tiefenbronn zur Beschaffung von drei weiteren Defibrillatoren. Damit rückt das Ziel eines flächendeckenden Netzes lebensrettender Geräte in greifbare Nähe.
Im Mittelpunkt der aktuellen Initiative steht die konkrete Verbesserung der Überlebenschancen bei plötzlichem Herztod. Die drei neuen Defibrillatoren sollen an zentralen Standorten installiert werden: am Bürgerhaus in Lehningen, an der Bergstraße bei der Firma Geisel in Mühlhausen sowie in Tiefenbronn an der Grundschule/Turnhalle. Bürgermeister Frank Spottek betonte bei der Spendenübergabe die hohe Bedeutung dieser Standorte für eine schnelle Erreichbarkeit im Ernstfall.
Die Übergabe (siehe Foto) erfolgte durch den Vorsitzenden des Krankenpflegevereins, Harald Benzinger, gemeinsam mit Schriftführerin Waltraud Rutschmann und Kassier Erich Lotterer. Benzinger erläuterte, dass der Verein bewusst dem Spendenaufruf der Gemeinde gefolgt sei. In der jüngsten Vorstandssitzung habe man beschlossen, für jeden Ortsteil einen Defibrillator zu finanzieren und damit einen unmittelbaren Beitrag zur öffentlichen Gesundheitsvorsorge zu leisten.
Hintergrund dieser Entscheidung ist die veränderte Rolle des Vereins: Seit dem 1. Januar 2024 ist der Krankenpflegeverein nicht mehr selbst als ambulanter Pflegedienst tätig. Der operative Betrieb wurde auf die St. Josef Betriebsträger gGmbH übertragen. Seither übernimmt die Sozialstation im Biet mit Standorten in Neuhausen-Steinegg und Tiefenbronn-Mühlhausen die ambulante Pflege in den Gemeinden Tiefenbronn und Neuhausen. Der Krankenpflegeverein nutzt jedoch weiterhin sein über Jahre erwirtschaftetes Vermögen, um soziale und gesundheitliche Projekte vor Ort zu fördern. Dazu zählen neben der aktuellen Spende auch die Unterstützung der Ambulanten Hospizgruppe Biet sowie der Beratungsstelle für Hilfe im Alter in Kooperation mit der Caritas.
Die jetzige Spende ist Teil eines umfassenderen kommunalen Konzepts. Die Gemeinde Tiefenbronn hatte im Dezember vergangenen Jahres einen öffentlichen Spendenaufruf gestartet, mit dem Ziel, insgesamt acht Defibrillatoren in allen drei Ortsteilen zu installieren. Mit den nun finanzierten Geräten ist ein wesentlicher Schritt erreicht, um die Notfallversorgung flächendeckend auszubauen. Das Sicherheitsniveau steigt dadurch spürbar, gleichzeitig verbessern sich die Chancen, bei einem Herzstillstand schnell und effektiv Hilfe leisten zu können.
Den Anstoß für diese Entwicklung lieferten frühere bürgerschaftliche Initiativen. So hatte der TSV Mühlhausen bereits vor rund einem Jahr mit großem Engagement die Installation eines öffentlich zugänglichen Defibrillators am Vereinsheim vorangetrieben. Die Resonanz in der Bevölkerung war so groß, dass sogar ein weiteres Gerät finanziert werden konnte. Auch die Fasnetsgruppe „Zottelböck vom Forcheneck“ unter der Leitung von Zunftmeister Felix Goldfuß beteiligte sich mit einer eigenen Spendenaktion und trug zur Dynamik des Gesamtprojekts bei.
Diese Beispiele mündeten schließlich in den gemeindeweiten Spendenaufruf, der nun durch die Zuwendung des Krankenpflegevereins einen weiteren Höhepunkt erreicht.
Gleichzeitig bleibt das Projekt in Bewegung: Am 19. April ist ein Spendenlauf geplant, der zusätzliche Mittel generieren soll, um die vollständige Ausstattung mit acht Defibrillatoren zu realisieren.
Ergänzend dazu kündigte Bürgermeister Frank Spottek an, künftig auch Schulungen für interessierte Bürgerinnen und Bürger anzubieten. Ziel ist es, Hemmschwellen im Umgang mit den Geräten abzubauen und möglichst viele Menschen in die Lage zu versetzen, im Notfall schnell und sicher zu handeln.
Die Entwicklung in Tiefenbronn zeigt eindrucksvoll, wie wirkungsvoll das Zusammenspiel von Vereinen, Bürgerschaft und Kommune sein kann. Aus einzelnen Initiativen ist ein strukturiertes Projekt entstanden, das die medizinische Erstversorgung nachhaltig stärkt und im Ernstfall Leben retten kann.
