45. Biet-Fußballpokal startet mit historischem Einschnitt

Neuer Modus nach Rückzug des TSV Mühlhausen

bei Georg Kost

Der 45. Biet-Fußballpokal startet am Freitag mit historischem Einschnitt. Symbolfoto: infopress24.de

NEUHAUSEN/TIEFENBRONN, 09.07.2026 (rsr) – Wenn am Freitag auf der Sportanlage des SV Neuhausen der Anpfiff zum 45. Biet-Fußballpokal erfolgt, beginnt ein Turnier, das in mehrfacher Hinsicht Geschichte schreibt. Bis zum 25. Juli kämpfen fünf Mannschaften um den traditionsreichen Wanderpokal, den der 1. FC Schellbronn als Titelverteidiger verteidigen möchte.
Mit dem SV Friolzheim ist erstmals ein neuer Gastverein dabei. Gleichzeitig erlebt das Vorbereitungsturnier eine Zäsur, die es in seiner mittlerweile 45-jährigen Geschichte noch nie gegeben hat.

Dass der Biet-Fußballpokal auch 2026 ausgetragen werden kann, ist in diesem Jahr alles andere als selbstverständlich. Denn erstmals seit der Premiere im Jahr 1980 fehlt mit dem TSV Mühlhausen einer der angestammten Biet-Vereine. Der Rückzug der ersten Mannschaft vom Spielbetrieb aufgrund von Spielermangels zwang die Verantwortlichen kurzfristig zum Handeln – und führte zu einer grundlegenden Änderung des Turniermodus.

Auslosung noch unter normalen Vorzeichen
Noch Mitte Mai schien alles seinen gewohnten Gang zu gehen. Im Sportheim des SV Neuhausen begrüßte Sportvorstand Pascal Merkle die Vertreter der teilnehmenden Vereine sowie Tiefenbronns Bürgermeister Frank Spottek und Neuhausens Bürgermeisterin Sabine Wagner zur Auslosung.

Beide Gemeindeoberhäupter bekannten sich dabei ausdrücklich zur Unterstützung des traditionsreichen Wettbewerbs. Der Biet-Fußballpokal sei ein wichtiger Bestandteil des sportlichen und gesellschaftlichen Lebens in den Gemeinden Neuhausen und Tiefenbronn und werde auch künftig von den Kommunen begleitet, solange die Vereine ihn gemeinsam tragen.

Damals sprach noch nichts dafür, dass wenige Wochen später ein erheblicher Eingriff in den Turnierablauf notwendig werden würde.

Rückzug stellt Organisatoren vor neue Herausforderung
Mit der Entscheidung des TSV Mühlhausen, seine erste Mannschaft für die kommende Saison vom Spielbetrieb abzumelden, veränderte sich die Ausgangslage grundlegend. Erstmals in der Geschichte des Wettbewerbs fehlte damit kurzfristig ein fester Bestandteil des Teilnehmerfeldes.

Für die Organisatoren bedeutete dies eine bislang unbekannte Situation. Zwar stand zunächst der Vorschlag im Raum, die zweite Mannschaft des SV Neuhausen als Ersatz aufzunehmen. Dafür fand sich unter den beteiligten Vereinen jedoch keine Mehrheit.

Stattdessen verständigten sich die Verantwortlichen auf eine gemeinsame Lösung. Mit dem SV Friolzheim komplettiert erstmals ein neuer Gastverein das Teilnehmerfeld. Gastmannschaften gehören zwar bereits seit einigen Jahren zum Konzept des Bietpokals und schließen die Lücke, die nach dem Ende des Spielbetriebs des 1. FC Steinegg entstanden war. Dass nun aber mit dem TSV Mühlhausen ein weiterer traditionsreicher Biet-Verein fehlt, verleiht der diesjährigen Austragung eine besondere Bedeutung.

Neuer Modus bringt mehr direkte Duelle
Die personelle Veränderung machte zugleich eine Anpassung des Turnierformats erforderlich. Anstelle des bisherigen Gruppenmodus wird der Biet-Fußballpokal erstmals im Platzierungsmodus ausgetragen.

Der 1. FC Schellbronn, der 1. FC Alemannia Hamberg, der FV Tiefenbronn, Gastgeber SV Neuhausen und der SV Friolzheim treffen jeweils einmal aufeinander. Gespielt wird über 70 Minuten. Die Endplatzierung ergibt sich aus der Punktzahl, bei Gleichstand entscheidet zunächst der direkte Vergleich.

Sportlich bietet das neue Format durchaus reizvolle Aspekte. Jede Begegnung fließt unmittelbar in die Gesamtwertung ein, bedeutungslose Gruppenspiele entfallen und der Kampf um den Turniersieg könnte sich bis zum letzten Spieltag offen gestalten. Für die Zuschauer verspricht dies zahlreiche direkte Vergleiche der Favoriten und damit zusätzliche Spannung.

Gleichzeitig wirft die Umstellung aber auch Fragen auf. Geht mit dem Verzicht auf den traditionellen Gruppenmodus ein Stück Turniercharakter verloren? Oder eröffnet gerade das neue System die Chance auf einen noch ausgeglicheneren und attraktiveren Wettbewerb? Die diesjährige Austragung dürfte darauf erste Antworten liefern.

Tradition bleibt das verbindende Element
Unabhängig vom Spielmodus bleibt der Biet-Fußballpokal weit mehr als ein Vorbereitungsturnier. Seit über vier Jahrzehnten steht der Wettbewerb für regionale Identität, gewachsene Rivalitäten und die enge Zusammenarbeit der Vereine aus dem Biet.

Der historische Einschnitt durch das Fehlen des TSV Mühlhausen verändert diese Tradition spürbar. Gleichzeitig zeigt die gemeinsame Entscheidung der beteiligten Vereine, den Wettbewerb anzupassen und fortzuführen, dass der Wille zum Erhalt des Turniers ungebrochen ist.

Mit Titelverteidiger 1. FC Schellbronn, vier Herausforderern und einem neuen Austragungsmodus beginnt am Freitag somit eine Bietpokal-Ausgabe, die sportlich wie organisatorisch neue Wege beschreitet – und gerade deshalb mit besonderer Spannung erwartet werden darf.

Spielplan des 45. Bietpokal

Freitag, 10. Juli

  • 18.30 Uhr: SV Friolzheim – 1. FC Schellbronn
  • 20.00 Uhr: SV Neuhausen – FV Tiefenbronn

Mittwoch, 15. Juli

  • 18.30 Uhr: 1. FC Alemannia Hamberg – SV Friolzheim
  • 20.00 Uhr: FV Tiefenbronn – 1. FC Schellbronn

Samstag, 18. Juli

  • 17.30 Uhr: 1. FC Alemannia Hamberg – SV Neuhausen
  • 19.00 Uhr: SV Friolzheim – FV Tiefenbronn

Mittwoch, 22. Juli

  • 18.30 Uhr: 1. FC Schellbronn – 1. FC Alemannia Hamberg
  • 20.00 Uhr: SV Neuhausen – SV Friolzheim

Samstag, 25. Juli

  • 17.30 Uhr: 1. FC Alemannia Hamberg – FV Tiefenbronn
  • 19.00 Uhr: 1. FC Schellbronn – SV Neuhausen