
Foto: © bez+kock architekten, Stuttgart
CALW, 20.10.2026 (pm) – Mit dem Spatenstich am Montag hat der Neubau für die Kriminalpolizeidirektion und das Polizeirevier Calw begonnen. Am nördlichen Stadteingang entsteht im Hirsauer Wiesenweg ein gemeinsames Dienstgebäude, das moderne Arbeitsbedingungen mit nachhaltiger Bauweise verbinden soll. Das Land Baden-Württemberg investiert in das Projekt rund 39 Millionen Euro zuzüglich einer Risikovorsorge.
Den offiziellen Baustart vollzogen Christian Lindinger, Amtsleiter von Vermögen und Bau Pforzheim, und Reiner Moser, Staatssekretär im baden-württembergischen Innenministerium. Ebenfalls vor Ort waren Calws Oberbürgermeister Florian Kling, Polizeipräsident Christian Dettweiler und der Stuttgarter Architekt Martin Bez vom Büro Bez + Kock Architekten.
Kriminalpolizei und Revier unter einem Dach
Künftig werden die Kriminalpolizeidirektion und das Polizeirevier Calw in einem Gebäude untergebracht. Auf rund 4.000 Quadratmetern entstehen Arbeitsbereiche für Kriminal- und Schutzpolizei. Das Polizeirevier zieht ins Erdgeschoss ein, die Kriminalpolizeidirektion in die Obergeschosse.
Staatssekretär Reiner Moser bezeichnete das Vorhaben als wichtigen Schritt für die Polizei am Standort Calw. Mit dem Neubau entstehe ein modernes und zukunftsfähiges Dienstgebäude, in dem beide Organisationseinheiten künftig unter einem Dach arbeiten könnten.
Auch die Stadt verbindet mit dem Bau einen lange vorbereiteten Schritt. Oberbürgermeister Florian Kling verwies darauf, dass das Projekt am nördlichen Stadteingang nach vielen Jahren der Vorbereitung nun umgesetzt werde. Für die Polizei entstehe damit eine neue gemeinsame Adresse.
Holzbau mit Bezug zur Region
Architektonisch ist das Gebäude als Ensemble aus drei gestaffelten Baukörpern geplant. Es soll den nördlichen Stadteingang prägen und zugleich an die regionale Bautradition des Schwarzwaldes anknüpfen. Wo es technisch und wirtschaftlich möglich ist, wird der Neubau in Holzbauweise ausgeführt. Nach außen sichtbar wird dies vor allem durch eine Fassade aus dunklen Holzschindeln, ergänzt durch weiße Fenster und Dachabschlüsse.
Architekt Martin Bez sieht darin eine Verbindung von traditionellem Handwerk und zeitgemäßer Architektur. Der Einsatz von Holz soll zudem den nachhaltigen Anspruch des Gebäudes unterstreichen.
Gebäude soll mehr Energie erzeugen als verbrauchen
Der Neubau ist als sogenanntes Effizienzhaus Plus konzipiert. Ziel ist es, mehr Energie zu erzeugen, als das Gebäude selbst benötigt. Dafür sind eine optimierte Gebäudehülle und eine großflächige Ausstattung mit Photovoltaikmodulen vorgesehen. Eine Geothermie-Sondenanlage soll die Wärmeversorgung übernehmen und im Sommer zusätzlich zur Temperierung der Räume beitragen.
Für das Bauvorhaben wird eine Zertifizierung nach dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) angestrebt. Das Land setzt damit bei dem Polizeigebäude auf eine Kombination aus Energieeffizienz, erneuerbarer Energieversorgung und ressourcenschonender Bauweise.
Lage an der Nagold bringt besondere Anforderungen mit sich
Das Baugrundstück liegt am Ufer der Nagold und in der Nähe einer Bundesstraße. Die Verkehrsanbindung soll dazu beitragen, dass polizeiliche Einsatzorte schnell erreicht werden können. Zugleich erfordert die Lage am Fluss besondere Vorkehrungen für den Hochwasserschutz.
Land und Stadt wollen deshalb gemeinsam Maßnahmen ergreifen, um die Einsatzfähigkeit der Polizei auch bei extremen Hochwasserereignissen zu gewährleisten.
Für die Planung und Umsetzung des Projekts ist Vermögen und Bau Pforzheim verantwortlich. Mit dem Neubau sollen die Kriminalpolizeidirektion und das Polizeirevier Calw künftig räumlich zusammengeführt und die Voraussetzungen für ihre Arbeit am Standort verbessert werden.
