
Andreas Schröder ist aus dem Triathlon des TSV Calw kaum wegzudenken. Foto: TSV Calw
CALW, 15.01.2026 (pm) – Andreas Schröder ist aus dem Triathlon des TSV Calw kaum wegzudenken. Seit 1995 ist der gebürtige Altburger Mitglied der Abteilung – zunächst als Athlet, heute als Trainer, Abteilungsleiter und Motor der Nachwuchsarbeit. Für sein jahrzehntelanges Engagement wurde er nun vom TSV Calw als Trainer des Jahres ausgezeichnet. Eine Ehrung, die weniger einen einzelnen Moment würdigt als vielmehr ein sportliches Lebenswerk.
Vom Mountainbike zum Triathlon
Seinen Weg in den Ausdauersport fand Andreas Schröder bereits in jungen Jahren. Mit 13 entdeckte er, inspiriert von Fernsehberichten über die damals noch junge Sportart, seine Begeisterung für das Mountainbiken. Erste Renneinsätze für den TSV Dennach folgten, ehe ihn der Weg über den Lauftreff in Altburg schließlich zum Triathlon führte.
„Radfahren lief nicht ganz so gut, also habe ich Triathlon ausprobiert“, erinnert sich Schröder schmunzelnd.
Trainer aus Überzeugung
Was zunächst als aktiver Sport begann, entwickelte sich schrittweise zum Traineramt. Nach dem Ausstieg eines Schwimmtrainers übernahm Schröder Einheiten in der Halle, baute das Lauftraining aus und hielt das Angebot für Erwachsene auch in schwierigen Zeiten aufrecht, etwa nach der Schließung des Calwer Hallenbads.
Trainer, Abteilungsleiter und Vorbild
Vor rund neun Jahren begann dann der systematische Aufbau eines Kinder- und Jugendtrainings, zuvor gab es im TSV Calw keinen Triathlon-Nachwuchs. Der Einstieg gelang über das Schwimmen, dem entscheidenden Faktor im Triathlon. Gemeinsam mit seinem Trainerteam, bestehend aus Julian Mutterer, Ellen Kricheldorf und Anja Kricheldorf, entwickelte Schröder Schritt für Schritt ein stabiles Konzept. Heute trainieren Kinder, Jugendliche und Erwachsene regelmäßig in den Hallenbädern in Gechingen und Althengstett, im Stadion in Stammheim und auf dem Rad.
Besonders herausfordernd bleibt dabei die Schwimmbadsituation. Begrenzte Wasserzeiten und volle Bahnen führen inzwischen sogar zu Wartelisten im Kindertraining. „Schwimmen ist der Schlüssel zum Triathlon“, sagt Schröder. „Ohne ausreichende Wasserzeiten sind uns klare Grenzen gesetzt.“ Umso mehr setzt er sich auch außerhalb des Sports ein: Als Vorsitzender des Fördervereins Hallenbad Region Calw kämpft er für bessere Rahmenbedingungen, mit Blick auf die Zukunft des Sports und der Kinder.
Nachwuchsarbeit mit Strahlkraft
Ein sichtbares Aushängeschild dieser Arbeit ist der Kindertriathlon im Freibad Stammheim, den Schröder und sein Team ins Leben gerufen haben. Im kommenden Jahr findet er bereits zum zehnten Mal statt. Die Veranstaltung hat sich zu einer regionalen Attraktion entwickelt und begeistert jedes Jahr zahlreiche Kinder und Familien. „Für viele ist es der erste Kontakt mit Schwimmen, Radfahren und Laufen an einem Tag – das ist eine echte Herausforderung“, so Schröder.
Erfolge auf Liga-Ebene
Parallel dazu betreut Schröder einige Athleten individuell, erstellt Trainingspläne und bringt seine Erfahrung aus fast 30 Jahren Triathlon ein. Die erste Mannschaft des TSV Calw startet inzwischen in der 2. Triathlon-Bundesliga und war 2024 das beste Aufsteigerteam. Zudem ist die zweite Mannschaft eine wichtige Plattform für den Nachwuchs. Schröder selbst ist weiterhin aktiver Athlet, startet in der Masters-Klasse und springt bei Bedarf sogar in der Bundesliga ein – zuletzt mehrfach als ältester Starter im Feld. „Viele meiner Konkurrenten könnten meine Söhne sein“, sagt er lachend.
Sportliche Erfolge und Bundesliga-Erfahrung
Auch persönlich blickt Schröder auf eine beeindruckende sportliche Laufbahn zurück. Mehrere Ironman-Starts, darunter zwei Teilnahmen auf Hawaii, Podestplätze in Zürich und Lanzarote sowie Top-Platzierungen in seiner Altersklasse zählen zu den Höhepunkten. Neben dem Triathlon ist er im Winter im Cyclo-Cross aktiv, dem traditionsreichen Querfeldein-Radsport und tritt dort ebenfalls auf Bundesliganiveau an.
Ehrenamt aus Überzeugung
Beruflich arbeitet Schröder als Ingenieur bei Mercedes-Benz in Sindelfingen. Dank flexibler Arbeitszeiten und Homeoffice gelingt ihm der Spagat zwischen Beruf, Familie und Ehrenamt. „Ich war nie der Typ für viele Überstunden – Sport war mir immer wichtig“, sagt er. Dass er nun zum Trainer des Jahres gewählt wurde, kam für ihn völlig überraschend. „Ich sehe das eher als Anerkennung für viele Jahre Arbeit – nicht für ein einzelnes Jahr.“
Leidenschaft, die bleibt
Ob als Trainer, Organisator, Athlet oder Förderer des Schwimmsports – Andreas Schröder steht für Kontinuität, Leidenschaft und Gemeinschaft. Er zeigt, wie viel im Ehrenamt bewegt werden kann, wenn jemand über Jahrzehnte dranbleibt.
