
Die Elternbeiträge für die Kindertagesstätte und die Kernzeitbetreuung In Wimsheim sollen für die Jahre 2027 und 2028 angepasst werden. Foto: Georg Kost
WIMSHEIM, 24.09.2026 (rsr) -Ungewöhnlicher Auftakt nach der Sommerpause im Sitzungssaal des Rathauses Wimsheim: Der Gemeinderat kam am Dienstagabend zwar zu seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause zusammen, Beschlüsse konnten jedoch nicht gefasst werden. Grund war ein Fehler bei der öffentlichen Bekanntmachung im Amtsblatt der Gemeinde. Da dieses nach der Bekanntmachungssatzung das offizielle Bekanntmachungsorgan ist, war die Sitzung nicht ordnungsgemäß veröffentlicht worden. Die vorgesehenen Entscheidungen sollen deshalb am kommenden Montag mit derselben Tagesordnung erneut beraten und beschlossen werden.
Bis dahin blieb es am Dienstag bei Beratungen zu den einzelnen Tagesordnungspunkten. Bürgermeister Mario Weisbrich bezeichnete den Vorgang als ein Novum für die Gemeinde. Gleichzeitig soll geprüft werden, ob die Bekanntmachungssatzung künftig geändert werden kann. Die Gemeinderäte nahmen den ungewöhnlichen Sitzungsverlauf sportlich. Offen blieb, ob auch die beiden treuesten Besucher der Gemeinderatssitzungen am kommenden Montag wieder im Sitzungssaal Platz nehmen werden.
Zu den wichtigsten Themen gehörte die geplante Anpassung der Elternbeiträge für die Kindertagesstätte und die Kernzeitbetreuung für die Jahre 2027 und 2028. Die Gebührenkalkulation und die Änderung der Satzung über die Benutzung der Tageseinrichtungen für Kinder waren zuvor bereits im Kuratorium Kinderbetreuung beraten worden. Dem Gremium gehören Gemeinderäte, Elternvertreter und Vertreter der Kirche an.
Die Gebühren für die Kindertageseinrichtungen sollen entsprechend der gemeinsamen Empfehlung der Kirchen und Kommunalen Landesverbände angepasst werden. Vorgesehen sind 4,5 Prozent für das Kindergartenjahr 2026/2027 und weitere vier Prozent für 2027/2028. Zudem wird ein Kostendeckungsgrad von 20 Prozent angestrebt. In Wimsheim fallen die Erhöhungen bei einzelnen Betreuungsangeboten allerdings höher aus. Die Verwaltung verweist dabei auf gestiegene Personalkosten infolge der Änderungen beim Tarifvertrag für den Sozial- und Erziehungsdienst sowie allgemeine Kostensteigerungen.
Für Kinder unter drei Jahren mit verlängerten Öffnungszeiten soll der Monatsbeitrag für das erste Kind von derzeit 494 Euro im Jahr 2027 um acht Prozent auf 534 Euro, für das zweite Kind von 358 auf 387 Euro steigen. Im Kindergartenjahr 2027/2028 ist eine weitere Erhöhung um acht Prozent vorgesehen. Dann würden 577 Euro für das erste und 418 Euro für das zweite Kind fällig.
Bei Kindern ab drei Jahren kostet die Betreuung mit verlängerten Öffnungszeiten derzeit 209 Euro für das erste und 152 Euro ab dem zweiten Kind. Zum Jahr 2027 soll der Beitrag für das erste Kind um zehn Prozent auf 230 Euro steigen, für jedes weitere Kind auf 168 Euro. Für 2027/2028 ist eine weitere Erhöhung um neun Prozent vorgesehen. Dann wären 250 beziehungsweise 183 Euro zu zahlen.
Auch die Gebühren für die Kernzeitbetreuung sollen steigen: Für 2027 ist eine Erhöhung um 4,5 Prozent vorgesehen, für 2027/2028 um weitere vier Prozent. Den empfohlenen Kostendeckungsgrad von 20 Prozent will die Gemeindeverwaltung mittel- bis langfristig erreichen. Im Kindergartenbereich soll dies nach derzeitiger Kostenkonstellation voraussichtlich 2027/2028 der Fall sein.
Weitere Tagesordnungspunkte waren Bauanfragen, die Fortschreibung des Flächennutzungsplans auf das Zieljahr 2040, Änderungen der Abwassersatzung und der Wasserversorgungssatzung sowie die Aktualisierung der Förderrichtlinie für Regenwassernutzungsanlagen. Ebenfalls vorgesehen waren das Landessanierungsprogramm mit der Fortschreibung der Sanierungsziele sowie ein Weisungsbeschluss zur Aufhebung des bestehenden Beschlusses zur Auflösung des Zweckverbands Friolzheim-Wimsheim und dessen Eingliederung in den Zweckverband Wasserversorgung im Heckengäu.
Auch diese Punkte müssen wegen der fehlenden ordnungsgemäßen Bekanntmachung am kommenden Montag erneut aufgerufen werden.
