
Die Würmbrücke an der L573 bei Steinegg wurde am vergangen Wochenende wegen aufgetretener Schäden für zwei Tage gesperrt und mittlerweile notdürftig geflickt. Foto: Georg Kost
NEUHAUSEN/TIEFENBRONN, 14.01.2026 (pm) – Die jüngsten Einschränkungen an der maroden Würmbrücke bei Steinegg haben den Sanierungsbedarf erneut offengelegt. Nach kurzfristiger Sperrung drängt der FDP-Landtagsabgeordnete Erik Schweickert auf Auskunft zum Stand des bereits angekündigten Ersatzneubaus und zu notwendigen begleitenden Maßnahmen am angrenzenden Streckenabschnitt. Neben der Brücke gilt seit Jahren auch der Verlauf zwischen Tiefenbronn, Heimsheim und Friolzheim als erhaltungsbedürftig, ohne dass er in das frühere Erhaltungsmanagement aufgenommen wurde. Offene Finanzierungs- und Planungsfragen, ausstehende Entscheidungen des Verkehrsministeriums sowie ungelöste Grunderwerbsfragen verzögern sowohl Sanierung als auch den dringend geforderten Ausbau einer für Schwerverkehr zu schmal dimensionierten Verbindung. Während Gemeinden und Wirtschaft auf verlässliche Perspektiven setzen, fehlt es weiterhin an konkreten Planungen und Terminierungen – die Folgen sind fortschreitende Substanzschäden und eingeschränkte Verkehrssicherheit.
Nachdem der FDP-Enzkreisabgeordneten Erik Schweickert sich bereits seit einigen Wochen für die Sanierung und Ausbau der Landesstraßen in und um Wiernsheim einsetzt, rückt nun eine weitere Landesstraße verstärkt in den Fokus des Liberalen. Denn nachdem die marode Würmbrücke der L 573 bei Steinegg am letzten Wochenende kurzzeitig gesperrt werden musste, kündigt Schweickert nun an, sich im Landtag beim Verkehrsminister nach dem aktuellen Stand des geplanten Ersatzneubaus zu erkundigen.
Schon im Oktober 2025 hatte das Verkehrsministerium bekanntgegeben, dass die Brücke sich auf einer Liste von 40 Brücken befinde, die bis 2030 ersetzt werden sollen.
Der Enzkreisabgeordnete will nun Genaueres in Erfahrung bringen. Nicht nur will er wissen, ab wann die neue Brücke voraussichtlich gebaut wird, sondern auch, ob die angrenzenden Bereiche der L 573, deren witterungsbedingte Anhebung für die kurzzeitige Sperrung gesorgt hatte, dann ebenfalls umfassend saniert werden sollen. „Es wird jedenfalls immer deutlicher, dass die Brücke besser heute als morgen ersetzt wird“, so Schweickert.

Sanierungsarbeiten am Straßen-Bankett an der L573 zwischen Tiefenbronn und Heimsheim im Herbst 2023. Archivfoto: Georg Kost
Nicht nur die Würmbrücke, sondern schon zuvor auch der L 573-Abschnitt von Tiefenbronn in Richtung Heimsheim und Friolzheim bis zum Ende der Landstraße an der L 1175 sind aber vom Liberalen ins Auge genommen worden.
So musste der grüne Verkehrsminister Winfried Hermann in seiner Antwort auf eine Anfrage Schweickerts einräumen, dass auch dieser Streckenabschnitt seit mehreren Jahren als bereichsweise erhaltungsbedürftig eingestuft wird.
Eine Aufnahme in das zwischenzeitlich abgelaufene Erhaltungsmanagement 2022-2025 des Landes sei jedoch aufgrund der Vielzahl der sanierungsbedürftigen Abschnitte im Landesstraßennetz nicht möglich gewesen. „Damit räumt der Minister nach 15 Jahren Amtszeit wieder einmal den Sanierungsstau an unseren Landesstraßen ein.
Ich erwarte aber jetzt, dass das Land die Straße in das neue Erhaltungsmanagement aufnimmt, um sie bald ebenso wie die Würmbrücke in einen ordentlichen Zustand zu versetzen“, richtet Schweickert eine klare Forderung an die im Frühjahr geplante Bekanntgabe des neuen Erhaltungsmanagements durch das Verkehrsministerium.
Darüber hinaus erwartet der Enzkreisabgeordnete einen Zeitplan für den geplanten Ausbau der Straße, die mit einer Breite von 5,5 Metern insbesondere für Begegnungsverkehr mit Lastwagen und Bussen deutlich zu schmal ist. Auch die Gemeinde Tiefenbronn wartet sehnlichst auf eine Verbreiterung der Straße, die als Anbindung des Gewerbegebiets Tiefenbronn-Ost an die Autobahn dient, wie Bürgermeister Frank Spottek Schweickert zuletzt vor einigen Monaten im Gespräch erläuterte.
Nur wenig Hoffnung auf baldige Fortschritte macht demgegenüber jedoch der grüne Verkehrsminister. Dieser erklärt auf die Frage nach der Dringlichkeit des Ausbaus nur, dass dieser langfristig angestrebt werde. Konkrete Planungen gebe es derzeit nicht, ein Umsetzungszeitraum könne entsprechend nicht genannt werden.
Paradoxerweise scheint die bereits 2020 erfolgte Aufnahme der L 573 in den Maßnahmenplan Landesstraßen, in dem Aus- und Neubauvorhaben des Landes aufgelistet sind, dem Zustand der Straße abträglich zu sein. Denn Hermann lässt auch wissen, dass vor der Aufnahme in den Maßnahmenplan eigentlich eine grundhafte Sanierung vorgesehen und bereits fertig ausgearbeitet war. Problematisch hätten sich jedoch Verhandlungen über Grunderwerbe entwickelt, um einen einheitlichen Straßenquerschnitt herzustellen.
Am Ende, konstatiert Schweickert, stehe trotzdem eine mehr als dürftige Bilanz. „Seitdem der L 573-Abschnitt in den Maßnahmenplan aufgenommen wurde, wurden einzig Arbeiten am Straßenbankett ausgeführt. 2026 haben wir nun weder Sanierungs- noch konkrete Ausbaupläne, dafür aber eine kaputte Straße. Auf diese Weise schadet man nicht nur der eigenen Infrastruktur, sondern behindert gleichzeitig noch die Weiterentwicklung der betroffenen Gemeinden“, so das bedenkliche Fazit des Enzkreisabgeordneten.
