
Symbolfoto
BÖBLINGEN, 07.03.2026 (pm/rsr) – Am 8. März wird in Baden-Württemberg ein neuer Landtag gewählt. Die Wahl ist in mehrfacher Hinsicht besonders: Erstmals verfügen die Wählerinnen und Wähler über zwei Stimmen – ähnlich wie bei der Bundestagswahl. Zudem dürfen zum ersten Mal auch Jugendliche ab 16 Jahren ihre Stimme abgeben.
Gleichzeitig steht ein politischer Wechsel an der Spitze der Landesregierung bevor, da Ministerpräsident Winfried Kretschmann nach 15 Jahren im Amt nicht erneut kandidiert. Vor diesem Hintergrund ruft der Böblinger Landrat und Kreiswahlleiter Roland Bernhard die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen.
Mit der Reform des Wahlrechts erhalten die Wähler erstmals zwei Stimmen. Die Erststimme gilt den direkten Wahlkreiskandidaten, während mit der Zweitstimme eine Partei gewählt wird. Diese entscheidet über die Mehrheitsverhältnisse im Parlament. Ziel der Reform ist es, dass der Landtag in Stuttgart die demografischen Verhältnisse in der Bevölkerung besser abbildet.
Eine weitere Neuerung betrifft die Wahlberechtigung: Erstmals können auch Minderjährige ab 16 Jahren an einer Landtagswahl teilnehmen. Bernhard richtet sich deshalb ausdrücklich an die jungen Wählerinnen und Wähler: „Eure Stimme zählt.“
Nach Einschätzung des Landrats könnte die Wahl auch deshalb besondere Bedeutung bekommen, weil sich ein Wechsel im Amt des Ministerpräsidenten abzeichnet. Da Amtsinhaber Winfried Kretschmann nicht erneut kandidiert, könnten die Wahlprogramme der Parteien eine stärkere Rolle für das Wahlergebnis spielen. Parteien und Wählervereinigungen hätten in den vergangenen Wochen intensiv über ihre Ziele, Programme und Schwerpunkte für die kommende Legislaturperiode informiert.
Bernhard ruft alle Wahlberechtigten im Landkreis dazu auf, sich an der Abstimmung zu beteiligen. „Gestalten Sie die politische Zukunft unseres Landes mit und machen Sie von Ihrem Wahlrecht Gebrauch“, erklärt er. Freie Wahlen seien „das Herzstück der Volkssouveränität“, denn erst der unmittelbare Volkswille legitimiere eine Regierung, Gesetze vorzuschlagen, nach denen alle Menschen im Land leben.
Der Landtag habe zentrale Aufgaben: Er beschließe Gesetze, kontrolliere die Landesregierung und wähle den Ministerpräsidenten. Gleichzeitig vertreten die Abgeordneten die Interessen ihrer Wahlkreise im Parlament. Deshalb appelliert Bernhard erneut an die Bürgerinnen und Bürger, sich an der Wahl zu beteiligen und so die politische Zukunft Baden-Württembergs mitzugestalten.
„Wir leben in einer repräsentativen Demokratie. Der wichtigste Bestandteil einer Demokratie sind Wahlen. Leben Sie die Demokratie, nutzen Sie Ihr Recht und beteiligen Sie sich an der Landtagswahl 2026“, betont der Landrat. Besonders an die Erstwähler richtet er einen weiteren Appell: „Das Wahlrecht ist keine Selbstverständlichkeit, in einem freien Land wie Deutschland sollte es deswegen einen umso höheren Stellenwert erfahren.“ Eine hohe Wahlbeteiligung sei wichtig, um die Legitimation der Abgeordneten zu stärken.
Sorge bereitet Bernhard zugleich ein Anstieg von Vandalismus gegen Wahlplakate im laufenden Wahlkampf. Dabei handele es sich um Sachbeschädigung, die strafbar sei. Auch das Entfernen von Wahlplakaten werde als Diebstahl verfolgt.
„Politischer Streit ist erlaubt und wünschenswert“, erklärt Bernhard. Gleichzeitig erinnert er daran, dass Kandidatinnen und Kandidaten mit ihren Namen und Gesichtern für politische Ansichten stehen. „Sie gehören dafür nicht beleidigt, verunglimpft oder lächerlich gemacht. Gewalt – dazu gehört auch Vandalismus – ist verboten.“ Deshalb appelliert er an einen respektvollen Umgang im politischen Wettbewerb: Man solle sich jederzeit so verhalten, „dass Sie dem politischen Gegner mit Respekt in die Augen blicken können“.
