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PFORZHEIM, 06.02.2026 (pm/pol/rsr)- Ein Verkehrsunfall mit acht beteiligten Fahrzeugen hat am Donnerstagmittag, gegen 15.05 Uhr, den Verkehr auf der Autobahn 8 zwischen den Anschlussstellen Pforzheim-Nord und Pforzheim-Ost erheblich beeinträchtigt. Der jüngste Vorfall in der neuen Lärmschutzeinhausung wirft Fragen zur Verkehrssicherheit in dem überdachten Autobahnabschnitt auf und hat eine politische Debatte über mögliche Ursachen und Präventionsmaßnahmen ausgelöst.
Nach Angaben der Polizei ereignete sich der Unfall innerhalb der Einhausung, in der besondere Sicherheitsanforderungen gelten. Aufgrund der baulichen Gegebenheiten und des vorgeschriebenen Rettungskonzepts musste die Autobahn in beide Fahrtrichtungen vollständig gesperrt werden, um den Einsatzkräften ein sicheres Arbeiten zu ermöglichen. Verletzt wurde niemand, allerdings waren zwei Fahrzeuge nicht mehr fahrbereit und mussten mit erheblichem technischem Aufwand geborgen werden. Die Bergungs- und Sicherungsmaßnahmen führten zu einem Rückstau von bis zu zwölf Kilometern in beiden Richtungen. Erst gegen 18 Uhr entspannte sich die Verkehrslage wieder. Der entstandene Sachschaden wird derzeit auf rund 80.000 Euro geschätzt, die Ermittlungen zur Unfallursache dauern an.
Der Unfall reiht sich in eine Serie weiterer Kollisionen ein, die sich in den vergangenen Tagen in der Lärmschutzeinhausung ereignet haben. Vor diesem Hintergrund fordert der FDP-Landtagsabgeordnete für den Enzkreis, Erik Schweickert, eine vertiefte Untersuchung der Unfallhäufung. Aus seiner Sicht besteht Klärungsbedarf, ob bauliche, verkehrsorganisatorische oder wahrnehmungsbedingte Faktoren zu den Auffahrunfällen beitragen. Gegebenenfalls seien zusätzliche Maßnahmen zur Unfallvermeidung zu prüfen, etwa eine verbesserte Warn- und Hinweissituation für die Verkehrsteilnehmer. Bereits nach den vorangegangenen Unfällen hatte sich Schweickert an die Direktion Südwest der Autobahn GmbH gewandt. Von dort wurde das geltende Rettungskonzept erläutert, das bei Unfällen in der Einhausung eine vollständige Sperrung vorsieht. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass die aktuelle Verkehrsführung den geltenden Vorgaben entspreche und im Vergleich zur früheren Streckenführung sogar geradliniger ausgeführt sei. Das Sicherheits- und Betriebskonzept sei zudem mit Polizei, Rettungsdiensten und der zuständigen Straßenverkehrsbehörde abgestimmt.
Unabhängig von der politischen Bewertung mahnt die Polizei Pforzheim zu erhöhter Vorsicht im Bereich der Lärmschutzeinhausung sowie an Unfallstellen und während laufender Bergungsarbeiten. Der jüngste Unfall zeigt, dass selbst bei moderner Infrastruktur und abgestimmten Sicherheitskonzepten das Zusammenspiel von Verkehrsdichte, Aufmerksamkeit und situativen Besonderheiten entscheidend bleibt. Ob und welche zusätzlichen Maßnahmen notwendig sind, dürfte nun Gegenstand weiterer Prüfungen und Gespräche zwischen Behörden und Politik werden.
