
Nachhaltige Mode, volle Kleiderständer und ein roter Teppich mitten in der Würmtalhalle, so präsentierte sich am Sonntag der Kleidermarkt für Erwachsene. Foto: Georg Kost
TIEFENBRONN-MÜHLHAUSEN, 23.03.2026 (rsr) – Nachhaltige Mode, volle Kleiderständer und ein roter Teppich mitten in der Würmtalhalle: Der nachhaltige Kleidermarkt mit Modenschau in Tiefenbronn-Mühlhausen hat am Sonntag erneut gezeigt, wie stark Secondhand-Mode inzwischen gefragt ist. Die Veranstaltung, die einst als einmalige Idee begann, entwickelte sich längst zu einem festen Termin im regionalen Veranstaltungskalender – mit wachsendem Einzugsgebiet und steigenden Besucherzahlen.
Bereits am Vormittag strömten zahlreiche Besucher in die Halle. Zwischen dicht gefüllten Kleiderständern, Tischen mit Accessoires und Schuhen herrschte eine entspannte, fast schon familiäre Atmosphäre. Viele Besucher schlenderten mit gefundenen Lieblingsstücken über dem Arm durch die Reihen, suchten nach besonderen Einzelstücken oder nutzten die Gelegenheit, nachhaltig und günstig einzukaufen.
Secondhand wird immer gefragter
Der Kleidermarkt fand inzwischen zum neunten Mal statt und zeigte deutlich, wie stark sich Secondhand-Mode in den vergangenen Jahren verändert hat. Was früher für viele nur eine günstige Alternative war, ist heute für viele Besucher Ausdruck von Nachhaltigkeit, Individualität und bewusstem Konsum.
Das Organisationsteam nahm rund 4000 saisonale Artikel entgegen – von Damen- und Herrenbekleidung über Schuhe bis hin zu Handtaschen und Gürteln. Alle Stücke wurden vorab geprüft, sortiert und übersichtlich präsentiert. Viele der angebotenen Kleidungsstücke waren kaum getragen oder sogar neuwertig.
Auch die Nachfrage nach Verkaufsplätzen stieg kontinuierlich. Inzwischen reicht der Einzugsbereich der Anbieter und Besucher bis zu rund 50 Kilometer in die Region hinein. Viele Stammgäste besuchen den Markt regelmäßig und verbinden ihn mit einem Treffen mit Freunden oder Bekannten.
Modenschau als Publikumsmagnet
Ein besonderer Höhepunkt war erneut die Modenschau, die dem Kleidermarkt jedes Jahr eine eigene Note verleiht. In diesem Jahr stand sie unter dem Motto „PopArt“. Kräftige Farben, klare Linien und auffällige Muster erinnerten an die Mode der 50er- und 60er-Jahre und sorgten für echte Laufsteg-Atmosphäre in der Würmtalhalle.
Über den roten Teppich liefen vertraute Gesichter: Viele der Models waren bereits seit den ersten Kleidermärkten dabei und präsentierten die Secondhand-Outfits mit sichtbarer Routine und Begeisterung. Erfahrungsgemäß waren viele der gezeigten Kleidungsstücke kurz nach der Modenschau bereits verkauft – ein Effekt, der jedes Jahr zu beobachten war.



Mehr als nur ein Kleidermarkt
Der Kleidermarkt war jedoch nicht nur Einkaufsort, sondern auch Treffpunkt. Viele Besucher nutzten den Sonntag, um Bekannte zu treffen, sich auszutauschen und bei Kaffee und selbst gebackenem Kuchen zu verweilen.
Hinter der Veranstaltung stand ein großes ehrenamtliches Engagement. Ohne die zahlreichen Helferinnen und Helfer sowie die Unterstützung der Gemeinde wäre die Organisation eines solchen Marktes nicht möglich gewesen. Von der Annahme der Kleidung über das Sortieren bis hin zur Modenschau und Bewirtung waren viele freiwillige Helfer im Einsatz.
Der Kleidermarkt verfolgte zudem einen sozialen Zweck: Die Erlöse flossen in der Vergangenheit in kulturelle und gemeinschaftliche Angebote für Senioren und Kinder in der Gemeinde. Damit verband die Veranstaltung Nachhaltigkeit, soziales Engagement und Gemeinschaftssinn auf besondere Weise.
