
ChrisTine Urspruch im Gespräch mit Bernadette Schoog (rechts). Foto: Kelly Leaning
LEONBERG, 12.02.2026 (pm) – Einen ebenso unterhaltsamen wie persönlichen Abend erlebten die Besucherinnen und Besucher am Mittwochabend in der gut besuchten Stadthalle Leonberg. Moderatorin Bernadette Schoog begrüßte mit ChrisTine Urspruch eine Schauspielerin, die mit Herzlichkeit, Haltung und großer Selbstironie beeindruckte.
Gleich zu Beginn nahm Urspruch das Publikum mit auf eine Reise in ihre Kindheit. Auf dem Gelände der elterlichen Bandfabrik sei sie mit einem „Kettcar“ unterwegs gewesen – ein einziger Abenteuerspielplatz. Heute reist sie meist mit der Bahn zu ihren Terminen, liebt das Autofahren jedoch nach wie vor.
Aufgewachsen in einem stabilen und liebevollen Elternhaus, habe sie früh ein starkes Fundament erhalten. Ihre Körpergröße sei in der Familie nie ein Thema gewesen – eine Selbstverständlichkeit, die sie bis heute präge. Privat lebt sie bewusst zurückgezogen.
Ihre Leidenschaft für die Schauspielerei entdeckte sie schon als Kind, als sie Szenen aus dem Fernsehen nachspielte. Nach einem begonnenen Lehramtsstudium entschied sie sich schließlich für die Schauspielschule. Ihr Weg führte sie vom Theater über erste Filmrollen bis zum bundesweiten Durchbruch.
Große Bekanntheit erlangte ChrisTine Urspruch als „Sams“ in den Kinofilmen Das Sams (2001), Sams in Gefahr (2003) und Sams im Glück (2012). Die Rolle des frechen, blau gepunkteten Wesens machte sie einem breiten Publikum bekannt. Bis heute werde sie darauf angesprochen – ob am Set oder bei Schulbesuchen, erteilte sie schmunzelnd.
Seit 2002 gehört sie außerdem zum festen Ensemble des Münsteraner „Tatorts“. Als Rechtsmedizin-Assistentin Silke Haller, von Professor Boerne liebevoll „Alberich“ genannt, ist sie aus der erfolgreichen Krimireihe nicht mehr wegzudenken. Die kontinuierliche Entwicklung ihrer Figur bezeichnete sie als großen Glücksfall; die Dreharbeiten des Teams gleiche inzwischen einem herzlichen Klassentreffen.
Von 2014 bis 2019 war Urspruch zudem in der ZDF-Serie „Dr. Klein“ zu sehen. Dort wurden auch gesellschaftliche Themen wie die Wechseljahre aufgegriffen – bewusst mit einer Prise Humor. Humor sei für sie ein Türöffner, betonte sie: Er verbinde Menschen und erleichtere den Zugang zu sensiblen Themen.
Neben Film und Fernsehen engagiert sich die Schauspielerin intensiv für Kulturprojekte im Allgäu. Mit Schauspiel-Workshops und einem eigenen Kulturraum schafft sie kreative Begegnungsorte. Ab März ist dort die Ausstellung „Fädenwerk“ geplant.
Träume hat ChrisTine Urspruch weiterhin: Ein Engagement am Broadway reizt sie – am liebsten verbunden mit einer Fahrt über die Brooklyn Bridge auf dem Weg zur Bühne. Ihr Terminkalender ist bis Ende 2027 gut gefüllt, doch sie weiß auch um die Unsicherheiten ihres Berufs. Vielleicht schätzt sie gerade deshalb ihr Glück umso mehr.
Auch Persönliches durfte an diesem Abend nicht fehlen. Mode sei ihre Leidenschaft – Kleider, Schuhe, Taschen. Und mit einem Lächeln sagte sie: „Ich mag mich genauso, wie ich bin.“
Das Publikum dankte mit lang anhaltendem Applaus für einen Abend voller Wärme, Offenheit und inspirierender Einblicke. In Leonberg zeigte sich ChrisTine Urspruch als Künstlerin mit großer Bühnenpräsenz – und mit noch größerem Herzen.
