Pläne für das Postareal in Leonberg nehmen Gestalt an

bei Georg Kost

Das Gebäude der ehemaligen Post in Leonberg. Foto © Stadtverwaltung Leonberg

LEONBERG, 14.08.2023 (pm) – In der vergangenen Sitzung des Gemeinderates stellte die Firma Strabag ihre erweiterten Pläne zum Postareal vor. Neben dem geplanten Fahrradweg und einer Zisterne rückte vor allem auch die Brücke, die zwischen Altstadt und Rathaus entstehen könnte, in den Mittelpunkt der Debatte.  Die Entwicklung des Areals auf dem ehemaligen Postgelände ist eines der wichtigsten Zukunftsprojekte Leonbergs. Allein aufgrund der zentralen Lage entlang der Eltinger Straße zwischen neuem Rathaus und Altstadt sehen es viele als wesentliche Grundlage für den oft genannten Brückenschlag beider Stadtzentren.
In der Sitzung des Gemeinderats am Dienstag, 11. Juli, wurden dem Gremium die neusten Pläne von der Firma Strabag vorgestellt und zur Abstimmung gebracht. Die Mehrheit der Ratsmitglieder stimmte für den Vorschlag der Verwaltung und damit für die Umsetzung des Projekts. Letztere wurde unter anderem damit beauftragt, die bereits beschlossenen Eckpunkte und ergänzenden Vertragsinhalte bestehend aus Rahmenurkunde, Grundstückskaufvertrag, Städtebaulicher Vertrag und Erschließungsvertrag abzuschließen. Außerdem sollen für den Fahrradweg und die Brücke Förderanträge gestellt werden.
Stadt und Strabag stellen sich für die Verbindung im ersten Planungsansatz einen sechs Meter breiten mit Holz verkleideten Weg für Fahrradfahrerinnen und Fußgänger auf Pfeilern vor, grob gesagt, zwischen Grabenstraße und Postareal. Die Brücke könnte eines dieser Leuchtturm-Projekte werden, die von Bürgerinnen und Bürgern während der Perspektivenwerkstätten immer wieder gefordert wurden – ein Bauwerk von überregionaler Strahlkraft. Der Gemeinderat beauftragte die Stadt, neben dem Förderantrag auch Finanzmittel im Haushalt für die Umsetzung zu veranschlagen. Wenn die Brücke tatsächlich kommen sollte, wird sie die Stadt selbst verwirklichen.

Der Bau hätte Auswirkungen auf eine Trafostation am Eltinger Fußweg. Bei vertiefenden Untersuchungen der Netze BW hat sich gezeigt, dass sie an die Eltinger Straße verlegt werden müsste. Die Maßnahme könnte jedoch in den Förderantrag der Brücke aufgenommen werden. Sollte der Bescheid positiv ausfallen, kämen bei 60 Prozent Unterstützung statt 370.000 Euro nur rund 148.000 Euro auf die Stadt zu.

Schnelle Verbindung für Radfahrende
Auch die geplante Radwegeführung wurde in der Sitzung des Gemeinderates präzisiert. Der Leiter des Referats für innovative Mobilität, Stephan Kerner, stellte den Rätinnen und Räten vor, wie dieser aussehen soll. Von der Altstadt beziehungsweise der Grabenstraße kommend, geht es direkt auf die neue Brücke, sodass die heutigen Höhenversätze problemlos und ohne große Steigungen überwunden werden und das Postareal attraktiv und sicher erreicht werden kann. Dort sind auch einige Fahrradabstellanlagen geplant. Für Radfahrer, die weiter in Richtung Stadtmitte wollen, soll es eine schnelle Verbindung um das Areal herum geben. Dadurch wird die durch Fußgängerinnen und Fußgänger hoch frequentierte Mitte zwischen den Gebäuden nicht auch mit schnellen Fahrradfahrern belastet. Der Weg wird dann auf die Eltinger Straße geführt und soll dort mit den Planungen zur Eltinger Straße verknüpft werden.

„So wollen wir verhindern, dass es zu Unfällen im Inneren des Postareals kommt. Auf der Brücke selbst ist ausreichend Platz für alle vorhanden und durch die Vernetzung mit den Planungen zur Stadt für Morgen können wir ein lückenloses, attraktives Radnetz zwischen Altstadt und Neuköllner Platz schaffen. Das wird eine wirklich herausragende Verbesserung des städtischen Radnetzes“, erklärt Kerner. Für den Brückenschlag inklusive Radweg wird derzeit mit circa drei Millionen Euro kalkuliert. 1,25 Millionen werden von der Strabag finanziert. Durch Förderungen sollen noch einmal etwa 1,1 Millionen Euro akquiriert werden, sodass auf die Stadt noch Kosten von rund 700.000 Euro zukommen.

Gemischte Nutzung

Das Postareal selbst könnte Gewerbetreibenden rund 10.500 Quadratmeter Bürofläche und 140 Hotelzimmer bieten. Es beinhaltet laut den Plänen der Firma Strabag 8.000 Quadratmeter Wohnfläche verteilt auf 126 Wohnungen. 34 von ihnen sind für Menschen mit Wohnberechtigungsschein vorgesehen. 350 Tiefgaragen-Stellplätze soll es geben. Im Inneren des Areals soll ein attraktiver Platz entstehen, der unter anderem durch Gastronomieangebote belebt wird. Das Grünkonzept sieht unter anderem vor, dass einzelne Bestandsbäume erhalten bleiben, Bäume entlang der Eltinger Straße gepflanzt und weitere Großbäume integriert werden. Das Postareal selbst besteht laut bisheriger Planung aus fünf Gebäuden unterschiedlicher Größe und Form, die sich an die Umgebung anpassen. Dennoch soll es eine visuelle Abgrenzung zwischen neuer Stadtmitte und Altstadt geben. Der Bau der Gebäude könnte im Jahr 2025 beginnen. Mit der Fertigstellung rechnet die Firma Strabag im Lauf der Jahre 2027 und 2028.