Neue Bestattungsform entlastet Angehörige bei der Grabpflege

bei Georg Kost

Das Bild zeigt einen Ausschnitt vom neuen gärtnergepflegten Grabfeld in Kapfenhardt. Foto: Gemeinde Unterreichenbach

UNTERREICHENBACH, 20.10.2026 (rsr) – Eine gepflegte Grabstätte, ohne dass sich Angehörige selbst um die regelmäßige Bepflanzung und Pflege kümmern müssen: Dieses Angebot gibt es jetzt auf den Friedhöfen in Unterreichenbach und Kapfenhardt. Die Gemeinde hat gemeinsam mit der Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner gärtnergepflegte Grabfelder eingerichtet und damit eine zusätzliche Bestattungsmöglichkeit geschaffen.

Bürgermeister Lukas Klingenberg stellte das neue Angebot am Samstag gemeinsam mit Fachleuten der badischen Friedhofsgärtner auf beiden Friedhöfen vor. Mit der Einführung reagiert die Gemeinde auf die Nachfrage nach einer Bestattungsform, bei der die Angehörigen von der dauerhaften Grabpflege entlastet werden.

Trotz regnerischen Herbstwetters informierten sich rund 60 Bürger über eine neue Bestattungsmöglichkeit in Unterreichenbach und Kapfenhardt. Auf den beiden Friedhöfen sind in Zusammenarbeit mit der Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner eG sogenannte Erinnerungsgärten entstanden. Die parkähnlich gestalteten Anlagen bieten verschiedene Grabarten in einer gemeinsam angelegten und professionell gepflegten Grünfläche.

Bei den Vor-Ort-Terminen erläuterten Hilligardt und Hartmann als Vertreter der badischen Friedhofsgärtner das Konzept. Anders als bei herkömmlichen Einzelgrabstätten sind die Grabflächen in eine zusammenhängende Gartenlandschaft eingebettet. Bepflanzung und Gestaltung bilden eine gemeinsame Anlage, die einen würdevollen Ort des Erinnerns schaffen soll.

Ein wesentlicher Bestandteil ist die sogenannte Dauergrabpflege. Die gärtnerische Betreuung wird vertraglich geregelt und von den beteiligten Friedhofsgärtnern übernommen. Angehörige müssen sich dadurch nicht selbst um die laufende Pflege und Bepflanzung kümmern. Welche Leistungen vereinbart werden und welche Kosten dafür anfallen, hängt vom jeweiligen Angebot ab.

Zusätzliche Bestattungsform für die Bürgerschaft
Mit den Erinnerungsgärten erweitert die Gemeinde ihr bisheriges Angebot. Neben den klassischen Erd- und Urnenbestattungen sowie naturnahen Beisetzungen auf dem Waldfriedhof steht nun eine weitere Möglichkeit zur Verfügung. Die neue Anlage richtet sich insbesondere an Menschen, die eine gepflegte Grabstätte wünschen, deren dauerhafte Betreuung jedoch nicht selbst übernehmen können oder möchten.

Auf den Friedhöfen in Unterreichenbach sind in Zusammenarbeit mit der Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner eG sogenannte Erinnerungsgärten entstanden. Foto: Gemeinde Unterreichenbach

Die Entscheidung für diese Bestattungsform geht auf den Gemeinderat zurück. Ausschlaggebend war nach Angaben der Gemeinde die erkennbare Nachfrage nach einer solchen Alternative. Die Umsetzung wurde zugleich so gestaltet, dass die Kommune die Flächen nicht selbst umbauen und anschließend pflegen muss.

120.000 Euro an Umbaukosten eingespart
Ursprünglich hatte die Gemeinde vorgesehen, die freie Fläche auf dem Friedhof in Unterreichenbach in eigener Regie umzugestalten. Stattdessen wurden die dafür vorgesehene Fläche in Unterreichenbach und das Areal in Kapfenhardt an die Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner verpachtet.

Damit verbindet die Gemeinde mehrere finanzielle und organisatorische Vorteile. Nach ihren Angaben spart sie die ursprünglich kalkulierten Umbaukosten von rund 120.000 Euro. Darüber hinaus erhält sie jährliche Pachteinnahmen. Auch die künftige Pflege der neu angelegten Grabfelder übernimmt die Genossenschaft beziehungsweise übernehmen die beteiligten Friedhofsgärtner. Der gemeindliche Bauhof wird dadurch von entsprechenden Arbeiten entlastet.

Bürgermeister Lukas Klingenberg sieht in dem Modell deshalb sowohl eine Erweiterung des Bestattungsangebots als auch einen Vorteil für die kommunalen Finanzen. Die eingesparten Investitionskosten, die zusätzlichen Pachteinnahmen und der geringere Pflegeaufwand könnten sich nach Einschätzung der Gemeinde auch bei der künftigen Gebührenkalkulation positiv auswirken.

Bei den Informationsveranstaltungen konnten sich die Besucher ein Bild von der Gestaltung und dem Konzept der beiden Anlagen machen. Nach Angaben der Gemeinde fiel die Resonanz trotz des unbeständigen Wetters positiv aus.