Musiktage Mühlhausen 2026

Vier Abende zwischen Jazz, Theater, Blasmusik und feinem Kabarett

bei Georg Kost

Musiktage Mühlhausen 17.bis 24. Oktober 2026 Foto: MVM

TIEFENBRONN-MÜHLHAUSEN, 16.09.2026 (rsr) – Die Musiktage Mühlhausen gehen 2026 in eine neue Runde und setzen dabei erneut auf ein Programm, das musikalische Grenzen bewusst überschreitet. Vom Jazz über Kinder- und Musiktheater bis hin zu handgemachter Blasmusik, Austropop und sprachgewandtem Kabarett reicht das Spektrum. Den Auftakt macht im Oktober eine der interessantesten jungen Stimmen der deutschen Jazzszene: Alma Naidu. Der Kartenvorverkauf für die Veranstaltungen hat bereits begonnen.

Die Geschichte der Musiktage reicht weit zurück. Erstmals fanden sie vom 5. bis 13. Dezember 1987 statt. Anlass war die offizielle Einweihungsfeier der neuen Proberäume, die mit einem Instrumentalquintett des Städtischen Orchesters Pforzheim musikalisch gestaltet wurde. Aus diesem Auftakt entwickelte sich eine Veranstaltungsreihe, die über die Jahre immer wieder unterschiedliche musikalische Akzente setzte und Künstler aus verschiedenen Genres nach Mühlhausen brachte.

Zu den Höhepunkten der vergangenen Jahre gehörten dabei nicht nur klassische Konzertabende. Gerade die Mischung aus unterschiedlichen Stilrichtungen und ungewöhnlichen Begegnungen prägte die Musiktage und machte sie zu einem festen Bestandteil des kulturellen Lebens in Mühlhausen. An diese Tradition knüpft auch das Programm für 2026 an.

Eröffnet werden die Musiktage am Samstag, 17. Oktober, um 20 Uhr im Kollmar & Jourdangegebäude mit Alma Naidu. Die Sängerin, Komponistin und Arrangeurin aus München zählt zu den vielbeachteten jungen Stimmen der deutschen Jazzszene. Ihre Musik verbindet zeitgenössischen Jazz mit Singer-Songwriter-Elementen und feinen Einflüssen aus dem Pop. Für ihr musikalisches Schaffen wurde Naidu unter anderem mit dem BMW Welt Young Artist Jazz Award, dem Kurt Maas Jazz Award und dem Bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet.

Mit ihrem selbst produzierten Album „REDEFINE“ erreichte sie 2025 Platz drei der Offiziellen Deutschen Jazzcharts. Bereits ihr Debütalbum „Alma“ führte sie auf renommierte Bühnen und Festivals in Europa, Asien und den USA. Darüber hinaus arbeitete sie mit Musikern wie Bobby McFerrin, Nils Landgren, Ivan Lins und Wolfgang Haffner zusammen und trat mit dem WDR Funkhausorchester auf. In ihren aktuellen Kompositionen beschäftigt sich Naidu unter anderem mit Identität, gesellschaftlichen Erwartungen und persönlichen Freiräumen. Der Konzertabend beginnt um 20 Uhr, Einlass ist ab 18.30 Uhr.

Ein ganz anderer Klang erwartet die Besucher am Mittwoch, 21. Oktober, um 16 Uhr. Dann gastiert das Junge Theater Pforzheim mit dem Kindernachmittag „Der Wolfspelz“ im Kollmar & Jourdangegebäude. Das Stück nach dem Kinderbuch von Sid Sharp, dramatisiert von Swantje Willems und Angelique Erhard, richtet sich an Kinder ab fünf Jahren.

Im Mittelpunkt steht das Schaf Bellwidder Rückwelzer, das eine besondere Leidenschaft für Brombeeren hat. Das Problem: Die wachsen ausgerechnet dort, wo die hungrigen Wölfe leben. Kurzerhand näht sich Bellwidder einen Wolfspelz und schließt sich dem Wolfsrudel an. Doch die Verkleidung hält nicht ewig. Mit Humor und Spannung erzählt das Theaterstück von Mut, Freundschaft, Vorurteilen und der Frage, was passiert, wenn man sich hinter einer Maske versteckt. Die literarische Vorlage von Sid Sharp war 2024 für den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Kategorie Kinderbuch nominiert. Einlass ist ab 15.30 Uhr.

Am Freitag, 23. Oktober, um 20 Uhr wird es musikalisch ausgesprochen vielseitig. Mit WinTaStad kommt eine Formation nach Mühlhausen, die sich bewusst nicht auf ein bestimmtes Genre festlegen lässt. Johannes, Joachim und Simon Winbeck, Uli Tafelmayer und Martin Stadler verbinden Trompete, Bariton, Tuba, Akkordeon, Schlagzeug und mehrstimmigen Gesang.

Das Repertoire reicht von Blasmusik und Volksmusik über Austropop und Schlager bis zu Rock und internationalen Klassikern. ABBA, Beatles, Coldplay, STS, Rainhard Fendrich, LaBrassBanda, Folkshilfe und Spider Murphy Gang gehören zu den musikalischen Stationen des Abends. Für zusätzliche Aufmerksamkeit dürfte Martin Stadler sorgen, der unter anderem durch die Kapelle Josef Menzl und die MusiKatzen bekannt ist und auch beim Musikverein Mühlhausen viele Anhänger hat. Erwartet werden bekannte Melodien, neue Arrangements und ein Konzertabend mit viel musikalischer Spielfreude. Einlass ist ab 18.30 Uhr.

Den Abschluss der Musiktage bildet am Samstag, 24. Oktober, um 20 Uhr ein Abend, bei dem Musik und Sprache gleichermaßen im Mittelpunkt stehen. Sebastian Krämer verbindet Chanson, Kabarett, Liedermacherei und literarischen Wortwitz. Der vielfach ausgezeichnete Künstler gehört seit Jahren zu den bekannten Persönlichkeiten der deutschsprachigen Kleinkunstszene.

Krämer ist für sprachlich präzise Texte, musikalische Raffinesse und einen hintergründigen Blick auf die Absurditäten des Alltags bekannt. Zu seinen Stationen zählen Auftritte unter anderem bei „Neues aus der Anstalt“, „Ottis Schlachthof“, „NightWash“ und dem „Quatsch Comedy Club“. Zweimal gewann er die deutschsprachigen Poetry-Slam-Meisterschaften, außerdem den Bundeswettbewerb Gesang. 2009 erhielt er den Deutschen Kleinkunstpreis in der Sparte Chanson. In Mühlhausen ist ein Abend zu erwarten, der Musik, Literatur und Kabarett miteinander verbindet. Einlass ist ab 18.30 Uhr.

Damit setzen die Musiktage Mühlhausen auch 2026 auf jenes Prinzip, das die Veranstaltungsreihe seit ihren Anfängen begleitet: Kultur soll nicht auf ein einziges Genre festgelegt sein. Vom Jazzkonzert über das Theatererlebnis für Kinder und eine musikalische Reise durch verschiedene Stilwelten bis zum anspruchsvollen Chansonabend reicht das Programm diesmal über vier Veranstaltungen hinweg. Der Kartenvorverkauf für die Musiktage Mühlhausen 2026 hat bereits begonnen.