
Otto M. Krämer (Orgel) zum Stummfilm „Der Glöckner von Norte Dame“. Foto: Veranstalter
PFORZHEIM, 04.05.2026 (pm) – Die Schloßkirche St. Michael wird im Mai erneut zum Zentrum internationaler Orgelkunst. Vom 9. bis 21. Mai versammelt das 3. Internationale Orgelfestival herausragende Musikerpersönlichkeiten, die das traditionsreiche Instrument in all seinen Facetten präsentieren – von barocker Meisterschaft bis hin zu moderner Improvisationskunst. Bereits in den vergangenen Jahren hat sich das Festival mit renommierten Künstlern wie Cameron Carpenter und Iveta Apkalna einen Namen gemacht. Im Mittelpunkt steht dabei die eindrucksvolle Steinmeyer-Mühleisen-Orgel, die nach ihrer Reorganisation neue klangliche Maßstäbe setzt.
Schirmherr Bernhard von Baden würdigt das Festival als kulturelles Ereignis mit besonderer Strahlkraft. Das Programm verbinde „Tradition, Virtuosität und schöpferische Fantasie“ auf bemerkenswerte Weise und unterstreiche die Bedeutung der Orgelmusik im heutigen Konzertleben.
Festlicher Auftakt mit Orchester und Orgel
Den Auftakt bildet am 9. Mai ein Konzert mit dem Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim unter der Leitung von Douglas Bostock. An der Orgel ist Timo Handschuh zu erleben, der das Orchester in früheren Jahren als Chefdirigent geprägt hat. Bostock gilt als international gefragter Gastdirigent mit prägnantem Stil und großer Ausdruckskraft. Handschuh wiederum überzeugt mit einem breit gefächerten Repertoire, das von Johann Sebastian Bach bis zur französischen Orgelliteratur reicht und in dramaturgisch gestalteten Konzertformaten lebendig vermittelt wird.
Olivier Latry als Höhepunkt
Ein besonderer Glanzpunkt erwartet das Publikum am 15. Mai mit Olivier Latry. Der international gefeierte Virtuose präsentiert ein facettenreiches Programm mit Werken von André Raison, César Franck, Louis Vierne, Jehan Alain und anderen. Den Abschluss bildet eine freie Improvisation – jene Disziplin, in der Latry weltweit Maßstäbe setzt und die ihm den Ruf eines „Rockstars der Orgel“ eingebracht hat.

Olivier Latry. Foto: Veranstalter
Stummfilmklassiker als atmosphärisches Finale
Zum Ausklang des Festivals am 21. Mai verbindet sich Musik mit Filmkunst: Der Stummfilm Der Glöckner von Notre Dame von Wallace Worsley wird live an der Orgel begleitet. Otto M. Krämer, ein europaweit geschätzter Spezialist für Improvisation, lässt die Filmmusik im Moment der Aufführung neu entstehen. Basierend auf dem Roman Notre-Dame de Paris entfaltet der Film eine eindringliche Geschichte über Liebe, Ausgrenzung und Menschlichkeit. Die Kooperation mit dem Kommunales Kino Pforzheim verleiht diesem Abschluss eine besondere cineastische Note.
Karten und Informationen
Weitere Informationen sowie Karten sind über den Förderverein der Schloßkirche erhältlich. Das Festival verspricht auch in seiner dritten Ausgabe ein eindrucksvolles Erlebnis für Musikliebhaber – und setzt ein starkes Zeichen für die lebendige Orgelkultur in der Region.
