
Beim inklusiven Aktionstag für Jungen im ProZwo Mühlacker wurde offen darüber gesprochen, was Stärke eigentlich bedeutet. Foto LRA Enzkreis Niklas Büttner
MÜHLACKER/ENZKREIS, 30.10.2026 (enz) – Was bedeutet es eigentlich, ein Junge zu sein? Dieser Frage stellten sich 26 Schüler der 9. Klassenstufe beim inklusiven Aktionstag „Boys in Action“ im Jugendhaus ProZwo in Mühlacker – und fanden dabei überraschende Antworten. Unter dem Motto „Junge sein, Mann werden“ kamen Jungen der Schule am Winterrain in Ispringen, der Uhlandschule und der Mörike-Realschule in Mühlacker zusammen, um gemeinsam über Rollenbilder, Gefühle und Erwartungen zu sprechen.
Eingeladen hatte Guido Seitz vom Jugendreferat des Enzkreises in Kooperation mit der Gleichstellungsbeauftragten Kinga Golomb, der „Beauftragten für die Belange von Menschen mit Behinderung“ des Enzkreises, Anne Marie Rouvière-Petruzzi, sowie der Mobilen Jugendarbeit Mühlacker.
„Schwach sein, das kann auch stark sein,“ brachte Mohamed Zakzak, einer der vier Referenten, den Jungs gleich zu Beginn eine zentrale Botschaft des Tages näher. In vier abwechslungsreichen Workshop-Phasen setzten sich die Teilnehmer mit den Themen „Was ist Männlichkeit“, „Rappe Dein Gefühl“, „Selbstdarstellung im Internet“ und „Körpergefühl“ auseinander.
„Besonders bemerkenswert: Die Durchmischung der Jungen aus den drei verschiedenen Schulen funktionierte von Anfang an gut“, fasst Anne Marie Rouvière-Petruzzi zusammen. „Neue Kontakte sind entstanden, und gemeinsam wurde ein geschützter Raum geschaffen, in dem die Jungs offen über sonst selten angesprochene Themen reden konnten.“
Auch Kinga Golomb zieht ein durchweg positives Fazit: „Es war richtig toll zu sehen, mit welcher Offenheit die Jungen sich mit Themen wie Starksein, Rollenbildern und Druck auseinandergesetzt haben. Genau diese Auseinandersetzung mit der Frage, was Starksein eigentlich bedeutet – und ob Stärke vielleicht auch heißt, dem Druck bestimmter Rollenerwartungen eben nicht entsprechen zu müssen – war das Herzstück des Tages.“
Und das Fazit der Jungen selbst? In der abschließenden Feedbackrunde meinten die Teilnehmer, dass sie den Tag gut und wichtig fanden. Besonders wertvoll war für sie die Erfahrung, einen „Safe Space“ ohne Mädchen zu haben – also einen Rückzugsort, an dem die Jungen unter sich sein konnten.
