
Eine beispielhaft zusammengestelltes Notgepäck, zusammengestellt vom DRK Leonberg. Foto: Stadt Leonberg
LEONBERG, 26.10.2026 (pm/rsr) – Was tun, wenn der Strom länger ausfällt oder die Versorgung plötzlich eingeschränkt ist? Knapp 60 Bürgerinnen und Bürger haben sich rund um den Internationalen Tag der Katastrophenvorsorge am 13. Oktober bei Informationskursen des Leonberger Bevölkerungsschutzes mit solchen Fragen beschäftigt. Das Interesse an praktischer Krisenvorsorge ist in der Stadt seit Jahren groß: Inzwischen wurden bereits rund 1.000 Menschen geschult. Weitere Veranstaltungen sind geplant.
Was gehört in ein Notgepäck? Wie lange lassen sich die eigene Familie und der Haushalt bei einem Stromausfall selbst versorgen? Und welche Vorkehrungen trifft die Stadt, um die Bevölkerung bei außergewöhnlichen Ereignissen zu schützen und zu unterstützen? Die Informationskurse boten Antworten auf diese und weitere Fragen.
Tina Kotte vom DRK-Ortsverein Leonberg erläuterte anhand eines beispielhaft zusammengestellten Notgepäcks, worauf es bei der persönlichen Vorbereitung ankommt. Auf dem Programm standen außerdem die Bevorratung von Lebensmitteln und Trinkwasser, das richtige Verhalten bei einem länger andauernden Stromausfall sowie Warn- und Informationswege. Im Mittelpunkt standen praktische Hinweise, die sich ohne großen Aufwand in den Alltag integrieren lassen.
Was die Stadt für den Krisenfall vorbereitet
Wie die kommunalen Vorbereitungen im Hintergrund ablaufen, erläuterte Elena Manghard vom städtischen Bevölkerungsschutz. Dabei erhielten die Teilnehmenden Einblicke in Aufgaben und Abläufe, die im Alltag kaum sichtbar sind, im Krisenfall jedoch entscheidend sein können.
Ein Thema waren die sieben vorgesehenen Notfalltreffpunkte im Stadtgebiet. Dort sollen Menschen in einer Krisensituation Anlaufstellen finden. Darüber hinaus ging es um Möglichkeiten der Notstromversorgung sowie darum, wie Betroffene vorübergehend versorgt und untergebracht werden können.
Manghard stellte auch die Aufgaben des städtischen Verwaltungsstabs vor. Dieser koordiniert bei außergewöhnlichen Ereignissen die erforderlichen Maßnahmen innerhalb der Stadtverwaltung. Dabei arbeitet die Stadt eng mit der Feuerwehr, den Hilfsorganisationen und weiteren Partnern zusammen.
Die Vorbereitungen beschränken sich nicht darauf, im Schadensfall möglichst schnell zu reagieren. Ebenso wichtig ist es, mögliche Entwicklungen frühzeitig einzuschätzen, benötigte Ressourcen bereitzuhalten und Zuständigkeiten sowie Abläufe im Vorfeld abzustimmen.
Warum persönliche Vorsorge wichtig ist
Auch eine gut vorbereitete Kommune kann bei einer großflächigen oder länger andauernden Schadenslage nicht überall gleichzeitig helfen. Deshalb ist die Eigenvorsorge der Bevölkerung ein wichtiger Bestandteil des Bevölkerungsschutzes.
Wer Lebensmittel und Trinkwasser für einen angemessenen Zeitraum bevorratet, benötigte Medikamente bereithält und sich über Warnmöglichkeiten informiert hat, kann die erste Zeit einer Krise besser überbrücken. Das schafft Handlungsspielraum, wenn gewohnte Versorgungswege vorübergehend nicht funktionieren.
Zugleich hilft eine gute Vorbereitung dabei, die Einsatzkräfte und Hilfsorganisationen zu entlasten. Sie können sich dann stärker auf Menschen konzentrieren, die unmittelbar auf Hilfe angewiesen sind.
Weitere Kurse in Planung
Die Informationsveranstaltungen des Leonberger Bevölkerungsschutzes haben sich zu einem festen Bestandteil der kommunalen Krisenvorsorge entwickelt. Rund 1.000 Menschen haben die Angebote in den vergangenen Jahren bereits genutzt. Die jüngste Teilnahme von knapp 60 Bürgerinnen und Bürgern zeigt, dass das Thema weiterhin auf Interesse stößt.
Weitere Kurstermine sind in Planung. Damit soll noch mehr Menschen die Möglichkeit gegeben werden, sich mit möglichen Gefahrenlagen auseinanderzusetzen und sich auf den Ernstfall vorzubereiten.
Der Internationale Tag der Katastrophenvorsorge am 13. Oktober bot dafür einen passenden Anlass. Die Informationskurse machten deutlich, dass Bevölkerungsschutz sowohl eine Aufgabe der Kommune als auch eine Verantwortung jedes Einzelnen ist.
