
Natenom-Gedenkfahrt bei Schellbronn. Foto: Georg Kost
PFORZHEIM/NEUHAUSEN, 01.02.2026 (rsr) – Rund 180 Menschen haben am Samstag mit einer Fahrraddemonstration an den Radaktivisten Andreas Mandalka erinnert, der vor zwei Jahren bei einem Verkehrsunfall auf der Landesstraße 574 zwischen Neuhausen und Schellbronn ums Leben gekommen war. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer fuhren von Pforzheim über Huchenfeld, Hohenwart und Schellbronn zur damaligen Unfallstelle im Enzkreis und anschließend wieder zurück. Die Zahl der Teilnehmenden bestätigte die Pressestelle der Polizei Pforzheim.
Organisiert wurde die Gedenkfahrt von der Initiative „Fahrradstadt Pforzheim“ gemeinsam mit dem Aktionsbündnis zur Natenom-Gedenkfahrt.
Mandalka, der unter dem Pseudonym „Natenom“ bekannt war, hatte sich über viele Jahre für die Sicherheit und die Rechte von Radfahrenden eingesetzt. Seit seinem Tod am 30. Januar 2024 finden regelmäßig Gedenkveranstaltungen und Demonstrationsfahrten statt.
An der Unfallstelle wurde an die Zahl von 441 Menschen erinnert, die im Jahr 2024 in Deutschland bei Verkehrsunfällen ums Leben kamen. Mandalka war einer von ihnen. Mit Plakaten und einer Gedenkminute machten die Teilnehmenden auf die aus ihrer Sicht unzureichende Sicherheit der Radinfrastruktur aufmerksam.
Vor Ort sprach auch Mandalkas Mutter. Zudem wurde ein Schreiben von Landesverkehrsminister Winfried Hermann verlesen, der aus terminlichen Gründen nicht anwesend sein konnte. Darin wurde die Bedeutung von Erinnern und Mahnen hervorgehoben sowie die Notwendigkeit sicherer, gut ausgebauter Radwege insbesondere entlang stark befahrener Straßen betont. In dem Zusammenhang verwies das Ministerium darauf, dass das Land Baden-Württemberg die Zuständigkeit für den Radweg entlang der L 574 übernommen habe, um dessen Sanierung vorzubereiten. Ziel sei es, das Fahrrad als sicheres Verkehrsmittel im Alltag zu stärken und das Bewusstsein für gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr zu schärfen.
Ausgangspunkt der Demonstration war eine zentrale Gedenkveranstaltung vor der Staatsanwaltschaft Pforzheim. Von dort führte der Fahrradkorso über die Bahnhofstraße stadtauswärts, den Leopoldplatz mit einer Zwischenkundgebung sowie weiter über mehrere innerstädtischen Straßen und die Bundesstraße 463. Über Huchenfeld und Hohenwart erreichte der Verband schließlich die Unfallstelle bei Neuhausen. Die Rückfahrt erfolgte auf derselben Strecke.
Während der Demonstration kam es entlang der Route zu Verkehrsbehinderungen im Stadtgebiet von Pforzheim und in Teilen des Enzkreises. Nach Angaben der Polizei war ein Überholen des geschlossenen Fahrradverbands nicht möglich. Zur Sicherung der Versammlung waren mehrere Polizeikräften im Einsatz. Außerorts galt zeitweise eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 Kilometern pro Stunde, einzelne Straßenabschnitte wurden kurzzeitig gesperrt. Besonders auf der L 574 war der Verkehrsfluss eingeschränkt, zusätzlich wirkte sich die bereits bestehende Sperrung der Würmtalstraße wegen Forstarbeiten aus. Eine gesonderte Umleitung war nicht eingerichtet.
Nach Angaben der Polizei verlief die Demonstration ohne besondere Vorkommnisse.
