Enzkreis ist Energiekommune des Monats Januar 2026

bei Georg Kost

Das Klimaschutz-Team freut sich über die Auszeichnung.
Foto: LRA Enzkreis, J. Hörstmann

ENZKREIS, 17.01.2026 (enz) – Der Enzkreis ist von der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) im Januar als „Energiekommune des Monats“ ausgezeichnet worden. Die AEE ist ein Verein mit Sitz in Berlin, der Überzeugungsarbeit für die Energiewende und den Klimaschutz leistet. Sie zeichnet seit 2008 monatlich Kommunen aus, die auf beispielhafte Weise zeigen, wie mit Kreativität und Weitblick entscheidende Impulse für den Ausbau erneuerbarer Energien und den Klimaschutz gesetzt werden können.

Der Enzkreis engagiert sich seit 2010 intensiv in Klimaschutz und -anpassung und leistet damit seinen Beitrag zur Treibhausgasneutralität bis 2040. Landrat Bastian Rosenau ist daher sehr stolz auf die Auszeichnung: „Beleg und Lohn für unsere erfolgreichen Aktivitäten sind die wiederholten Auszeichnungen mit dem European Energy Award oder die Entwicklung unserer Nachhaltigkeitsstrategie, die ich in diesem Sommer bei den Vereinten Nationen in New York vorstellen durfte. Über die jetzige Auszeichnung zur Energiekommune des Monats Januar 2026 freue ich mich ebenfalls sehr, da sie das Engagement im Enzkreis erneut sichtbar macht.“

Doch ein Landkreis müsse bei seinen Aktivitäten auch die Städte und Gemeinden sowie die Bürgerinnen und Bürger mitnehmen, wie die Erste Landesbeamtin, Klimaschutz- und Mobilitätsdezernentin des Enzkreises, Hilde Neidhardt ergänzt. Gemeinsam mit der Stadt Pforzheim betreibe der Enzkreis daher die kommunale Klimaschutz- und Energieagentur Enzkreis Pforzheim (kurz: keep), die die Energiewende flächendeckend in die Kommunen, an die Bevölkerung, aber auch an Schulen und Kindergärten sowie Unternehmen und Vereine heranträgt. Dazu die Geschäftsführerin der keep und Leiterin des Sachgebietes Klimaschutz, Edith Marqués Berger: „Unser langjähriges Engagement zeigt Wirkung und findet hierdurch auch bundesweit Beachtung. Ende Januar werden alle Städte und Gemeinden im Enzkreis dem Klimapakt Baden-Württemberg beigetreten und damit auf dem Weg zur klimaneutralen Kommune sein.“

Auch die kreiseigenen Liegenschaften und deren Mitarbeitende stehen im Fokus der Energiewende: Das Landratsamt setzt bereits seit 2008 auf Ökostrom und arbeitet nicht nur kontinuierlich an Gebäudesanierungen nach verbindlichen energetischen Standards, sondern auch an der Umstellung auf regenerative Wärme- und Stromversorgung. Besonders hervorzuheben sind hier zwei Projekte, die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wurden: Bei der kurz vor der Fertigstellung stehenden Straßenmeisterei in Maulbronn sorgt eine große PV-Anlage mit Speicher dafür, dass der Stromverbrauch künftig aus eigener Produktion gedeckt werden kann. Auch die im Jahr 2025 abgeschlossene energetische Sanierung des verwaltungseigenen Rechenzentrums ist ein echtes Vorzeigeprojekt: Es wird von einer dauerhaften Senkung von etwa der Hälfte des bisherigen Stromverbrauchs ausgegangen.

Neben den Gebäuden steht auch der kreiseigene Fuhrpark im Fokus der Energiewende. Bereits im Jahr 2011 hat im Enzkreis das erste E-Auto Einzug erhalten – über die Jahre wurde die Flotte immer weiter ausgebaut, teilweise gefördert durch das Bundesministerium für Verkehr und Digitales. Aktuell wird ein Konzept erarbeitet, um die Emissionen in der Mitarbeitermobilität weiter zu reduzieren, das vom Verkehrsministerium Baden-Württemberg gefördert wird. Alles in allem konnten im Landratsamt im Jahr 2022 die Gesamtemissionen pro Personalstelle gegenüber 2010 um etwa ein Drittel gesenkt werden.

„Auch die Verkehrswende kommt im Enzkreis nicht zu kurz“, wie Neidhardt betont. Das E-Carsharing wurde nach ihren Worten massiv ausgeweitet, sodass es nun in nahezu jeder Kommune im Enzkreis Stationen mit E-Autos gibt, die flexibel gemietet und an einer beliebigen Station zurückgebracht werden können. Der Bürgerbus in Wiernsheim und Maulbronn und zwei BW-Shuttles in Remchingen und Keltern bieten nach ihren Worten ebenfalls eine Alternative zum eigenen PKW. Neben dem sehr gut ausgebauten Netz an Buslinien gibt es auch für Radfahrende ein besonderes Angebot: Ein Bus mit Fahrradanhänger bringt sie auf der Linie 702 zu den schönsten Rad- und Wanderrouten der hügeligen Naturlandschaft des Kraichgau-Strombergs und lädt zu klimafreundlichen Ausflügen an den Wochenenden ein.

Der Enzkreis blickt aber auch über den eigenen Tellerrand hinaus: Seit 2011 unterhält er eine Klimapartnerschaft mit der Stadt Masasi und dem dazugehörigen Distrikt in Tansania. Angela Gewiese, Koordinatorin der Partnerschaft, erklärt: „In zahlreichen Projekten, die aus Mitteln des Bundes und des Partnerschaftsvereins „Marafiki wa Masasi e.V.“ gefördert werden, haben wir dort die Nutzung erneuerbarer Energien in Form von Solar- und Biogasanlagen forciert und somit einen weiteren Beitrag zur Energiewende geleistet.“

Rosenau und Neidhardt zeigen sich insgesamt zuversichtlich angesichts der Aufgaben, die im Bereich Klimaschutz und Energiewende im Enzkreis anstehen: „Durch eine regelmäßige Öffentlichkeitsarbeit und zahlreiche Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung auf verschiedensten Ebenen nehmen wir möglichst viele Menschen jeglichen Alters beim wichtigen Thema Klimaschutz mit. Der Zuspruch bei unseren Vortragsveranstaltungen und Aktionstagen zeigt, dass dies auch gelingt. Wir sind daher optimistisch, dass wir – auch dank der guten Vernetzung mit weiteren engagierten Mitstreitern und den Kommunen im Enzkreis – die Energiewende in unserer Region weiter voranbringen.“