Druck auf den Ohren, Lichtblitze und jede Menge Rock’n’Roll

Rund 230 Fans feiern bei der dritten Tiefenbronner Rocknacht im Hasenhäusle – zwei Bands sorgen für eine Stimmung wie in einer großen Rockarena

bei Georg Kost

Bei der Tiefenbronner Rocknacht gehört am späten Abend die Bühne „Elephant in a Pitcher“ aus Weil der Stadt. Foto: EventBus

TIEFENBRONN, 12.10.2026 (rsr) – Grelle Lichtblitze zucken durch den Raum, druckvolle Gitarrenriffs schneiden durch die Luft, das Schlagzeug treibt den Sound nach vorne. Im Hasenhäusle am Forcheneck gibt es an diesem Abend kein vorsichtiges Herantasten: Kaum erklingen die ersten Töne, ist das Publikum mittendrin. Köpfe nicken im Takt, Füße bleiben kaum still, und vor der Bühne wird zu Punkrock und Hardrock kräftig mitgefeiert. Die dritte Tiefenbronner Rocknacht liefert genau das, wofür Fans handgemachter Rockmusik gekommen sind: fette Sounds, energiegeladene Live-Performances und eine Atmosphäre, die den kleinen Veranstaltungsraum in eine Rockarena verwandelt. Rund 230 Besucher sind dabei – und die Stimmung lässt Veranstalter wie Bands gleichermaßen schwärmen.

Organisiert vom EventBus-Team Tiefenbronn, hat sich die Rocknacht erneut als Treffpunkt für Rockbegeisterte erwiesen. Bereits vor der offiziellen Saalöffnung stehen die ersten Gäste bereit, danach füllt sich das Hasenhäusle rasch. Die Vorfreude auf den musikalischen Abend ist spürbar, als die Lokalmatadoren von Beer of the Dark die Bühne betreten. Die Band ist bei der Rocknacht keine Unbekannte: Bereits zum zweiten Mal gehört sie zum Programm und zeigt, dass Punkrock aus Tiefenbronn ordentlich nach vorne gehen kann.

Beer of the Dark heizen dem Publikum ein
Mit dem Opener „Holiday“ ist das Eis sofort gebrochen. Die ersten Gitarrenriffs sitzen, der Rhythmus geht direkt ins Blut, und das Publikum ist voll dabei. Beer of the Dark nehmen die Gäste mit auf einen wilden Ritt durch die Punkrock-Geschichte. Songs von den Broilers, Die Ärzte und Green Day treffen auf Klassiker von Alphaville und The Cranberries. Die Mischung sorgt für Abwechslung, ohne den Druck aus dem Set zu nehmen. Statt sich sklavisch an den Originalen abzuarbeiten, verpasst die Formation den bekannten Stücken ihre eigene Note.

Beer of the Dark nehmen die Gäste mit auf einen wilden Ritt durch die Punkrock-Geschichte. Foto: EventBus

Die 2019 aus einem Freundeskreis hervorgegangene Band verbindet Punkrock mit Rockklassikern und hat inzwischen auch eigene Musik im Repertoire. Mit „Bacardi Coca Cola“ gehört ein selbst geschriebener Song dazu. An diesem Abend zählt vor allem die unmittelbare Wirkung: Die Musiker liefern den Sound, die Besucher nehmen ihn auf und geben ihn mit ihrer Begeisterung zurück. Bühne und Publikum scheinen dabei immer mehr zu einer Einheit zu verschmelzen.

Mitten in das energiegeladene Programm fällt ein Moment, der die ausgelassene Stimmung für kurze Zeit unterbricht. Zur Hälfte des Auftritts von Beer of the Dark bittet das Veranstaltungsteam um eine Schweigeminute für den am 1. Oktober im Alter von 52 Jahren verstorbenen Tiefenbronner Bürgermeister Frank Spottek. Die Geste ist Ausdruck der Trauer und des Respekts für den langjährigen Rathauschef. Für einen Augenblick stehen die Musik und das Feiern still, bevor der Abend anschließend mit Rockmusik weitergeht.

Elephant in a Pitcher legen nach
Im zweiten Teil gehört die Bühne Elephant in a Pitcher aus Weil der Stadt. Für die Formation ist es die Premiere bei der Tiefenbronner Rocknacht. Seit 2012 ist die Band unterwegs und bewegt sich musikalisch zwischen Classic Rock, Hardrock und härteren Metal-Einflüssen. Mit diesem Repertoire setzt sie einen eigenen Akzent und legt beim Sound noch einmal nach.

Red Hot Chili Peppers, Johnny Cash, The Offspring und Metallica stehen für die Bandbreite des Programms. Unterschiedliche Stile treffen auf eine gemeinsame Grundlage: markante Gitarren, treibende Rhythmen und Songs, die live ihre ganze Energie entfalten. Elephant in a Pitcher überzeugen dabei nicht allein durch die Auswahl bekannter Titel, sondern vor allem durch deren druckvolle Umsetzung. Das Publikum geht vom ersten bis zum letzten Song mit. Die Stimmung bleibt auf Anschlag, und die Nähe zwischen Musikern und Fans macht den besonderen Reiz des Abends aus.

Gerade im Hasenhäusle braucht es keine riesige Bühne und keine weitläufige Halle, um Rockmusik intensiv erlebbar zu machen. Die Musiker stehen nur wenige Meter vom Publikum entfernt, jeder Schlag auf die Drums und jedes markante Gitarrenriff kommt unmittelbar an. Aus dieser Nähe entsteht eine Dynamik, die sich durch den gesamten Abend zieht. Für die Frontmänner beider Bands fühlt es sich nach Angaben des Veranstalters an, als spielten sie vor einem großen Publikum in einer großen Location. Die Begeisterung im Raum lässt keinen Zweifel daran, dass die Rocknacht ihren Nerv getroffen hat.

Vorfreude auf die vierte Auflage
Auch das EventBus-Team zieht eine rundum positive Bilanz. Zufrieden zeigt sich der Veranstalter nicht nur mit den rund 230 Gästen und dem musikalischen Niveau, sondern ebenso mit den Rückmeldungen von Besuchern und Bands. Der EventBus dient den Musikern als Backstage-Bereich und ergänzt damit das Konzept der Veranstaltung, bei der alles auf einen unkomplizierten, gemeinschaftlichen Rockabend ausgerichtet ist.

Rund 230 Fans feiern bei der dritten Tiefenbronner Rocknacht im Hasenhäusle – zwei Bands sorgen für eine Stimmung wie in einer großen Rockarena. Foto: EventBus

Hinter einer gelungenen Veranstaltung steckt allerdings auch jede Menge Arbeit abseits der Bühne. Deshalb gilt der Dank des Organisationsteams den Helfern, die beim Auf- und Abbau sowie an der Bar im Einsatz waren. Ebenso gewürdigt werden das Team für Ton und Technik und Zaisers Heiße Jagdhütte, die zum Gelingen des Abends beigetragen haben.

Für Manuele Hess vom Tiefenbronner EventBus-Team steht nach der dritten Auflage bereits die nächste Rocknacht im Blick. Die positiven Eindrücke seien Motivation genug, um mit großer Vorfreude in die Planung der vierten Ausgabe zu starten. Sie ist für Oktober 2027 vorgesehen. Wenn es nach der Stimmung im Hasenhäusle geht, dürfen sich die Rockfans schon jetzt auf die nächste Runde mit lauten Gitarren, druckvollen Beats und einer ordentlichen Portion Live-Energie freuen.