Das Mixed-Volleyballteam des TSV Calw und seiner Erfolgsgeschichte

Zwischen Freizeitliga, Aufstieg und Teamgeist

bei Georg Kost

Das Mixed.Volleyballteam des TSV Calw. Foto: TSV Calw

CALW, 27.02.2026 (pm) – Was als lockeres Zusammenspiel begann, ist heute ein lebendiges Aushängeschild der Volleyballabteilung des TSV Calw: Das Mixed-Volleyballteam wurde kürzlich zur Mannschaft des Jahres im TSV Calw ausgezeichnet. Ahmet Yildirim, Maria Holstein und Tobias Schneider geben stellvertretend für das Team Einblick in diese besondere Erfolgsgeschichte.

Ein Team mit Geschichte
Mixed-Volleyball hat in Calw eine lange Tradition – mit Höhen und Tiefen. Ahmet, seit fast 30 Jahren Mitglied im TSV Calw, kennt diese Entwicklung gemeinsam mit Tobi wie kaum ein anderer. Bereits als Jugendlicher kam Ahmet gemeinsam mit seiner Schwester zum Volleyball, damals noch unter der Anleitung von Hans-Joachim Hartmann, dem heutigen 1. Vorsitzenden. „Wir waren anfangs nur zu viert“, erinnert er sich. „Aber daraus ist Stück für Stück wieder eine Mixed-Mannschaft entstanden.“

Über die Jahre wuchs das Team, meldete sich für den Spielbetrieb an, arbeitete sich von der D- bis in die B-Runde hoch – und musste ebenso Rückschläge verkraften. Studium, Familie, Verletzungen und berufliche Veränderungen führten immer wieder zu personellen Engpässen. „Es war immer ein Auf und Ab“, sagt Ahmet. „Ein Kommen und Gehen.“

Durchhalten trotz Rückschlägen
Besonders prägend war die Zeit, in der Ahmet selbst verletzungsbedingt aussetzen musste. In dieser Phase hielt Tobi die Mannschaft zusammen. Er kennt die Mixed-Historie ebenfalls seit vielen Jahren und war maßgeblich daran beteiligt, dass es überhaupt weiterging – auch in Zeiten, in denen lediglich trainiert wurde und kein Spielbetrieb möglich war. „Irgendwann standen wir an Spieltagen mit drei Männern und zwei Frauen da“, erzählt er. „Da habe ich gesagt: So mache ich das keine weitere Saison.“
Doch ganz losgelassen hat ihn das Team nie. Als Ahmet 2019 wieder Lust auf Volleyball bekam, ließ er nicht locker – bis Tobi sich erneut auf ein gemeinsames Projekt einließ. Kurz darauf folgte der nächste Einschnitt: Corona. Training war nur sporadisch möglich, der Neustart schwierig.

Der Wendepunkt nach Corona
Der eigentliche Aufschwung begann 2022. Eine Anzeige im Calw Journal brachte neue Gesichter in die Halle – unter anderem Maria, die nach einem Umzug nach Calw eigentlich schon mit dem Volleyball abgeschlossen hatte. „Ich wollte gar nicht mehr spielen“, sagt sie schmunzelnd. „Aber dann habe ich gesehen, dass das Training montags ist – und da hatte ich Zeit.“
Was zunächst nach einem vorsichtigen Neuanfang aussah, entwickelte sich schnell zu einer Erfolgsgeschichte. Weitere Anzeigen, Mund-zu-Mund-Propaganda und der Zuzug vieler Studenten aus Bad Liebenzell sorgten für stetigen Zulauf. „Plötzlich waren wir nicht mehr zu viert, sondern zu zwanzig“, so Maria.

Wachstum mit Struktur
Heute ist das Mixed-Team so groß, dass zwei Trainingsangebote notwendig sind: montags für die wettkampforientierte Gruppe, dienstags für das Freizeitteam. Teilweise stehen 18 bis 20 Spielerinnen und Spieler in der Halle – bei Platz für maximal zwölf. Trainiert wird aktuell von 20 bis 22 Uhr, länger wäre für viele kein Problem. „Wir würden auch noch weiterspielen“, lacht Ahmet.
Mit dem Wachstum kam auch die sportliche Entwicklung. Aus lockerem Freizeitvolleyball wurde ein Team mit festen Positionen, Spielsystemen und klaren Abläufen. Maria übernimmt dabei die Position der Stellerin. „Viele Hobbyspieler kennen nur das Rotationssystem“, erklärt sie. „Bei uns gibt es feste Plätze – das war notwendig, um auf dem Niveau mithalten zu können.“

Sportlicher Erfolg als Bestätigung
2023/2024 meldete das Team erstmals wieder eine Runde. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Im ersten Jahr Platz zwei, im darauffolgenden Jahr Meisterschaft und Aufstieg. Aktuell spielt das Team in der B-Runde – eine deutliche Steigerung gegenüber den Anfängen.
Doch wichtiger als Tabellenplätze ist für alle Beteiligten die Entwicklung der Einzelnen. „Es ist toll zu sehen, wie Spielerinnen und Spieler ohne große Vorerfahrung über die Jahre richtig aufgeblüht sind“, sagt Maria. „Gerade bei den Jüngeren merkt man, wie sie ihr Potenzial entdecken.“

Ehrenamt, Engagement und Auszeichnung
Dass das Mixed-Team nun zur Mannschaft des Jahres gewählt wurde, kam für alle überraschend. „Wir sind ja offiziell Freizeit“, sagt Ahmet. „Und Volleyball fällt oft ein bisschen hinten runter.“ Umso größer war die Freude über die Anerkennung. „Wir haben überhaupt nicht damit gerechnet“, ergänzt Maria. „Die Einladung zur Sportlerehrung bekomme ich ja jedes Jahr, weil ich Delegierte bin. Aber dann war es eine umso schönere Überraschung.“
Die Auszeichnung steht sinnbildlich für das, was das Team ausmacht: Engagement, Zusammenhalt und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen – ob im Training, in der Organisation oder darüber hinaus. Tobi ist zusätzlich stark in die Digitalisierungsprozesse des Vereins eingebunden und trägt somit seinen Teil dazu bei, den TSV Calw organisatorisch zukunftsfähig aufzustellen.

Ein Team mit Zukunft
Heute reicht die Altersspanne im Mixed-Team von 20 bis Mitte 40. Die Mischung aus jungen, mittleren und erfahrenen Spielern sorgt für eine besondere Dynamik – sportlich wie menschlich. Nachwuchs kommt weiterhin nach, Anfragen zum Schnuppern gibt es regelmäßig. Perspektivisch soll sogar wieder eine Männermannschaft aufgebaut werden.
Was bleibt, ist der Wunsch nach einem weiteren Trainingstag. Doch unabhängig davon zeigt das Mixed-Volleyballteam des TSV Calw eindrucksvoll, was möglich ist, wenn Menschen über Jahre hinweg dranbleiben. Eine Mannschaft, die beweist: Erfolg entsteht eben meistens nicht über Nacht.