Die Vorbereitungen zum 1.Dart-Cup in Tiefenbronn sind abgeschlossen. Dennis Gindele und Nils Hof (rechts) legen letzte Hand an. Foto: Georg Kost
TIEFENBRONN, 04.01.2025 (rsr) – Wenn am Montagabend im Hasenhäusle die Pfeile fliegen, weht ein Hauch von Weltmeisterschaft durch Tiefenbronn. Nur zwei Tage nach dem großen Finale der PDC-Dart-WM in London richtet sich der Blick der regionalen Dart-Szene auf den 1. Maurer-Meister-Hess Dart-Cup. Der FV Tiefenbronn und der 1. Tennis-Club Tiefenbronn greifen den aktuellen Dart-Boom bewusst auf und laden am 5. Januar zu einem Turnier ein, das sportlichen Anspruch mit regionaler Nähe verbindet.
Dass es sich dabei nicht um ein gewöhnliches Vereinsevent handelt, zeigt bereits ein Blick auf die Teilnehmerliste. Mit Mensur „The Gentle“ Suljović kommt ein international renommierter Profi nach Tiefenbronn.
Der 53-jährige Österreicher ist Inhaber einer PDC-Pro-Tour-Card und stand noch vor wenigen Tagen auf der größten Bühne des Dartsports im Londoner Alexandra Palace. Bei der Weltmeisterschaft erreichte Suljović die dritte Runde, wo er am späteren Weltmeister Luke Littler scheiterte. Zuvor sorgte er mit einem Sieg über Joe Cullen für Aufmerksamkeit. In Tiefenbronn bestreitet er nun sein erstes Turnier nach der WM – und zugleich seinen Auftakt in das Dart-Jahr 2026.
An seiner Seite tritt mit Florian Flickinger einer der bekanntesten deutschen Dartspieler an. Der zweifache deutsche Meister und Pokalsieger 2025 ist Abteilungsleiter und Mannschaftskapitän beim Bundesligisten KSC und prägt den deutschen Dartsport seit Jahren entscheidend mit. Gemeinsam stehen Suljović und Flickinger sinnbildlich für das sportlich hohe Niveau, das der Premierencup bieten soll.
Doch nicht nur große Namen machen den Reiz des Turniers aus. Das Teilnehmerfeld wird ergänzt durch weitere ambitionierte Ligaspieler und regionale Akteure. Mit Davor Smoljanovic (KSC Dart) ist ein weiterer Bundesligaspieler dabei, Dominic Schopf (DC Wolfsölden) reist aus der 2. Bundesliga Süd an. Hinzu kommen erfahrene Spieler aus der Schwabenliga wie Lars „Icke“ Müller (DC Familienduell) sowie Dominik Schmidt und Pascal König von den BULL Dartern Leonberg. Auch die Region selbst ist vertreten: Mathias Rausenberger (DC DARTanions Wiernsheim) und Jörg Schippers stehen für den lokalen Dartsport an den Boards.

Die Blick der regionalen Dart-Szene richten sich auf den 1. Maurer-Meister-Hess Dart-Cup am Samstag im Tiefenbronner Hasenhäusle. Foto: Veranstalter
Der Maurer-Meister-Hess Dart-Cup bringt damit Profis, ambitionierte Ligaspieler und Amateure an einem Abend zusammen. Ziel der Veranstalter ist es, die Begeisterung rund um die Weltmeisterschaft in die Region zu tragen und zugleich eine attraktive Turnierplattform für Spieler aus Tiefenbronn und dem Umland zu schaffen. Ein ansprechendes Preisgeld von insgesamt über 600 Euro pro Wettbewerb sorgt zusätzlich für sportlichen Anreiz – und für spannende Duelle aus Sicht des Publikums.
Der Turnierabend folgt einem klaren Ablauf. Ab 17 Uhr ist Einlass ins Hasenhäusle. Um 19 Uhr beginnt zunächst der Amateur-Cup, der bewusst ohne aktive Ligaspieler ausgetragen wird. Ab 20.30 Uhr folgt der Profi-Cup mit den bekannten Namen. Weitere Anmeldungen sind nicht mehr möglich.
Damit auch Zuschauer ohne große Dart-Erfahrung dem Geschehen problemlos folgen können, lohnt ein kurzer Blick auf die wichtigsten Spielregeln: Gespielt wird im Turnierformat, das sich am weltweit gängigen Modus „501“ orientiert – jener Spielvariante, die auch bei der Weltmeisterschaft verwendet wird. Beide Spieler starten mit 501 Punkten. Pro Runde, im Dart „Aufnahme“ genannt, wirft jeder Spieler drei Pfeile. Die erzielten Punkte werden vom Ausgangswert abgezogen. Ziel ist es, exakt bei null Punkten anzukommen. Wer sich dabei überwirft, dessen Runde zählt nicht.
Ein einzelnes Spiel heißt „Leg“. Wer zuerst eine festgelegte Anzahl von Legs gewinnt, entscheidet ein „Set“ für sich. Das Match gewinnt schließlich der Spieler, der die vorgegebene Zahl an Sets erreicht. Besonders wichtig im Profi-Dart ist das sogenannte „Double Out“: Das letzte Wurfziel muss ein Doppelfeld sein. Bleiben beispielsweise 20 Punkte, ist ein Treffer in die Doppel-Zehn nötig.
Vor jedem Spiel wird durch das sogenannte „Ausbullen“ festgelegt, wer beginnt. Beide Spieler werfen dabei jeweils einen Pfeil auf die Scheibe. Wer näher am Bullseye liegt, darf starten. Geworfen wird stets hinter der Abwurflinie, der Oche, die 2,37 Meter vom Board entfernt ist. Das Bullseye befindet sich 1,73 Meter über dem Boden.
Die Dartscheibe selbst besteht aus 20 Segmenten mit den Zahlen 1 bis 20, die bewusst nicht in Reihenfolge angeordnet sind. Ein äußerer Ring markiert die Double-Felder, ein innerer die Triple-Felder. In der Mitte liegt das Bullseye mit 50 Punkten, umgeben vom sogenannten Single Bull mit 25 Punkten. Gerechnet wird beim Steeldart von Hand – ein fester Bestandteil des Spiels, der Konzentration und taktisches Denken erfordert.
All das verspricht einen Abend, der weit mehr ist als nur ein lokales Turnier. Der Maurer-Meister-Hess Dart-Cup verbindet WM-Flair mit regionalem Sport, große Namen mit heimischer Szene – und macht Tiefenbronn für einen Abend zum Treffpunkt der Dart-Begeisterten.
