
Das Risikodrom Straßenunterhaltungsdienst der UKBW Akademie war zu Gast in der Straßenmeisterei Magstadt. Foto: LRA Böblingen
BÖBLINGEN/ MAGSTADT, 31.08.2026 (pm) – Ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit kann im Straßenunterhalt schwerwiegende Folgen haben. Straßenwärter arbeiten täglich dort, wo Fahrzeuge unmittelbar an ihnen vorbeifahren. Gleichzeitig müssen sie ihre eigentliche Aufgabe erledigen und den Verkehr im Blick behalten.
Beschäftigte der Straßenmeistereien Magstadt und Herrenberg konnten dabei typische Gefahrensituationen aus ihrem Arbeitsalltag unter realitätsnahen Bedingungen erleben. Mithilfe moderner 360-Grad-Panoramamedien wurden verschiedene Szenarien dargestellt, die anschließend gemeinsam mit den Trainern analysiert wurden. Dabei ging es vor allem darum, Gefahren frühzeitig zu erkennen, die eigene Wahrnehmung zu schärfen und Fehleinschätzungen zu vermeiden.
Doch was genau ist ein Risikodrom? Dahinter verbirgt sich ein interaktiver Gefahren- und Risiko-Parcours, der speziell für die Schulung und Sensibilisierung von Beschäftigten im Straßenunterhaltungsdienst entwickelt wurde. Straßenwärterinnen und Straßenwärter sollen dabei typische Risiken ihres Arbeitsumfelds erkennen, Situationen aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten und ihr eigenes Verhalten in Gefahrensituationen überprüfen.
Wie anspruchsvoll diese Arbeit ist, macht auch die Verbindung verschiedener Gefahrenquellen deutlich. Während Straßenwärter beispielsweise Fahrzeuge, Geräte oder Arbeitsstellen bedienen beziehungsweise absichern, läuft unmittelbar daneben der Verkehr weiter. Zeitdruck, Routine und die Notwendigkeit, mehrere Aufgaben gleichzeitig im Blick zu behalten, können dabei die persönliche Gefahreneinschätzung beeinflussen.
Im Training wurde unter anderem thematisiert, wann ein sicheres Aussteigen aus einem Fahrzeug möglich ist. Ebenso ging es um die Frage, wie Verkehrsteilnehmende eine Arbeitsstelle tatsächlich wahrnehmen. Denn selbst Fahrzeuge mit Warnleuchten oder gut sichtbare Absicherungen können im realen Verkehr verdeckt werden oder erst spät ins Blickfeld eines Autofahrers geraten.
Wladimir Hahnstein, Leiter des Amts für Straßenbau und Radfahren im Landkreis Böblingen, sieht deshalb einen wichtigen Nutzen in dem Training. Das Risikodrom verdeutliche, wie schnell Routine zu Fehleinschätzungen führen könne. Umso wichtiger sei es, das eigene Verhalten immer wieder zu hinterfragen.
Für die Straßenwärter bedeutet das Training, vertraute Situationen aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Nicht jede Gefahr ist auf den ersten Blick offensichtlich. Gerade die Kombination aus eigener Tätigkeit, beweglichem Arbeitsgerät und fließendem Verkehr verlangt Aufmerksamkeit und eine realistische Einschätzung der jeweiligen Situation.
Straßenwärter leisten täglich einen wichtigen Beitrag dafür, dass Straßen sicher genutzt werden können. Gleichzeitig bewegen sie sich bei ihrer Arbeit selbst in einem Umfeld mit erheblichen Risiken. Eine gezielte Vorbereitung auf kritische Situationen ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der Arbeitssicherheit.
Das Risikodrom soll dazu beitragen, die Handlungssicherheit der Beschäftigten zu stärken. Durch die Auseinandersetzung mit realitätsnahen Gefahrensituationen wird das Bewusstsein für mögliche Risiken geschärft – mit dem Ziel, Fehleinschätzungen zu vermeiden und Unfälle im Straßenunterhalt möglichst zu verhindern.
