Zu wenig Anmeldungen: Bürgertheaterprojekt in Neuhausen abgesagt

bei Georg Kost

Der Vorhang der Theaterschachtel in Neuhausen bleibt für das geplante Bürgertheaterprojekt geschlossen. Foto: Georg Kost

NEUHAUSEN, 27.09.2026 (rsr) – Ausprobieren, improvisieren, eine eigene Figur entwickeln und gemeinsam Theater machen – mit diesem Konzept sollte Ende September in der Theaterschachtel Neuhausen ein neues Bürgertheaterprojekt starten. Daraus wird nun nichts. Wie Anne von der Vring von der Theaterschachtel auf Anfrage mitteilte, muss das Projekt wegen zu geringer Anmeldungen abgesagt werden.

Dabei war der Einstieg bewusst niedrigschwellig angelegt. Gesucht wurden Menschen ab 15 Jahren, die Lust auf Schauspiel und kreatives Arbeiten haben – unabhängig davon, ob sie bereits Bühnenerfahrung besitzen. Im Mittelpunkt sollte zunächst nicht die Arbeit an einem fertigen Stück stehen, sondern das gemeinsame Ausprobieren. Schauspielmethoden, Improvisation, Körpersprache, Stimme und Ausdruck sollten ebenso zum Einsatz kommen wie die Entwicklung eigener Szenen und Figuren.

Am Dienstag, 29. September, hätte die Gruppe erstmals zusammenkommen sollen. Der Termin war als unverbindlicher Schnupperabend gedacht. Erst im weiteren Verlauf sollte sich entwickeln, welche Geschichte schließlich auf die Bühne kommt. Ab Januar war die konkrete Probenarbeit an einem Theaterstück vorgesehen, eine Abschlussaufführung sollte das Projekt abschließen.

Geleitet werden sollte das Bürgertheater von Selda Falke. Die Schauspielerin, Sängerin, Autorin und Theatertherapeutin arbeitet seit vielen Jahren mit Gruppen und hatte bereits früher ein ähnliches Projekt in der Theaterschachtel umgesetzt. Die Neuauflage sollte nun einer neuen Gruppe Raum geben, sich schauspielerisch auszuprobieren und gemeinsam eine eigene Bühnenproduktion zu entwickeln.

Dass daraus nun nichts wird, ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil die Theaterschachtel mit dem Konzept ausdrücklich auch Menschen ohne Theatererfahrung ansprechen wollte. Zudem war das endgültige Stück noch gar nicht festgelegt. Die Teilnehmer sollten selbst Einfluss darauf nehmen können, was am Ende auf der Bühne entsteht.

Warum das Angebot dennoch nicht genügend Interessierte erreicht hat, lässt sich aus den Anmeldezahlen allein nicht beantworten. Möglicherweise ist die Bereitschaft geringer, sich frühzeitig auf ein längerfristiges Projekt einzulassen, wenn Inhalt und Ergebnis zunächst offen sind. Denkbar ist auch, dass ein solches Angebot trotz der vorgesehenen offenen Struktur seine Zielgruppe nicht ausreichend erreicht hat. Eine Bewertung, woran es letztlich lag, gibt es vonseiten der Theaterschachtel bislang nicht.