Datum/Zeit
20.05.2026
19:00-21:00
Doppelter Epochenbruch: Wie Geopolitik Europas Wirtschaftsordnung verändert Wirtschaftsexperte Prof. Dr. Michael Hüther zu Gast im Studium Generale
Europa steht vor einer tiefgreifenden Zäsur: Nach Jahrzehnten zunehmender wirtschaftlicher Vernetzung und offener Märkte steht das europäische Wirtschaftsmodell vor neuen Herausforderungen. Der Rückzug der USA als ordnende Macht und neue machtpolitische Dynamiken verändern die Grundlagen von Handel, Investitionen und technologischen Abhängigkeiten. Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, erklärt am 20. Mai im Studium Generale, welche wirtschaftspolitischen Antworten Europa jetzt braucht.
Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und wirtschaftliche Liberalität waren lange Zeit in einen stabilen internationalen Rahmen eingebettet, zugleich profitierte Europa von einer starken militärischen transatlantischen Allianz. All dies gerät jedoch zunehmend unter geopolitischen Druck. Handel, Investitionen und technologische Abhängigkeiten werden wieder machtpolitisch definiert, zudem steigen die Kosten für die Sicherheit.
„Anders gewendet: Die Geopolitik dominiert die Geoökonomie“, sagt Hüther. Vor diesem Hintergrund gewinnen zentrale wirtschaftspolitische Fragen an Bedeutung: Welche Rahmenbedingungen braucht Europa, um den Dreiklang aus Dekarbonisierung, Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit erfolgreich auszuführen? Wie lässt sich der geopolitische und technologische Anpassungsdruck bewältigen, ohne das Modell offener Märkte aufzugeben? Und welche industriepolitischen Leitplanken sichern gleichzeitig wirtschaftliche Stärke und politischen Zusammenhalt?
Die Vorträge des Studium Generale finden jeweils um 19 Uhr im Audimax der Hochschule statt und sind kostenfrei
