
Spektakel in der Monbachhalle: Wrestling erobert Neuhausen Foto: © Georg Kost
NEUHAUSEN, 22.02.2026 (rsr) – Da fliegen die Fetzen: Ein Gegner wird in die erste Sitzreihe geschleudert, ein Klappstuhl landet krachend auf dem Rücken seines Kontrahenten – und das Publikum tobt. Obwohl allen klar ist, dass hinter den spektakulären Aktionen eine gehörige Portion Inszenierung steckt, entfaltet Wrestling eine unmittelbare Wirkung. Frenetisch werden die Guten bejubelt, die Bösen gnadenlos ausgebuht – ein Dazwischen gibt es nicht.
Genau diese Mischung aus Action, Schauspiel und Emotion sorgte am Samstagabend in der Monbachhalle für Begeisterung. Rund 250 Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten drei Stunden lang das Geschehen im Ring und darüber hinaus. Mittendrin: Martina und Andreas sowie Alexandra und Torsten aus Neuhausen. Sie wollten schon lange eine Wrestlingshow live erleben – und gingen restlos begeistert nach Hause.
Der Outlaw Wrestling Germany e.V. machte mit seiner Show „Breakout“ erstmals Station in Neuhausen. Ursprünglich war die Veranstaltung in der Strudelbachhalle in Weissach geplant, musste jedoch kurzfristig verlegt werden. Für Veranstalter und Vorsitzenden Adrian Kern bedeutete dies eine organisatorische Kraftanstrengung. Am Ende erwies sich der Umzug jedoch als Glücksfall: „Wir haben hier großartige Unterstützung erfahren“, zeigte er sich zufrieden mit der neuen Location.

Spektakel in der Monbachhalle- Neuer Ort, neues Publikum, neue Dynamik Foto: © Georg Kost
Neuer Ort, neues Publikum, neue Dynamik
Schon vor Beginn lag gespannte Erwartung in der Luft. Familien, langjährige Wrestlingfans und zahlreiche Neugierige strömten in die Halle. Für viele war es die erste Begegnung mit Live-Wrestling – und sie stellten schnell fest, dass es sich um weit mehr als bloße Kämpfe handelt: Hochleistungssport, Akrobatik und dramaturgisch inszenierte Rivalitäten verschmelzen zu einem Abend voller Spannung.
Während internationale Formate wie WWE weltweit Millionen erreichen, wächst parallel das Interesse an regionalen Shows. Die Veranstaltungen der OWG ziehen regelmäßig mehrere hundert Besucher an – ein Trend, der sich in Neuhausen eindrucksvoll bestätigte.
„Breakout“ als Programm und Symbol
Der Titel der Veranstaltung erwies sich als programmatisch. „Breakout“ stand nicht nur für sportliche Durchbrüche und neue Rivalitäten im Ring, sondern auch für den Schritt in neue Spielstätten und Zielgruppen.
Mit internationaler Beteiligung präsentierte sich die Show so vielfältig wie nie: Athleten aus den USA, den schottischen Highlands und Österreich trafen auf deutsche Publikumslieblinge. Titelkämpfe, Debüts und ein Main Event mit weitreichenden Konsequenzen hielten die Spannung hoch.

Publikumsliebling Corey stellte sich in einem karriereentscheidenden Handicap-Match gegen Jack Douwner und Don Crowley Foto: © Georg Kost
Im Mittelpunkt stand unter anderem der Kampf um den WFD Television Titel zwischen Champion Jay5 und Herausforderer Rabu aus Schottland.
Um den OWG-Schwergewichtstitel rangen Boris Pain und der erfahrene Mexxberg, der auf mehr als 500 Matches zurückblickt.
Absagen gab es dennoch: Das geplante Frauenmatch mit Mila Smidt musste kurzfristig entfallen. Für den dramaturgischen Höhepunkt sorgte der Main Event: Publikumsliebling Corey stellte sich in einem karriereentscheidenden Handicap-Match gegen Jack Douwner und Don Crowley – ein emotionaler Showdown, der die Halle zum Beben brachte.
Internationale Gäste und starke Charaktere
Vier US-Wrestler aus North Carolina – Gem Stone, G Moniy, Xander Keys und Alex Bryant – feierten ihre OWG-Auftritte und brachten internationales Flair nach Neuhausen. Mit provokanten Gesten, charismatischem Auftreten und spektakulären Aktionen erfüllten sie ihre Rolle als perfekte Gegenspieler – lautstarke Buhrufe der Fans inklusive.
Denn Wrestling lebt von starken Figuren: Helden, Antihelden und Intriganten treiben die Geschichten voran. Das Publikum wird Teil der Inszenierung – es jubelt, buht und reagiert auf jede Wendung im Ring.
Lokalmatador sorgt für Identifikation
Besondere Aufmerksamkeit erhielt Simon Fury aus Niefern-Öschelbronn. Der Nachwuchswrestler trainiert erst seit gut einem Jahr bei der OWG und sammelte bereits erste Kampferfahrungen. Als regionales Gesicht könnte er künftig eine wichtige Rolle spielen – ein „Local Hero“ mit großem Identifikationspotenzial.
Nähe, Humor und großes Kino im kleinen Rahmen
Anders als in großen Arenen erleben Zuschauer das Geschehen hier aus nächster Nähe. Jeder Aufprall auf die Ringmatte, jede dramatische Wendung und jeder Schlag ist unmittelbar spürbar. Neben sportlicher Intensität sorgen humorvolle Einlagen, überzeichnete Charaktere und bewusst zugängliche Inszenierung für beste Samstagabend-Unterhaltung.
Gerade diese Mischung überzeugte viele Erstbesucher. Skepsis wich schnell Begeisterung, während langjährige Fans die Authentizität und Nähe regionaler Shows schätzen.

Spektakel in der Monbachhalle: Wrestling erobert Neuhausen Foto: © Georg Kost
Erfolgreicher „Ausbruch“ mit Perspektive
Trotz kurzfristiger Verlegung erwies sich der Abend als voller Erfolg. Die Monbachhalle bot den Rahmen für ein Event, das neue Zuschauer gewann und bestehende Fans bestätigte. Der „Breakout“ steht damit für mehr als nur eine Show: Er markiert Wachstum, neue Impulse und die fortschreitende Etablierung des Wrestlings in der Region. Der Ausbruch ist gelungen – und Neuhausen dürfte sich als feste Adresse im Veranstaltungskalender der OWG etablieren. Doch zunächst stehen die Shows der OWG am 16.Mai in Stuttgart, am 26. September in Karlsruhe und am 6. Dezember in Bad Wildbad-Calmbach an. < Zur Fotogalerie >
