Sommerfest der Jäger begeistert mit gelebter Tradition, Naturwissen und Gemeinschaft

bei Georg Kost

 Die Jagdhornbläser Pforzheim begleiteten das Jägerfest, ebenso wie die aus Heimsheim, mit ihren Klängen und  verliehen der Veranstaltung ihren unverwechselbaren Charakter. Foto Georg Kost

TIEFENBRONN, 22.06.2026 (rsr) – Der Duft von Wildspezialitäten lag in der Luft, Jagdhornklänge hallten über die Wiesen zwischen Tiefenbronn und Friolzheim, Kinder staunten über heimische Wildtiere und Hundeführer präsentierten die Leistungsfähigkeit ihrer vierläufigen Jagdgefährten: Das erstmals in der Feldscheune Jost ausgerichtete Sommerfest der Jägervereinigung Enzkreis/Pforzheim e.V. entwickelte sich zu einem Anziehungspunkt für die gesamte Bevölkerung. Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen der modernen Jagd zu werfen und einen erlebnisreichen Tag in besonderer Atmosphäre zu verbringen.
Schon im Vorfeld hatte Kreisjägermeister Dieter Krail betont, dass die Veranstaltung bewusst als offenes Fest konzipiert sei. „Es soll ein Erlebnis für alle sein“, unterstrich er und machte deutlich, dass ausdrücklich nicht nur Mitglieder der Jägervereinigung angesprochen seien. Dieser Anspruch spiegelte sich auch im großen Besucherinteresse wider.

Vielmehr verstand sich das Sommerfest als Treffpunkt für Familien, Naturfreunde und alle Interessierten. Die Kombination aus Information, Brauchtum, Kulinarik und Unterhaltung sorgte für einen abwechslungsreichen Tag, der die vielfältigen Aufgaben der Jägerschaft eindrucksvoll in den Mittelpunkt rückte.

Großes Interesse fand die Vorführung der Hundegruppe. Foto: Georg Kost
Moderne Technik stand bei der Präsentation zur Kitzrettung im Mittelpunkt. Die Flugvorführung der Rehkitzrettung Iptingen. Foto: Georg Kost
Nach erfolgreichem Abschluss der Jägerprüfung überreichte Prüfungsvorsitzender Dieter Krail (3.v.l) zusammen mit dem Prüfungsausschuss den Absolventinnen und Absolventen ihre Abschlusszeugnisse. Foto Georg Kost
Überreichung der Jägerbriefe. Foto: Georg Kost

„Das Sommerfest war ein voller Erfolg“, bilanzierte Dieter Krail zufrieden. Die Resonanz aus der Bevölkerung habe gezeigt, dass das Interesse an den Themen Natur, Wildtiere, Artenvielfalt und Jagd ungebrochen groß sei.

Den passenden Rahmen schufen die Jagdhornbläser aus Heimsheim und Pforzheim, die mit ihren Signalen und Märschen das Festgeschehen begleiteten. Die traditionsreichen Klänge verliehen der Veranstaltung ihren unverwechselbaren Charakter und machten deutlich, wie eng jagdliches Brauchtum mit der heimischen Kulturlandschaft verbunden ist.

Mit zahlreichen Tierpräparaten vermittelte das Team anschaulich Wissen über die heimische Tierwelt. Foto: Georg Kost

Besonders gefragt war der „Lernort Natur“-Anhänger. Mit zahlreichen Tierpräparaten vermittelte das Team anschaulich Wissen über die heimische Tierwelt. Kinder, Jugendliche und Erwachsene konnten Wildtiere aus nächster Nähe betrachten, Fragen stellen und an verschiedenen Mitmachangeboten teilnehmen. Die Jägerschaft zeigte damit eindrucksvoll ihre Rolle als Vermittlerin von Natur- und Umweltwissen.

Großes Interesse fanden auch die Vorführungen der Hundegruppe. Die Besucher erhielten spannende Einblicke in die Arbeit der Jagdhunde, die als unverzichtbare Helfer bei der waidgerechten Jagdausübung gelten. Mit Konzentration, Gehorsam und feiner Nase demonstrierten die Hunde ihre Fähigkeiten und verdeutlichten die enge Partnerschaft zwischen Mensch und Hund im Revier.

Moderne Technik stand bei der Präsentation zur Kitzrettung im Mittelpunkt. Die Flugvorführung der Rehkitzrettung Iptingen zeigte, wie mithilfe von Drohnen und Wärmebildkameras junge Rehkitze vor dem Mähtod bewahrt werden können. Die Besucher erfuhren dabei, wie sich traditionelle Jagd mit innovativen Methoden zum Schutz des Wildes verbindet.

Auch die kulinarische Seite des Sommerfestes ließ keine Wünsche offen. Die Gäste wurden mit Wildschweinbratwürsten, Pommes, Fassbier, Wein und Erfrischungsgetränken versorgt. Besonders gefragt war ein ganzes Wildschwein am Drehspieß. Ergänzt wurde das Angebot durch einen Eisstand sowie das umfangreiche Kaffee- und Kuchenangebot und zahlreichen hausgemachten Spezialitäten.

Ein besonderer Höhepunkt des Tages war die Überreichung der Jägerbriefe an die erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen des Jungjägerjahrgangs 2026. Im Rahmen des traditionellen Jägerschlags wurden sie offiziell in die Gemeinschaft der Jäger aufgenommen.

Mit zahlreichen Tierpräparaten vermittelte das Team anschaulich Wissen über die heimische Tierwelt. Foto: Georg Kost

Dem vorausgegangen war eine anspruchsvolle Ausbildung mit mehreren Prüfungsabschnitten. Insgesamt stellten sich 21 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jägerprüfung. Nach der schriftlichen Prüfung und der Schießprüfung mussten sie ihr Wissen in einer umfangreichen mündlich-praktischen Prüfung unter Beweis stellen. Nach erfolgreichem Abschluss aller Prüfungsteile überreichte Prüfungsvorsitzender Dieter Krail den Absolventinnen und Absolventen ihre Abschlusszeugnisse – die Voraussetzung für die spätere Lösung des Jagdscheins.
Ergänzt wurde das Festprogramm durch verschiedene Verkaufsstände mit Honig, Jagdutensilien und weiteren regionalen Angeboten.
Damit bot die Veranstaltung zahlreiche Möglichkeiten zum Austausch zwischen Jägerschaft und Bevölkerung.

Mit dem gelungenen Premieren-Sommerfest in der Feldscheune Jost präsentierte sich die Jägervereinigung Enzkreis/Pforzheim als moderner und zugleich traditionsbewusster Verband. Zwischen Jagdhornklängen, Wildbret, Naturpädagogik und innovativer Kitzrettung wurde deutlich, dass die Jagd heute weit mehr umfasst als die Ausübung des Waidwerks. Sie steht ebenso für Verantwortung gegenüber Wild, Natur und Landschaft – und für eine lebendige Gemeinschaft, die den Dialog mit der Bevölkerung sucht und pflegt.