Regionalverband muss eigene Regeln einhalten – auch am Randgebiet des Enzkreises

bei Georg Kost

Symbolfoto: infopress24.de

WIERNSHEIM/ENZKREIS, 18.02.2026 (pm) – Nachdem der Wiernsheimer Bürgermeister Matthias Enz und die Bürgerinitiative „Vernunftenergie auf der Platte“ den Regionalverband Nordschwarzwald auf mögliche Abwägungsfehler im Teilregionalplan Windenergie hingewiesen haben, fordert der FDP-Enzkreisabgeordnete Erik Schweickert eine umgehende Korrektur vor dem Satzungsbeschluss. „Es ist nicht hinnehmbar, wenn der Regionalverband einen Kriterienkatalog beschließt und dann ausgerechnet dort davon abweicht, wo es um den Schutz von Anwohnerinnen und Anwohnern geht“, erklärt Schweickert.

Konkret geht es um das Vorranggebiet WE11 auf der Gemarkung der Gemeinde Wiernsheim und die Einordnung der nahegelegenen Siedlung Sonnenberg (Gemarkung Eberdingen). Im Teilregionalplan wird Sonnenberg als Wochenendgebiet bewertet, obwohl die Gemeinde Eberdingen das Gebiet bereits 1980 planungsrechtlich als im Zusammenhang bebauten Ortsteil nach § 34 BauGB eingeordnet hat.
„Wenn Sonnenberg als schutzwürdige Wohnbebauung zu berücksichtigen ist, dann gilt auch der – in der Region Nordschwarzwald sowieso viel zu geringe – Vorsorgeabstand von 850 Metern ohne Ausnahme“, so Schweickert. Gerade weil WE11 über Gemeinde- und Verbandsgrenzen hinweg wirkt, sei es umso gravierender, dass sich die Regionalverbände offenkundig nicht ausreichend abgestimmt hätten: „Kriterien dürfen an der Verbandsgrenze nicht plötzlich anders gelten.“

Hinzu kommt: Nach den vorliegenden Angaben liegt der Abstand zu möglichen Anlagenstandorten bei rund 720 Metern, vom Rand des Vorranggebiets teils sogar nur bei rund 500 Metern. In anderen Regionen Baden-Württembergs wird gegenüber Wohnbebauungen ein Mindestabstand von 1.000 Metern angesetzt. Schweickert fordert deshalb, das Gebiet WE 11 insgesamt herauszunehmen. „Erkennbare Konflikte dürfen nicht in das Genehmigungsverfahren verschoben werden. Genau dafür gibt es den Teilregionalplan“, so der Enzkreisabgeordnete.

Schweickert erinnert daran, dass die FDP-Fraktion im Regionalverband bereits im Fall Engelsbrand klargestellt habe: Ein Teilregionalplan darf nicht gegen die Menschen vor Ort geplant werden. Der weitere Fall Wiernsheim bestätige Schweickert in seiner Forderung, den Teilregionalplan vor dem Satzungsbeschluss konsequent im Sinne der Anwohnerinnen und Anwohner zu bereinigen. „Statt aus ideologischen Gründen mit 2,8 Prozent Fläche in die Offenlage zu gehen, muss der Regionalverband alle regelwidrigen und konfliktträchtigen Fälle herausnehmen und auf 1,8 Prozent runtergehen“, so Schweickert abschließend.

Mehr Informationen zur Bürgerinitiative „Vernunftenergie auf der Platte
Mehr Informationen zum Regionalverband Nordschwarzwald 
Gemeinde Wiernsheim