Höhenrettung rettet verletzten Mitarbeiter aus 170 Metern Höhe

bei Georg Kost

Waagerecht wurde der Betroffene abgeseilt. Foto: KFV Calw Steffi Stocker

BAD WILDBAD_CALMBACH, 10.08.2026 (pm) –  Ein außergewöhnlicher Rettungseinsatz hat am Montagvormittag die Höhenrettungskräfte im Nordschwarzwald gefordert. Gegen 11.31 Uhr wurden die Einsatzkräfte zu einer Windkraftanlage auf dem Kälbling alarmiert. Dort hatte ein 36-jähriger Mitarbeiter in rund 170 Metern Höhe einen Bandscheibenvorfall erlitten und war nach Angaben der Einsatzkräfte nicht mehr bewegungsfähig. Für die Rettung arbeiteten die Höhenrettung der Feuerwehr Calw, die Höhenrettung des Enzkreises und die Bergwacht-Ortsgruppe Pforzheim eng zusammen. Die besondere Herausforderung bestand darin, den Patienten aus der Maschinenkanzel der Windkraftanlage sicher auf den Boden zu bringen. Der Einsatz dauerte mehr als zwei Stunden.

Die räumlichen Verhältnisse in der Kanzel erschwerten die Rettung zusätzlich. Die dortige Luke war nicht groß genug, um die Schleifkorbtrage mit dem Patienten waagerecht nach außen zu führen. Deshalb musste der 36-Jährige so auf der Tragehilfe fixiert werden, dass ein diagonaler Übergang vom Inneren der Kanzel ins Freie möglich war. Dabei galt es, den Patienten möglichst wenig zusätzlich zu belasten.

Symbolfoto: infopress24.de

Anschließend wurde die Schleifkorbtrage Stück für Stück aus der großen Höhe abgeseilt. Einer der Höhenretter begleitete den Vorgang am Rand der Trage und behielt den Patienten während des gesamten Abseilens im Blick. Erschwert wurde der Einsatz durch zeitweise zunehmende Windgeschwindigkeiten, die bei der Rettung berücksichtigt werden mussten.

Gegen 14 Uhr erreichte der Patient schließlich den Boden und konnte dort an den Rettungsdienst übergeben werden. Anschließend wurde er mit einem Rettungswagen zur weiteren medizinischen Behandlung in eine Klinik gebracht.

Insgesamt waren rund 50 Einsatzkräfte an der Rettungsaktion beteiligt. Neben den Höhenrettungseinheiten und der Bergwacht waren auch die Feuerwehrabteilung Calmbach, der stellvertretende Kreisbrandmeister André Weiss, Kräfte des Rettungsdienstes einschließlich der Organisationsleitung sowie die Polizei vor Ort. Insgesamt kamen 13 Einsatzfahrzeuge zum Einsatz.