Dart-Fieber im Hasenhäusle

Tiefenbronn elektrisiert mit Dart-Premierencup die Region

bei Georg Kost

Gespannt verfolgten die Zuschauer das Spiel von Mensur „The Gentle“ Suljović, (weißes Trikot). Foto: Georg Kost

TIEFENBRONN, 07.01.2026 (rsr) – Ein ausverkauftes Hasenhäusle, hochklassiger Dartsport bis in die frühen Morgenstunden und ein Publikum, das jede 180 frenetisch feierte: Mit den 1. Tiefenbronner Darts-Open wurde in der Biet-Gemeinde ein sportliches Ausrufezeichen gesetzt. Was der FV Tiefenbronn gemeinsam mit dem 1. Tennis-Club Tiefenbronn auf die Beine stellte, war weit mehr als ein Vereinswettbewerb – es war ein neues sportliches Highlight für die gesamte Region.

 

1. Tiefenbronner Dart-Open 2026 der Amateure. Foto: Georg Kost

Mehr als 200 Besucherinnen und Besucher erlebten bei der Premierenausgabe Dartsport in all seinen Facetten – vom ambitionierten Hobbyspieler bis zum Bundesligaprofi. Schon früh zeigte sich, dass die Veranstaltung auf große Resonanz stieß: Das Hasenhäusle füllte sich rasch, die Erwartungshaltung war spürbar, die Atmosphäre von Beginn an besonders.

Im Mittelpunkt des Abends stand Mensur „The Gentle“ Suljović, international renommierter Dart-Profi, der nur wenige Tage zuvor noch bei der Weltmeisterschaft im Londoner Alexandra Palace auf der großen Bühne gestanden hatte.
Dort war der 53-jährige Österreicher bis in die dritte Runde vorgedrungen und lediglich am späteren Weltmeister Luke Littler gescheitert.
In Tiefenbronn wurde Suljović wie ein Popstar empfangen. Nahbar, freundlich und ohne jede Starallüre nahm er sich Zeit für Autogramme und Selfies und verlieh dem Premierenturnier damit nicht nur sportliches Gewicht, sondern auch menschliche Größe.

Das Starterfeld der Profis bei den 1. Tiefenbronner Dart-Open 2026. Foto: Georg Kost

Der Turnierabend begann mit dem Amateur-Cup, der mit 32 Teilnehmern bewusst ohne aktive Ligaspieler ausgetragen wurde. Bereits im Vorfeld hatte sich gezeigt, wie groß das Interesse war, da die Zahl der Anmeldungen die verfügbaren Startplätze deutlich überstieg.
In Gruppenphase und Endrunde kämpften zahlreiche Hobby- und ambitionierte Spieler aus der Region um den Turniersieg, getragen von lautstarker und fairer Unterstützung des Publikums. Am Ende setzte sich Robert Dörner aus Tiefenbronn in einem überraschend deutlichen Finale mit 3:0 gegen Steven Maire durch. Im Spiel um Platz drei behielt Dirk Röcker gegen Dagmar Gonsior die Oberhand.

Parallel dazu steigerte sich die Stimmung im Hasenhäusle kontinuierlich. Immer wieder sorgten hohe Scores und geworfene 180er für Szenenapplaus. Auch Bürgermeister Frank Spottek verfolgte das Geschehen vor Ort und zeigte sich beeindruckt vom WM-ähnlichen Flair und der Begeisterung der Zuschauerinnen und Zuschauer.
Aufgrund der Vielzahl an Spielen wurde zeitweise parallel auf vier Boards gespielt, was der Dynamik des Abends keinen Abbruch tat – im Gegenteil: Die Halle blieb durchgehend belebt und sportlich hochklassig.

Den Höhepunkt bildete der Maurermeister-Hess Cup, das Profi-Turnier des Abends, das im Modus „Doppel K. o.“ ausgetragen wurde. Neben Suljović standen weitere namhafte Akteure am Oche: Florian Flickinger, zweifacher deutscher Meister und Pokalsieger 2025 sowie Abteilungsleiter und Mannschaftskapitän beim Bundesligisten KSC Dart, Davor Smoljanovic (KSC Dart), Dominic Schopf (DC Wolfsölden, 2. Bundesliga Süd), Lars „Icke“ Müller (DC Familienduell) sowie Dominik Schmidt und Pascal König von den BULL Dartern Leonberg aus der Schwabenliga. Ergänzt wurde das Feld durch regionale Vertreter wie Mathias Rausenberger (DC DARTanions Wiernsheim) und Jörg Schippers, die den lokalen Dartsport repräsentierten.

Schon das Eröffnungsspiel zwischen Mensur Suljović und dem Lokalmatador Mathias Rausenberger machte deutlich, dass den Zuschauerinnen und Zuschauern Dartsport auf höchstem Niveau geboten wurde. Präzision, Tempo und Routine prägten die Begegnungen, die aufmerksam und begeistert verfolgt wurden.

Das Publikum feierte, jede 180 frenetisch. Mit den 1. Tiefenbronner Darts-Open wurde in der Biet-Gemeinde ein sportliches Ausrufezeichen gesetzt. Foto Georg Kost

Im weiteren Verlauf des Profi-Turniers kam es schließlich zum Finale, das ein Re-Match zwischen Mensur Suljović und Denis Hamidovic von der FVgg Neudorf Barbossa brachte. Nach einem zwischenzeitlichen Rückstand drehte Suljović die Partie und entschied das Endspiel klar mit 4:1 für sich.
Damit stand der erste Gewinner des ausgelobten Maurermeister-Hess Cups fest. Rang zwei belegte Denis Hamidovic, Platz drei ging an Florian Flickinger, der sich zuvor der Scoring-Stärke Hamidovics mit 1:3 hatte beugen müssen.

Trotz der langen Spieldauer blieb das Interesse des Publikums bis zuletzt hoch. Die Stimmung hielt sich durchgehend auf hohem Niveau – ganz so, wie es sich die Veranstalter erhofft hatten.
Das Organisationsteam aus Fußball- und Tennisvereinsnachbarn erhielt im Anschluss zahlreiche positive Rückmeldungen und zeigte sich insgesamt sehr zufrieden, auch wenn nicht alles reibungslos verlief und Technik sowie Zeitplan noch Optimierungspotenzial boten.

„Wer nichts probiert, lernt nichts – und wir haben einiges gelernt. Der Mut, die Chance zu nutzen und mit Mensur Suljović eine echte Koryphäe des Dartsports nach Tiefenbronn zu holen, ist für uns aber absolut aufgegangen“, erklärten die beiden Organisatoren Dennis Gindele und Nils Hof.
Hof, der zugleich als Turnierleiter fungierte, formulierte mit Blick auf die Länge des Abends ein klares Ziel: „Trotzdem würde ich mir ein Finale vor 2.00 Uhr im nächsten Jahr als Vorgabe setzen – also falls wir den Aufwand nochmals so betreiben wollen.“
Dennis Gindele, Co-Organisator und Initiator, ergänzte: „Ich bin froh, dass sich der große Aufwand vor dem Turnier in gute Stimmung umwandeln ließ. An Zeitplan und Technik gibt es immer Verbesserungsmöglichkeiten. Für die erste Durchführung bin ich aber sehr zufrieden.“

Manuel Hess, der maßgeblichen Anteil am Zustandekommen des Turniers hatte, zusammen mit Mensur Suljović, Tiefenbonns Bürgermeister Frank Spottek und Florian Flickinger. (v.l.n.r) Foto: Georg Kost

Einen maßgeblichen Anteil am Zustandekommen des Turniers hatte Manuel Hess, ehemaliger Vorsitzender des FV Tiefenbronn. Durch seine engen Verbindungen zum KSC Dart trug er entscheidend dazu bei, Profis, ambitionierte Ligaspieler und Amateure an einem Abend zusammenzubringen und dem Profi-Turnier mit dem Maurermeister-Hess Cup seinen Namen zu geben.
Entsprechend positiv fiel sein Fazit aus: „An dieser Stelle möchte ich mich bei den Verantwortlichen von FVT und TCT herzlich bedanken für die Organisation im Vorfeld und für den Mut, dieses Turnier gleich im großen Stil auszutragen.“ Sein besonderer Dank galt Florian Flickinger, ohne dessen Unterstützung diese Dimension nicht möglich gewesen wäre, sowie allen Teilnehmern, allen voran Mensur Suljović, der eigens aus Wien angereist war.
„Wie immer steht und fällt alles mit den Zuschauern, die das neue Sport-Format in Tiefenbronn angenommen haben“, betonte Hess weiter. Und er machte deutlich, dass dies erst der Anfang sein könne: „Ich denke, dass man an dieses Format anknöpfen kann, eigentlich sogar muss. Das Tiefenbronner Publikum hat seinem Ruf wieder alle Ehre gemacht.“
Bei aller Euphorie erinnerte er zugleich daran, dass eine solche Veranstaltung vollständig ehrenamtlich getragen werde. Dass selbst ein internationaler Profi wie Suljović die Organisation und Atmosphäre in der kleinen Gemeinde ausdrücklich lobte, wertete Hess als besonderen Ritterschlag – für Tiefenbronn und für die engagierten Ausrichter gleichermaßen.   < Zur Fotogalerie >