
Am Samstag wird der Talbachhof in Lehningen zum Treffpunkt des zweiten Traktor und Oldtimertreff. Foto: Georg Kost
TIEFENBRONN-LEHNINGEN, 12.08.2026 (rsr) – Es ist dieser ganz eigene Klang, der Oldtimerfreunden das Herz höherschlagen lässt: Ein alter Lanz-Bulldog setzt sich schwerfällig in Bewegung, irgendwo knattert ein Porsche-Traktor, daneben glänzt ein liebevoll restaurierter Käfer in der Sonne. Dazu der Geruch von Diesel, Öl und frisch gemähtem Gras – und später mischen sich Gitarrenriffs und Rock’n’Roll unter das charakteristische Brummen alter Motoren. Genau diese Mischung erwartet die Besucher am Samstag, 15. August, beim zweiten Traktor- und Oldtimertreffen auf dem Talbachhof Bossert in Tiefenbronn-Lehningen. Der Eintritt auf das gesamte Festivalgelände ist kostenlos.
Ab 10 Uhr wird auf dem Talbachhof der offizielle Ausschank geöffnet. Dann dürfte es für Liebhaber historischer Technik einiges zu entdecken geben. Im Mittelpunkt stehen Traktoren und Oldtimer aus vergangenen Jahrzehnten, bei denen nicht allein die glänzende Lackierung zählt. Für Kenner beginnt der Spaß oft erst beim Blick unter die Haube: Welcher Motor steckt darin? Wie viele Zylinder arbeiten dort? Welche Besonderheiten hat die Konstruktion? Und vor allem: Wie klingt die Maschine, wenn sie angelassen wird?
Gerade die alten Traktoren erzählen ihre eigene Geschichte. Ein Lanz-Bulldog mit seinem unverwechselbaren Einzylinder-Zweitakt-Glühkopfmotor ist für viele mehr als ein landwirtschaftliches Fahrzeug. Sein charakteristisches Stampfen und die besondere Startprozedur gehören zu jener Technik, die bei eingefleischten Traktorfans bis heute für leuchtende Augen sorgt. Auch Porsche-Traktoren, einst unter dem Namen Porsche-Diesel gebaut, gehören zu den begehrten Zeugen einer Zeit, in der robuste Technik, einfache Konstruktionen und Wartungsfreundlichkeit den Alltag auf den Höfen bestimmten.

Das Team um Marvin Bossert beim Aufbau der Bühne, wo am Samstagabend die Band 200 Bar die Party eröffnet und später an Phinex übergibt. Foto: Talbachhof Bossert
Doch nicht nur auf den Feldern haben automobile Klassiker Geschichte geschrieben. Auch bei den Pkw dürfte es manches Fahrzeug geben, bei dem Besucher zweimal hinschauen. Der legendäre VW Käfer gehört ebenso zur automobilen Erinnerungskultur wie weitere Klassiker, die bei Oldtimerliebhabern für sprichwörtliche Wallungen sorgen. Für die einen ist es die Form, für die anderen der Motor, die Technik oder eine persönliche Erinnerung an frühere Zeiten. Und für die ganz eingefleischten Fans beginnt beim Anblick eines solchen Klassikers sofort das Fachsimpeln über Baujahre, Motorvarianten, Originalteile und Restaurierungen.
Genau dieses Fachsimpeln gehört zum Charakter des Treffens. Auf dem Talbachhof geht es nicht darum, historische Fahrzeuge einfach nur aufzustellen. Sie sollen aus nächster Nähe erlebt werden können. Besitzer und Liebhaber kommen miteinander ins Gespräch, vergleichen ihre Schätzchen und tauschen Erfahrungen über Restaurierung, Ersatzteile und Technik aus. Dabei trifft geballtes Fachwissen auf neugierige Besucher, die vielleicht erstmals erfahren, warum ein alter Traktor ganz anders klingt als ein moderner Schlepper.
Das Treffen ist zugleich ausdrücklich ein Fest für die ganze Familie. Während sich die Erwachsenen zwischen den historischen Maschinen umsehen und über Motoren, Karosserien und längst vergangene Fahrzeuggenerationen austauschen, wartet auf die jüngsten Besucher ein großes Kinderparadies zum Spielen und Toben. „Wir möchten, dass sich alle Generationen bei uns wohlfühlen. Während die Erwachsenen gemütlich zusammensitzen und die historischen Maschinen bewundern, können unsere kleinen Gäste in unserem großen Kinderparadies nach Herzenslust spielen, toben und eine tolle Zeit haben“, sagt Marvin Bossert.
Auch kulinarisch ist auf dem Talbachhof einiges geboten. Für die Bewirtung sorgt BBQ Event-Catering, dazu gibt es kühles Bier von Adlerbräu. Eine Cocktailbar ergänzt das Angebot und sorgt dafür, dass der Übergang vom Oldtimertreffen zum Abendprogramm auch kulinarisch und gesellig gelingt.
Denn wenn der Nachmittag langsam in den Abend übergeht, verändert sich auch die Geräuschkulisse auf dem Talbachhof. Aus dem charakteristischen Knattern und Brummen der historischen Maschinen wird ab 17 Uhr zunächst der Sound von 200 Bar. Die Party-Rock-Coverband eröffnet das musikalische Abendprogramm und bringt die Bühne zum Beben. Ab 20 Uhr übernimmt Phinex und setzt mit mitreißender Livemusik und Rock-Klassikern den nächsten Akzent.
Dann treffen zwei Welten aufeinander, die erstaunlich gut zusammenpassen: alte Maschinen und alter Rock. Wo am Vormittag noch über Hubraum, Getriebe, Glühkopf und Baujahre gefachsimpelt wurde, bestimmen am Abend Schlagzeug, Gitarren und Rock’n’Roll den Rhythmus. Der Talbachhof wird zur Bühne für eine besondere Mischung aus landwirtschaftlicher und automobilhistorischer Nostalgie und moderner Feierlaune.
Damit dieses besondere Fest überhaupt stattfinden kann, sind knapp 50 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer im Einsatz. Sie sorgen unter anderem für Ausschank, Bewirtung und einen reibungslosen Ablauf des Veranstaltungstages.
Der Talbachhof ist von Lehningen aus in wenigen Minuten gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar. Da in diesem Jahr vor Ort nur sehr wenige und begrenzte Parkmöglichkeiten zur Verfügung stehen, bittet der Veranstalter darum, von einer Anfahrt mit dem Auto zum Talbachhof abzusehen.
Der Besuch des Festivalgeländes ist kostenlos. Damit ist das Treffen auch für spontane Besucher interessant, die einfach einmal historische Traktoren und automobile Klassiker aus nächster Nähe erleben, mit Liebhabern ins Gespräch kommen oder den Tag bei Livemusik ausklingen lassen möchten.
