Schnelle Hilfe, wenn jede Minute zählt

Neues HvO-Fahrzeug offiziell in Dienst gestellt

bei Georg Kost

Durch Spenden von Unternehmen, Vereinen, Institutionen und Privatpersonen und zahlreichen Sachleistungen wurde das HvO Farhrzeug des DRK Ortsverein Neuhausen finanziert.  Foto: Georg Kost

NEUHAUSEN, 22.09.2026 (rsr) – Bei einem medizinischen Notfall können wenige Minuten entscheidend sein. Genau hier setzt das Helfer-vor-Ort-System (HvO) des DRK-Ortsvereins Neuhausen an. Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte werden parallel zum Rettungsdienst alarmiert und überbrücken die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungswagens oder Notarztes. Sie beginnen mit lebensrettenden Sofortmaßnahmen, übernehmen die medizinische Erstversorgung, stabilisieren Patienten und stehen auch Angehörigen in der akuten Ausnahmesituation zur Seite. Rund 200 Mal im Jahr wird das Neuhausener HvO-Team inzwischen alarmiert – und ist damit zu einer festen Größe der medizinischen Erstversorgung in allen vier Ortsteilen geworden.

Damit die Helfer auch künftig möglichst zuverlässig und unabhängig ausrücken können, hatte der DRK-Ortsverein im Dezember vergangenen Jahres eine Spendenaktion für ein eigenes Fahrzeug gestartet. Bis dahin musste das HvO-Team auf das Mannschaftstransportfahrzeug des Ortsvereins zurückgreifen. Der Wagen erfüllt allerdings zahlreiche weitere Aufgaben: Er wird unter anderem vom Jugendrotkreuz genutzt, steht der Bereitschaft bei Einsätzen zur Verfügung, wird für die regelmäßige Leerung der Altkleidercontainer eingesetzt und kommt bei Fortbildungen und Vereinsfahrten zum Einsatz. Ist das Fahrzeug anderweitig gebunden, steht es den Helfern vor Ort für einen medizinischen Notfall nicht unmittelbar zur Verfügung.

Für Neuhausens Bereitschaftsleiter Steffen Haug war deshalb klar, dass eine zusätzliche, dauerhaft verfügbare Fahrzeuglösung erforderlich ist. Gerade bei einem System, dessen Stärke in der schnellen Verfügbarkeit der ehrenamtlichen Helfer liegt, kann die parallele Nutzung eines einzigen Fahrzeugs zum Problem werden. Mit einem zweiten Fahrzeug sollen die unterschiedlichen Aufgaben des Ortsvereins künftig besser voneinander getrennt und zugleich die Einsatzbereitschaft des HvO-Teams verbessert werden.

Bei der Anschaffung hatte der Ortsverein von Beginn an konkrete Vorstellungen. Gesucht wurde ein gebrauchter, benzinbetriebener Pkw mit Allradantrieb und einer Leistung von etwa 150 PS. Für das Fahrzeug selbst waren rund 25.000 Euro kalkuliert. Hinzu kamen die Kosten für den notwendigen Ausbau zu einem einsatzgeeigneten Fahrzeug. Diese Arbeiten übernahm ein Fachunternehmen aus Neuhausen.

Die Wahl fiel schließlich auf einen VW Tiguan Comfortline mit 140 kW beziehungsweise 190 PS, DSG-Getriebe und Allradantrieb. Das Fahrzeug bietet Platz für bis zu vier Personen und ist für die besonderen Anforderungen des Helfer-vor-Ort-Dienstes ausgestattet. Damit verfügt das DRK nun über ein Fahrzeug, das ausschließlich für die schnelle medizinische Erstversorgung zur Verfügung stehen kann.

Dass diese Anschaffung und der Ausbau in dieser Form möglich wurden, ist zugleich Ausdruck einer großen Unterstützung für die Arbeit des Ortsvereins.

Am Sonntag wurde das neue Fahrzeug erstmals offiziell der Bevölkerung vorgestellt. Foto: Georg Kost 

Vorsitzende Andrea Volz verwies bei der offiziellen Indienststellung am Sonntagnachmittag auf die breite finanzielle und ideelle Beteiligung. Der DRK-Ortsverein konnte 25.000 Euro Eigenkapital aufbringen. Für Ausbau und Ausstattung wurden weitere 15.000 Euro investiert. Hinzu kamen 23.280 Euro an Spenden von Unternehmen, Vereinen, Institutionen und Privatpersonen. Ergänzt wurde die finanzielle Unterstützung durch zahlreiche Sachleistungen, die vom eigentlichen Fahrzeugausbau bis hin zu einzelnen Ausstattungsgegenständen wie Feuerlöschern reichten.

Damit sei das Fahrzeug zu einem gemeinsamen Projekt geworden, das von vielen Menschen getragen werde, machte Volz deutlich. Die Spendenbereitschaft habe gezeigt, welchen Stellenwert die schnelle medizinische Hilfe vor Ort in der Gemeinde besitzt. Jede einzelne Unterstützung habe dazu beigetragen, das Vorhaben zu verwirklichen. Mit dem neuen Fahrzeug werde nicht nur in Technik und Ausstattung investiert, sondern vor allem in schnelle Hilfe, Sicherheit und die Gemeinschaft.

Das neue HvO Fahrzeug des DRK Neuhausen stand am Sonntag bei seiner Indienststellung im Mittelpunkt des Interesses. Foto: Georg Kost

Für die Helfer vor Ort verbindet sich mit der Indienststellung deshalb mehr als die Übergabe eines neuen Einsatzfahrzeugs. Das Fahrzeug schafft die Voraussetzung dafür, dass ausgebildete ehrenamtliche Einsatzkräfte auch künftig möglichst schnell zu Menschen gelangen können, die dringend medizinische Hilfe benötigen. Wo es auf Minuten ankommt, soll der neue Tiguan dabei helfen, wertvolle Zeit zu überbrücken und die Erstversorgung einzuleiten, noch bevor der reguläre Rettungsdienst eintrifft.

Am Sonntag wurde das neue Fahrzeug erstmals offiziell der Bevölkerung vorgestellt. Auf dem Vorplatz der Monbachhalle verband der Ortsverein die Indienststellung mit einem Einblick in die praktische Arbeit von DRK und Rettungsdienst. Bürgermeisterin Sabine Wagner gratulierte dem Ortsverein zur Anschaffung und bestärkte die Helfer in ihrem Engagement. Sie nutzte die Gelegenheit zugleich, die Vorführungen aus nächster Nähe zu verfolgen und bei einer kleinen Rundfahrt das neue Einsatzfahrzeug selbst kennenzulernen.

Besonders anschaulich wurde die Arbeit der Einsatzkräfte bei zwei Schauübungen. Dabei wurde der Ablauf nach einem Verkehrsunfall dargestellt – von der ersten Versorgung der Verletzten über die weiteren rettungsdienstlichen Maßnahmen bis hin zur Reanimation. Die Übungen vermittelten den Besuchern einen Eindruck davon, wie viele Handgriffe in den ersten Minuten nach einem Notfall ineinandergreifen und wie wichtig das koordinierte Zusammenspiel der verschiedenen Einsatzkräfte ist.

Die Bevölkerung nahm die Einweihung und die Möglichkeit, das neue Fahrzeug sowie die Arbeit des DRK aus nächster Nähe kennenzulernen, gut an. Für den Ortsverein bot der Tag zugleich Gelegenheit, den vielen Unterstützern der Spendenaktion sichtbar zu machen, wofür ihre Hilfe eingesetzt wurde: in ein Fahrzeug, das künftig dann zur Stelle sein soll, wenn schnelle medizinische Hilfe besonders dringend gebraucht wird.