Nachwuchs misst sich auf höchster deutscher Ebene

Steinegg wird zum Treffpunkt der besten jungen Pétanque-Spieler

bei Georg Kost

195 junge Sportlerinnen und Sportler aus zehn Landesverbänden gingen am Wochenende bei den Deutschen Jugendmeisterschaft im Pétanque in Neuhausen-Steinegg an den Start. Foto: Georg Kost

NEUHAUSEN-STEINEGG, 14.09.2026 (rsr) – Zwei Tage lang gehörten die 33 Bahnen der Bouleanlage an der Leimenstraße dem deutschen Pétanque-Nachwuchs. In Steinegg trafen sich am vergangenen Wochenende 195 junge Sportlerinnen und Sportler aus zehn Landesverbänden zur Deutschen Jugendmeisterschaft. Der 1. FC Steinegg Bietbouler hatte die nationalen Titelkämpfe am 12. und 13. September ausgerichtet. Gespielt wurde um insgesamt acht deutsche Meistertitel.

Für Außenstehende wirkt Pétanque auf den ersten Blick vielleicht wie ein ruhiger Sport. Auf dem Platz geht es jedoch um weit mehr als darum, eine Kugel möglichst nah an eine kleine Zielkugel zu bringen. Präzision, Technik, Taktik und ein gutes Gespür für die jeweilige Spielsituation entscheiden darüber, welches Team am Ende die Nase vorn hat. Gerade bei den Nachwuchsspielern war in Steinegg zu beobachten, mit welcher Konzentration und mit welchem Ehrgeiz die Partien bestritten wurden.

Im Mittelpunkt stand das Triplette, bei dem jeweils drei Spieler gemeinsam gegen ein gegnerisches Team antreten. Gespielt wurde bis 13 Punkte. Die Nachwuchsspieler waren dabei in vier Altersklassen eingeteilt.
Bei den Minimes starteten die Jahrgänge 2015 und jünger. Die Cadets umfassten die Jahrgänge 2012 bis 2014, bei den Juniors gingen die Jahrgänge 2009 bis 2011 an den Start. Die älteste Klasse bildeten die Espoirs mit den Jahrgängen 2004 bis 2008.

Bei Juniors und Espoirs wurde zusätzlich die individuelle technische Klasse der Spieler geprüft. Im Tir de précision mussten vorgegebene Zielobjekte möglichst genau getroffen werden. Beim Pointeur kam es dagegen darauf an, die eigene Kugel so präzise wie möglich an das Ziel zu platzieren. Damit verlangte die Meisterschaft den älteren Nachwuchsspielern neben dem Zusammenspiel im Triplette auch besondere individuelle Fähigkeiten ab.

Der Weg zu den deutschen Meistertiteln führte über ein anspruchsvolles zweitägiges Turnierprogramm. Nach der Einschreibung am Samstag wurden die ersten Begegnungen ausgetragen und die Teilnehmer kämpften sich Runde für Runde in Richtung der entscheidenden Partien.
Am Sonntag folgten noch ausstehende Halbfinals, ehe die Finalbegegnungen über die Titel entschieden. Auf den Bahnen begegneten sich dabei Spielerinnen und Spieler mit ganz unterschiedlichem Alter und Erfahrungsstand – von den jüngsten Minimes bis zu den bereits deutlich routinierteren Espoirs.

195 junge Sportlerinnen und Sportler aus zehn Landesverbänden gingen am Wochenende bei den Deutschen Jugendmeisterschaft im Pétanque in Neuhausen-Steinegg an den Start. Foto: Georg Kost

Die 2024 eingeweihte Anlage in Steinegg bot dafür mit ihren 33 Bahnen ausreichend Platz. Auch die äußeren Bedingungen spielten während der beiden Wettkampftage mit. Rund 70 Betreuer und Coaches begleiteten die jungen Sportler. Für etwa 60 Kinder und Jugendliche aus dem Team Baden-Württemberg war die Deutsche Meisterschaft zugleich mit einem gemeinsamen Wochenende in Steinegg verbunden. Ein Teil von ihnen übernachtete im Freizeitheim auf Burg Steinegg, weitere Teilnehmer waren unter anderem im Forum Hohenwart, auf dem Campingplatz in Schellbronn und in Hotels der Region untergebracht.

Für die jungen Sportler standen während der Meisterschaft klare Regeln im Vordergrund. Auf dem Sportgelände galt ein striktes Handyverbot. Verstöße konnten zunächst mit einer Verwarnung geahndet werden, im schlimmsten Fall drohte der Ausschluss vom Wettbewerb. Auch Rauchen und Alkohol waren auf dem gesamten Veranstaltungsgelände untersagt. Die Vorgaben sollten den konzentrierten Ablauf der Jugendmeisterschaft sicherstellen.

Für den 1. FC Steinegg Bietbouler war die Deutsche Jugendmeisterschaft bereits die dritte große Meisterschaft auf Bundes- beziehungsweiße Landesebene. Der Verein hatte im vergangenen Jahr unter anderem die Deutschen Meisterschaften der Frauen im Triplette und im Tireur-Wettbewerb sowie Baden-Württembergische Landesmeisterschaften im Tête-à-Tête und Tireur ausgerichtet. Auch diesmal waren zahlreiche Helfer im Einsatz, die sich um Spielflächen, Bewirtung, Parkplätze und die Betreuung der Teilnehmer kümmerten.

Für rund 60 baden-württembergische Nachwuchsspieler begann das Meisterschaftswochenende bereits mit der Übernachtung auf Burg Steinegg. Am Veranstaltungsgelände standen zudem gemeinsames Frühstück und Mittagessen auf dem Programm. So wurde aus den deutschen Titelkämpfen nicht nur ein intensives Sportwochenende, sondern auch ein gemeinsames Erlebnis für den Pétanque-Nachwuchs aus verschiedenen Regionen Deutschlands.

Die Bouleanlage an der Leimenstraße bot damit zwei Tage lang die Bühne für die nächste Generation des deutschen Pétanque-Sports. Zwischen taktisch geprägten Triplette-Partien und den Präzisionswettbewerben der älteren Jahrgänge wurde deutlich, wie vielseitig der Sport mit den Kugeln sein kann – und wie viel Können bereits im Nachwuchsbereich dahintersteckt. < Fotogalerie >