
Der 1. FC Steinegg-Bietbouler e.V. richtet auf seinem Vereinsgelände am Wochenende die Deutsche Meisterschaften im Pétanque der Jugend aus. Archivfoto: Georg Kost
NEUHAUSEN-STEINEGG, 11.09.2026 (rsr) – Jetzt wird es ernst auf der Bouleanlage an der Leimenstraße: Am kommenden Wochenende, 12. und 13. September, wird Steinegg zum bundesweiten Treffpunkt des Pétanque-Nachwuchses. Der 1. FC Steinegg Bietbouler e. V. richtet die Deutsche Meisterschaft der Pétanque-Jugend aus. Vorsitzender Uwe Birringer blickt dem Meisterschaftswochenende mit Vorfreude entgegen. Für den Verein ist die Veranstaltung eine weitere hochkarätige Sportveranstaltung, die nach Steinegg führt.
Die Bietbouler erwarten ab Freitagnachmittag zwischen 200 und 250 Jugendspielerinnen und Jugendspieler aus ganz Deutschland. Zehn Landesverbände schicken ihre Nachwuchstalente zur Deutschen Meisterschaft. Begleitet werden die Jugendlichen von rund 70 Betreuern und Coaches. Damit wird die Meisterschaft nicht nur sportlich, sondern auch organisatorisch zu einer großen Herausforderung für den ausrichtenden Verein.
Im Mittelpunkt stehen drei unterschiedliche Disziplinen. Neben dem klassischen Triplette, bei dem drei Spieler gemeinsam gegen ein anderes Team antreten und eine Partie bis 13 Punkte gespielt wird, stehen Präzisionswettbewerbe auf dem Programm. Je nach Altersklasse werden die deutschen Meister sowohl im Präzisionsschießen als auch in Legewettbewerben ermittelt.
Vier Altersklassen kämpfen um die Titel
Das Triplette wird in vier Altersklassen ausgetragen. Bei den Minimes starten die Jahrgänge 2015 und jünger. Die Cadets umfassen die Jahrgänge 2012 bis 2014, bei den Juniors treten die Jahrgänge 2009 bis 2011 an. Die Espoirs bilden mit den Jahrgängen 2004 bis 2008 die älteste Jugendklasse. Die Einteilung gilt für das Meisterschaftsjahr 2026.
Die beiden technischen Wettbewerbe setzen jeweils eigene Schwerpunkte. Beim Tir de précision, dem Präzisionsschießen, kommt es auf das möglichst genaue Treffen vorgegebener Zielobjekte an. Im Pointeur steht dagegen das präzise Legen der eigenen Kugel im Vordergrund. Beide Wettbewerbe werden bei den Juniors und Espoirs ausgetragen. Insgesamt werden damit acht deutsche Jugendmeisterschaften entschieden.
Baden-Württemberg mit großem Aufgebot
Für den gastgebenden Landesverband Baden-Württemberg ist die Deutsche Meisterschaft ein Heimspiel mit einem umfangreichen Aufgebot. Insgesamt wurden 18 Triplette-Mannschaften nominiert: vier bei den Minimes, vier bei den Cadets sowie jeweils fünf bei Juniors und Espoirs. Hinzu kommen vier baden-württembergische Starter in den beiden Einzelwettbewerben.
Bei den Minimes vertreten Bo Wanda Wagner, Maila Pinnekamp und Oskar Haubrich, Moritz Wickert, Nora Wickert und Wiktor Ryborz, Amelia Eschbach, Ben Reichel und Maurice Gaudefroy sowie Anton Sdzuj, Oskar Ryborz und Carla Günther den BBPV. Bei den Cadets treten Fiona Butterling, Noea Hamion und Finn Hanrath, Alisa Pinnekamp, Jakob Kahl und Colin Kumbera, Tomasz Kasper, Benedikt Schiele und Hannah Sophie Müller sowie Noah Emil Machauer, Lena-Michelle Gamm und Dominic Beaupoil an.
Bei den Juniors gehen Fabian Spann, Janaina Cabrera und Dario Kraleski, Franziska Hetzel, Lucas Machauer und Gianluca Leopardi, Maxim Beaupoil, Philipp Rogat und Hannah-Sophie Thron, Lorin Kilthau, Adrjan Jashari und Jakob Uhrig sowie Aliyah Kumbera, Johanna Kahl und Luis Felipe Steidl an den Start.
Das Espoirs-Feld bilden Annika Heine, Béla Augustin Mössinger und Hugo Moreno, Kevin Kumbera, Tobias Greuling und Nils Kräuter, Carmen Claus, Emanuel Ahemetaj und Svenja Bauer, Adreju Hugo, Alexander Hein und Katharina Fucec sowie Leon Kühlwein, Niklas Weiß und Sofian Sakkai.
Auch bei den Präzisionswettbewerben ist Baden-Württemberg vertreten. Bei den Juniors startet Gianluca Leopardi im Tir de précision, Lucas Machauer im Pointeur. Bei den Espoirs tritt Nils Kräuter im Präzisionsschießen an, Carmen Claus im Pointeur. Für diese Wettbewerbe gelten 2026 geänderte Regeln.
Titelverteidiger vor der nächsten Bewährungsprobe
Ein Blick auf die Deutschen Jugendmeisterschaften 2025 zeigt, wie eng die Spitze im Nachwuchsbereich beieinanderliegt. Bei den Espoirs gewann das rheinland-pfälzische Trio Leander Becker, Ella Koch und Finn Ochsenreither. Die Silbermedaille ging an Béla Mössinger, Levi Pfeffinger und Gabriel Huber aus Baden-Württemberg.
Bei den Juniors holten Ben Haug, Maria Hein und Emil Croissant aus Rheinland-Pfalz den Titel. Lucas Machauer, Janaina Cabrera und Dario Kraleski aus Baden-Württemberg wurden Vizemeister. Bei den Cadets setzte sich das Berliner Trio Cem Yildiz, Mauritz Schwarte und Milan Zeug durch, während das baden-württembergische Team mit Fiona Butterling, Finn Hanrath und Franziska Hetzel Silber gewann.
Bei den Minimes ging der Titel an das hessische Trio Philipp Lau, Chiara Fagiolino und Milo Peter. Silber holten Harim Karisani, Julian Baumeister und Serafym Astakhov aus Bayern. Auch in den technischen Disziplinen reisen die Titelträger des vergangenen Jahres mit entsprechendem Anspruch an. Bei den Juniors gewannen Tobias Moritz im Tir de précision und Juri Laudien im Pointeur. Bei den Espoirs setzten sich Justin Neu im Präzisionsschießen und Leander Becker im Pointeur durch.
Samstag beginnt mit der Einschreibung
Der eigentliche Meisterschaftsbetrieb beginnt am Samstagmorgen. Ab 8 Uhr werden die Teilnehmer eingeschrieben, gegen 9 Uhr sollen die ersten Partien beginnen. Für den ersten Wettkampftag rechnen die Bietbouler mit einem Ende gegen 18.30 Uhr.
Am Sonntag geht es ebenfalls ab 8 Uhr weiter. Dann stehen zunächst die letzten Halbfinals auf dem Programm, bevor am Nachmittag die Finalspiele ausgetragen werden. Anschließend werden die neuen Deutschen Jugendmeister geehrt.
Für die Bietbouler bedeutet das Wochenende eine erneute große organisatorische Aufgabe. Bereits mit der Deutschen Meisterschaft der Frauen im Triplette und Tireur hatte der Verein in diesem Jahr Erfahrung mit einer nationalen Meisterschaft gesammelt. Nun steht mit der Jugend-DM die nächste Großveranstaltung auf der Steinegger Bouleanlage an.
Dabei passt die Meisterschaft auch zur Entwicklung der örtlichen Nachwuchsarbeit. Die Bietbouler haben eine Kooperation mit der Gesamtschule Neuhausen/Steinegg aufgebaut und dort erste Boule-Sportstunden angeboten. Die Jugendmeisterschaft bietet nun die Gelegenheit, den Nachwuchssport auf nationaler Ebene unmittelbar vor Ort zu erleben.
Wenn am Samstagmorgen die ersten Kugeln auf den Bahnen an der Leimenstraße rollen, geht es für die jungen Sportler um deutsche Meistertitel – für die Bietbouler beginnt dann zugleich das Meisterschaftswochenende, auf das der Verein seit Monaten hingearbeitet hat.
Für Besucher und Teilnehmer gibt es zugleich einige Regeln zu beachten. Die Bietbouler bitten darum, den Anweisungen der Parkplatzbetreuer zu folgen. Auf dem gesamten Veranstaltungsgelände gilt während des Meisterschaftswochenendes außerdem ein Alkohol- und Rauchverbot.
