
Calwer Stadtgarten: Ein Naturerlebnis, das Jung und Alt Freude macht . Foto: Stadt Calw
CALW, 19.09.2026 (pm) – Mit der Eröffnung der beiden Rutschen ist der neu gestaltete Calwer Stadtgarten nun offiziell eingeweiht. Im Rahmen einer Feierstunde für geladene Gäste blickten Oberbürgermeister Florian Kling, Architekt Patrick Humpert sowie weitere am Projekt Beteiligte auf die Arbeiten zurück.
Der rund sieben Hektar große Stadtgarten beginnt wenige Hundert Meter hinter dem Marktplatz und führt bis zum Teilort Wimberg den Schwarzwald nach oben. 2018 verwüstete ein schwerer Sturm weite Teile der Anlage. Danach wurde er kaum noch als Naherholungszone genutzt. Im Rahmen des Bürgerbeteiligungsformats Bürgerforum Innenstadt kam der Wunsch auf, das zu ändern. Zahlreiche Architekten waren eingeladen, ihr Konzept für den Stadtgarten im Rahmen eines Wettbewerbs einzureichen. Am meisten überzeugte der Entwurf des Büros Humpert + Kösel-Humpert aus Karlsruhe – unter anderem mit der Idee der Rutschen.
Die beiden 43 und 17 Meter langen Metallröhren bilden jedoch nur „das i-Tüpfelchen“ des neu gestalteten Gartens, so OB Kling. Seit dem Herbst 2023, als die Arbeiten begannen, ist auch darüber hinaus viel Neues entstanden. So wurden neue Bäume und Pflanzen eingesetzt, Sitzgelegenheiten geschaffen, eine kleine Freilichtbühne aufgebaut und der Panoramasteg eingeweiht, von dem aus man einen fantastischen Blick über die Hesse-Stadt hat. Für natürliche Abkühlung sorgt die Kaltluftschneise, die durch die Entsiegelung eines Parkplatzes und die entsprechende Gestaltung des Waldrands entstanden ist. Werte wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit können seit Kurzem in Echtzeit abgerufen werden. Dank Sensortechnik, die in Zusammenarbeit mit dem Jugendforschungszentrum installiert wurde.

Die Rutschen sollen mit der Zeit ein fester Bestandteil des Alltags in Calw werden. Foto: Stadt Calw
Der Stadtgarten sei ein Ruheraum in der Natur – und das mitten in der Stadt, sagte OB Kling. Darüber hinaus zeige der erneuerte Stadtgarten eindrucksvoll, was Bürgerbeteiligung erreichen kann. Ideen, die im Bürgerforum eingebracht wurden, sind heute Realität. Dem entgegen stehen das Schlechtgerede und Prophezeiungen von Vandalismus-Schäden in Sozialen Medien. Doch, gab Kling zu bedenken, wenn man sich nur darauf konzentrieren würde, könnte man als Stadt gar nichts mehr umsetzen. „Ich bin zuversichtlich, dass es funktioniert.“
Architekt Patrick Humpert zeigte sich gerührt von der guten Stimmung im neuen Stadtgarten. Dort war zum Zeitpunkt der Einweihung nämlich schon alles für das erste Sunset Picknick hergerichtet: Sitzsäcke, Liegestühle, Bars und Essensstände sowie ein DJ-Pult. Und die ersten Neugierigen waren auch schon da. Das Konzept komme gut an. Und das sei das Wichtigste.
Der Stadtgarten ist ein zentraler Baustein der Planungen für eine klimaresilientere Innenstadt, die die Stadt Calw intensiv vorantreibt. Deshalb wurde das Projekt auch mit 1,35 Millionen Euro aus Fördermitteln des Bundes zur Klimaanpassung von Kommunen bezuschusst, was 90 Prozent der im Vorfeld veranschlagten Gesamtkosten ausmacht. Die Rutschen machen davon nur etwa zehn Prozent aus. Dass Calw die Fördermittel des Bundes erhalten hat, ist unter anderem den beiden Bundestagsabgeordneten des Wahlkreises Calw (Freudenstadt Saskia Esken (SPD) und Klaus Mack (CDU) zu verdanken. Sie hatten sich in Berlin für die Hesse-Stadt stark gemacht. Für Esken ist der Stadtgarten ein wichtiger Ort – hier könne man sich aufhalten, egal ob man einen kleinen oder großen Geldbeutel hat. Öffentliche Flächen müssten ständig neu erfunden werden. Das sei hier, in ihrer Heimatstadt und dem „schönsten Wahlkreis Deutschlands“, gelungen. Dem schloss sich Mack an: „Der neu gestaltete Stadtgarten soll ein Ort für alle sein: Kinder, Familien, ältere Menschen und alle, die gerne Zeit in der Natur verbringen.“ Ein Highlight seien dabei die Rutschen. „Die neue Attraktion kommt direkt bei den Menschen an bei den Bürgerinnen und Bürgern von Calw, aber natürlich auch bei den Gästen der Stadt.“
Die kleinere der beiden Rutschen war eine Spende der Sparkasse Pforzheim Calw anlässlich des 950. Jubiläum der Stadt 2025. „Ich war sofort begeistert von der Idee der Rutschen“, sagte Sven Eisele, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Pforzheim Calw, in seinem Grußwort. Die Rutschen seien nicht nur ein Spielgerät, sondern gehörten zur Infrastruktur. Dass die Sparkasse etwas dazu beiträgt, sei daher nur logisch gewesen.
Tatsächlich sollen die Rutschen mit der Zeit ein fester Bestandteil des Alltags in Calw werden. Berufstätige, die vom Wimberg in die Innenstadt müssen, Schülerinnen und Schüler, die die innenstädtischen Schulen besuchen oder jene, die auf die Berufsschulen auf dem Wimberg gehen und unten wohnen – sie können künftig einen Teil ihres Weges rutschen. Dass die Idee verfängt, zeigte sich bereits am Tag der Einweihung: Schlangen bildeten sich vor den Rutschen, lachende Gesichter, ein bisschen Aufregung und viele Jubelschreie. „So mag ich Calw am liebsten: Wenn die Menschen zusammenkommen, um eine gute Zeit zu haben“, freute sich Oberbürgermeister Florian Kling.
