
Hitze und Trockenheit haben die diesjährige Apfelernte im Enzkreis vielerorts beeinträchtigt. Symbolfoto: infopress24.de
ENZKREIS, 21.10.2026 (pm) – Hitze und Trockenheit haben die diesjährige Apfelernte im Enzkreis vielerorts beeinträchtigt. Während einzelne Streuobstwiesen noch gute Erträge lieferten, blieben zahlreiche Bäume nahezu ohne Früchte. Dennoch kamen beim Garten- und Landschaftsbaubereich mlgreen von miteinanderleben insgesamt 62 Tonnen Äpfel zusammen.
Wie unterschiedlich die Ernte ausfiel, zeigte sich auch an den Annahmestellen in Ispringen, Neuhausen und Illingen. Dort berichteten zahlreiche Bürger, dass ihre Apfelbäume in diesem Jahr kaum oder gar keine Früchte getragen hätten. Vor allem in trockeneren Lagen blieb die Ausbeute gering.
Neben den Witterungsbedingungen könnte auch die sogenannte Alternanz eine Rolle gespielt haben. Bei diesem natürlichen Phänomen wechseln sich ertragreiche und ertragsarme Jahre ab. Zusätzlicher Wetterstress kann diese Schwankungen verstärken.
Äpfel für Saft, Chips und Eis
Die 62 Tonnen stammen sowohl von den eigenen Ernteflächen als auch von Obst, das Bürger an den drei Annahmestellen abgaben. Die gesammelten Äpfel werden unter anderem zu Streuobstsaft, Apfelchips und Apfeleis verarbeitet.
Erstmals kam bei der Ernte ein spezieller Ernteschirm der Firma Harter zum Einsatz. Das System kombiniert einen Schüttler mit einem selbstfahrenden Auffangschirm. Dadurch können Äpfel direkt am Baum geerntet und aufgefangen werden. Die technische Unterstützung erleichtert die Arbeit und eröffnet auch Menschen mit unterschiedlichen körperlichen Voraussetzungen bessere Einsatzmöglichkeiten.
Streuobstpflege und Inklusion
Bei mlgreen steht neben der Obsternte die langfristige Pflege der Streuobstwiesen im Mittelpunkt. Zum Arbeitsbereich gehören der Baumschnitt, die Bewässerung und die Neupflanzung von Obstbäumen. Hinzu kommen Mäharbeiten und die Entfernung von Wildwuchs, um artenreiche Wiesen zu erhalten.
Das Projekt verbindet damit den Schutz der Streuobstbestände mit inklusiven Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung. „62 Tonnen trotz Dürre zeigen: Inklusion und der Erhalt unserer Streuobstwiesen greifen hier perfekt ineinander. Dieses erfolgreiche Projekt werden wir weiter ausbauen“, sagt Julian Raible, Projektleiter und Organisator der Obsternte.
Streuobstwiesen prägen die Kulturlandschaft des Enzkreises und bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum. Miteinanderleben will das Projekt deshalb in den kommenden Jahren weiterentwickeln.
