Winterträume – ein musikalischer Winterspaziergang

bei Georg Kost

Jubiläumskonzert 160 Jahre Männerchor Freundschaft Tiefenbonn

Christophorus Kantorei Altensteig beim Gala-Konzert in Tiefenbronn. Foto infopress24.de

TIEFENBRONN, 30.11.2019 (rsr) –  Beeindruckend bis still berührt. So und ähnlich umschrieben Besucher am Samstag das „vorweihnachtliche Galakonzert“ aus Anlas des 160 jährigen Bestehen des Männerchor Freundschaft Tiefenbronn, in der ausverkauften Kirche St. Maria Magdalena.
Die Besucher wurden Zeuge eines musikalischen Gesangereignisses auf hohem Niveau.

Im Kirchenraum erklangen glänzend aufgeleg­ten Stimmen mit einer ausgewogenen Liedauswahl, bei der das Publikum mit Begeisterung dabei war, auch um bei einigen Stücken selbst mitzusingen.
Dafür verantwortlich zeichneten sich der Gastgebende Männerchor Tiefenbronn, aber vor allem die nationalen und internationalen Musikgrößen der „Christophorus-Kantorei und dem Christophorus Kinderchor“ Altensteig, dem Oberstimmenchor des Christophorus-Gymnasiums, dem etwa 60 Jungen und Mädchen im Alter von zehn bis 14 Jahren angehören und dem Publikum zahlreiche Gänsehautmomente bescherten.
Seit mehr als nunmehr 15 Jahren veranstaltet der Männerchor Tiefenbronn Konzerte in der Vorweihnachtszeit und sorgt damit immer wieder für emotionale Abende.

Mit der Pflege des Liedguts und des Gesangs geben sie dem Musik- und Kulturleben in der Gemeinde Tiefenbronn wichtige Impulse, so Bürgermeister Frank Spottek in seiner Laudation auf den Jubiläumschor. Dem Männerchor sei es in den vielen Jahrzehnten seins Bestehen immer gelungen, das Leben in der Gemeinde mit vielfältigen Aktivitäten kulturell zu bereichern.
Als einen Höhepunkt der musikalischen Laufbahn bezeichnete Frank Spottek die Verleihung der Zelter Plakette im Jahr 1959, die höchste Auszeichnung die einem Chor in der Bundesrepublik verliehen wird. Obendrein bescheinigte Bürgermeister Spottek dem Männerchor unter der musikalischen Leitung von Dirigent Richard Reiling und Vorstand Steffen Mauerer ein hohes Maß an Idealismus.

Bürgermeister Frank Spottek bei der Laudatio. Foto infopress24.de

Das Konzert „Winterträume – Musik wie ein Winterspaziergang“ präsentierte sich in drei Akten, die von Heinz Niggemann anmoderiert wurden und er dazu aufforderte sich vom musikalischen Regenbogen im Hinblick auf die bevorstehenden Festtage verzaubern zu lassen.

Sehr gut gewählt war die Einführung in den Konzertabend, wo gleich zu Beginn der Männerchor von der Empore aus „Klänge der Freude“ von Edward William Elgar erklingen ließ, dessen Hymne „Land of Hope and Glory“ die wohl wichtigste inoffizielle Hymne des englischen Königreichs ist und Elgar weltbekannt machte und heute alljährlicher Höhepunkt von „Last Night oft the Proms“ ist.

Mit Händels „Tochter Zion, freue dich“ unterstrichen die beiden Chöre der Christophorus-Kantorei Altensteig ihre extra Klasse. Eindrucksvoll, wie spürbar Stille unter den Gästen einkehrte und die Hektik des Alltags zu entfliehen schien.
Unter der künstlerischen Leitung von Verena Kellerer, die sich für den Christophorus Kinderchor verantwortlich zeichnet und dem Leiter der Christophorus-Kantorei Michael Nonnenmann, sang der Kinderchor Ave Maria von Giulio Caccini, einem italienischem Komponisten und Sänger (1551-1618) dessen umfangreiche Texte mit entsprechenden Anweisungen zu seinen Werken, bis in die heutige Zeit eine wichtige Quelle darstellt.

Die eingangs erwähnten Gänsehautmomente folgten mit „The Snow“ von Edward William Elgar. Nach Werken von Johann Eccard „Übers Gebirg Maria geht“ und „Maria durch den Dornwald ging“ von Georg Goebel, sangen abwechselten Chor und Publikum „Es ist ein Ros entsprungen“ um auf den Männerchor der Freundschaft Tiefenbronn „Frieden“ von Gotthilf Fischer überzuleiten.

Winterträume – ein musikalischer Winterspaziergang. Foto infopress24.de

Eindrucksvoll aber noch mehr Ausdruckstark dargeboten war „Lux Aurumque“ (Licht und Gold) eine Komposition Eric Whitacre aus dem Jahr 2000, dessen Ursprung in einem lateinischen Gedicht zu suchen ist. Danach leitet das Programm über zu John Rutter und dessen Werk Angels` Carol und Laudate omnes gentes („Lob singt, ihr Völker alle“), hin zu Felix Mendelssohn Bartholdy und „Denn er hat seine Engel befohlen“.
Notre Père von Maurice Durufle und Baba yetu – Trad. Swahili, nach einem Arrangement von Carsten Wegner und weitere Chorstücke wurden zu Gehör gebracht auch unter Einbeziehung der Gäste beim gemeinsamen Singen, ehe ein berührender Konzertabend endete.  < Fotogalerie >