Wasser ist knapp in Bächen und Flüssen

bei Georg Kost

Entnahme von Wasser aus Bächen ist weiterhin unzulässig

Die Würm hat derzeit einen geringen Wasserstand. Foto infopress24.de

BÖBLINGEN, 10.08.2020 (pm) – Die Wasserstände bewegen sich in vielen Bächen und Flüssen Baden-Württembergs der Jahreszeit entsprechend im Bereich der mittleren Niedrigwasserstände. Zusätzliche Wasserentnahmen können das ökologische Gleichgewicht beeinträchtigen und den Fischbestand gerade in den Sommermonaten gefährden, da mit steigenden Wassertemperaturen die Konzentration von verfügbarem Sauerstoff im Gewässer abnimmt. Davon sind insbesondere kleinere und mittlere Bäche betroffen. Auch im Landkreis Böblingen sind die Wasserstände niedrig.

Deshalb ist es noch bis September nicht erlaubt, Wasser aus Bächen und Flüssen zur Bewässerung oder Beregnung von gärtnerischen oder landwirtschaftlichen Flächen zu entnehmen. Eine Ausnahme bilden genehmigte gemeindeeigene Entnahmestellen. Im Landkreis Böblingen gibt es eine solche nur in Herrenberg. Dort wird, in Abhängigkeit zur aktuellen Wassermenge des Bachs, Wasser an Landwirte und Kleingärtner abgegeben. Ansonsten ist dies nach einer Allgemeinverfügung des Landratsamts an den Fließgewässern im Landkreis Böblingen, mit Ausnahme der Würm unterhalb des Schwippezuflusses bei Schafhausen, generell verboten. Der Kreis Böblingen gehört zu den Wassermangelgebieten. Verstöße gegen das Wasserentnahmeverbot sind Ordnungswidrigkeiten und werden mit einem Bußgeld belegt.

Das Landratsamt Böblingen hat den „Gemeingebrauch an den Fließgewässern“, wie es amtlich heißt, schon vor Jahren eingeschränkt. Denn hier entspringen zwar viele Bäche, sie führen aber im Quellgebiet noch relativ wenig Wasser. Und in Karstlandschaften, wie dem Gäu, versickert Wasser aus dem Bachbett direkt in den Untergrund.