Waldbrand in Bad Teinach fordert Einsatzkräfte

Drohne erfolgreich im Einsatz

bei Georg Kost

200 Einsatzkräfte verhindern Ausbreitung

Der Waldbrand bei Bad Teinach breitet sich schnell aus. Foto: Kreisfeuerwehrverband Calw e.V.

CALW/BAD-TEINACH, 20.06.2022 (pm) – Ein Waldbrand zwischen Bad Teinach-Zavelstein und Emberg im Landkreis Calw löste am Sonntagnachmittag einen Großalarm der Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei aus. Anwohner meldeten der Integrierte Leitstelle (ILS) in Calw eine Rauchentwicklung im Wald oberhalb Ortsausgang Bad Teinach. Daraufhin alarmierte die ILS die Feuerwehren aus Bad Teinach-Zavelstein und Calw. Aufgrund des unwegsamen Geländes und der Steillage war der genaue Brandort nicht gleich zu lokalisieren.
Die Anrufer und Bewohner aus Emberg konnten hier die Feuerwehr unterstützen. Die ersten eintreffenden Wehrkräfte begannen umgehend mit der Brandbekämpfung.
„Das Feuer breitete sich den Berg hinauf aus, angefacht durch den Föhnwind, so Einsatzleiter Werner Kalmbach von der Feuerwehr Bad Teinach-Zavelstein. „Es entstand eine Sogwirkung wie bei einem Kamin. Aufgrund der langen Trockenheit war es notwendig umgehend weitere Einsatzkräfte und ausreichend Löschwasser an die Einsatzstelle zu bringen“, ergänzt Kalmbach die weiteren Maßnahmen bei diesem Einsatz.

Das Waldbrandgebiet von der Drohne aus. Foto: Kreisfeuerwehrverband Calw e.V.

Drohne der Feuerwehr Neuweiler unterstütze Einsatzkräfte am Boden

Zielgerichtete und schnelle Brandbekämpfung sind bei jedem Brandeinsatz wichtig. „Beim Waldbrand zählen jede Minute um eine massive Ausbreitung zu verhindern. Durch den gezielten Blick von oben auf den Wald, auch mit einer Wärmebildkamera, erhielten wir sehr wertvolle Details für unsere Einsatztaktik und dies erleichterte damit unsere Arbeit am Boden“, so der Einsatzleiter Kalmbach abschließend.

 

Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen zum Wasserbehälter

Wasserbehälter auf der Straße für den Pendelverkehr. Foto: Kreisfeuerwehrverband Calw e.V.

Von einem Wasserbehälter auf der Kreisstraße nach Emberg wurde eine B-Leitung mit einer Länge von 1500 m an die Einsatzstelle gelegt. Der Wasserbehälter wurde gespeist durch einen Pendelverkehr von Tanklöschfahrzeuge der umliegenden Feuerwehren aus dem ganzen Landkreis. Ergänzt wurde diese Maßnahme durch die Bereitstellung von mehreren Güllefässern mit Löschwasser durch Landwirte der Region mit einem Gesamtvolumen von über 80.000 Liter.

 

Gutes Zusammenspiel der Feuerwehren und der Kommune

Einsatzkräfte auf dem Weg zum Brandort. Foto: Kreisfeuerwehrverband Calw e.V.

Der stellvertretende Kreisbrandmeister Thomas Reiff unterstützte die Einsatzleitung und informierte sich über die Lage vor Ort. Der Bürgermeister der Stadt Bad Teinach-Zavelstein Markus Wendel verschaffte sich vor Ort ebenfalls einen Überblick und organisiert im Hintergrund die Versorgung der vielen Helfer mit Getränken und Essen.
“ Mir ist es wichtig unsere Feuerwehren zu unterstützen und immer ein offenes Ohr für die Belange der Wehren zu haben. Daher versuche ich bei Brandeinsätzen vor Ort mitzuwirken und dort anzupacken wo ich gebraucht werde“, so der Bürgermeister.
Die Nachlöscharbeiten sowie Aufräumarbeiten und das Kontrollieren der Einsatzstelle mit einer Wärmebilderkamera zogen sich bis nach Mitternacht hin. Somit war der Einsatz erst nach knapp zwölf Stunden für die Feuerwehren beendet. Nach ersten Erkenntnissen wurde der Waldbrand wahrscheinlich durch eine Mittelspannungsleitung ausgelöst. Aufgrund der aktuellen Hitze kam es zu einer Materialausdehnung, die letztendlich durch den einsetzenden Wind Baumkronen berührte und diese in Brand setzte.

Insgesamt waren acht Feuerwehren mit verschiedenen Abteilungen aus dem gesamten Landkreis Calw mit über 40 Einsatzfahrzeugen und 200 Einsatzkräften vor Ort. Alleine der Rettungsdienst und die verschiedenen DRK Ortsvereine unterstützen den Einsatz mit insgesamt 31 Sanitätskräften und 13 Fahrzeugen. Im Einsatzverlauf kam es zu einem leicht verletzten Feuerwehrangehörigen.