Volleyball-Damen des TSV Mühlhausen ziehen Konsequenzen

bei Georg Kost

Rückzug aus der Verbandsliga aus finanziellen Gründen

Die Volleyball-Damen des TSV Mühlhausen ziehnen sich aus der Verbandsliga zurück. Archivfoto infopress24.de

TIEFENBRONN-MÜHLHAUSEN, 31.05.2020 (rsr) – So unerwartet wie das frühe Saisonende für die Volleyball-Damen des TSV Mühlhausen durch die Corona-Pandemie gekommen war, kommt jetzt das Aus in der Nordbadischen Verbandsliga.
Sportlich gesehen hatten sich die Sektschnecken den Klassenerhalt bereits vorzeitig gesichert. Doch dieser reicht nunmehr nicht mehr aus. Bürokratie und Geldstrafen sorgten letztlich dafür, dass sich die Volleyball-Sektschnecken für einen „Zwangsabstieg“ in die Landesliga entschieden.
Moniert wird vom TSV Mühlhausen, die Vorgehensweiße des Nordbadischen Volleyballverband (NVV), der wenige Tage nach Saisonende eine Entscheidung von den Vereinen, betreffenden der Saison 20/21 einforderte. Aufgrund der Corona-Verordnungen waren allerdings weder eine Mannschaftsitzung noch andere Besprechungen möglich. Diese Tatsache interessiere beim NVV offensichtlich jedoch nicht, was bei den Verantwortlichen des TSV Mühlhausen auf Unverständnis stieß, und in der jüngsten Vereinspublikation „Bewegungsmelder“ ausführlich dargestellt wird.

Bei der Entscheidung, die binnen weniger Tage gefällt werden musste, ging es um die Frage, ob die Sektschnecken in der nächsten Saison wieder in der Verbandsliga antreten werden. Diese Frage, die eigentlich mit einem klaren ja zu beantworten gewesen wäre, hatte allerdings einen Haken. So reicht es nicht aus, die sportliche Leistung zu erbringen und die Liga spielerisch zu halten.
Ohne Jugendarbeit darf man in der Verbandsliga nicht spielen, es sei denn, man kauft sich mit einer satten Geldstrafe frei. Schon in der letzten Saison konnten die Volleyballdamen den Jugendnachweis nicht erbringen und das trotz Jugendarbeit.
Satzungsänderungen der NVV-Regularien, in den die Strafen erhöht wurden, erleichtern die gesamte Situation in dieser, doch eher als Randsportart zu sehenden Freizeitaktivität definitiv nicht.
Wie seitens des TSV weiter berichtet wird, geht es um eine Geldstrafe von 1500 Euro, damit man in der kommende Saison in der Verbandsliga spielen dürfe. Dieser überarbeitete Passus in den NVV-Satzungen veranlasste die Verantwortlichen beim TSV zu der schweren Entscheidung, die Volleyball-Damenmannschaft aus der Verbandsliga abzuziehen und in der nächsten Saison wieder eine Liga tiefer, in der Landesliga an den Start zu gehen.

Wenn es nur nach der sportlichen Leistung und nicht zusätzlich nach finanziellen Leistungen im Sport gehen würde, hätten die Sektschnecken um Abteilungsleiterin Vanessa Iwan auch eine weitere Saison in der Verbandsliga zugebracht. So zieht man sich nun mit Stolz aus dieser Liga zurück, in der man immer spielerisch gut mithalten konnte und hofft darauf, dass die zahlreichen Fans das Team auch in der Landesliga wieder lautstark unterstützen.