Verwaltungsstab sagt Großveranstaltung in Pforzheim ab

bei Georg Kost

„Goldstadtfieber“ abgesagt – Automarkt in den Sommer verschoben

Die ersten Großveranstaltungen in Pforzheim sind abgesagt. Symbolfoto infopress24.de

PFORZHEIM/ENZKREIS, 11.03.2020 (ots) – Auf der Grundlage der Handlungsempfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) für Großveranstaltungen und der aktuellen Verordnung des baden-württembergischen Gesundheitsministers sagt die Stadt Pforzheim die erste Großveranstaltung ab, beziehungsweise lässt eine Andere verschieben.
Sogenannte Massenveranstaltungen können dazu beitragen, das Virus schneller zu verbreiten. Der  Gesundheitssicherung der Bevölkerung müsse Rechnung getragen werden. Konkret geht es in Pforzheim um die Veranstaltung „Goldstadtfieber“ am 29. März. Verschoben wird der Automarkt auf einen Sommertermin; am 28. März werden die Autohäuser länger geöffnet haben und spezielle Angebote bereithalten. Ferner wird aktuell mit einer jeweiligen Einzelfallprüfung gearbeitet und in Absprache mit dem Gesundheitsamt fallbezogen entschieden.

„Wir haben uns lange und intensiv mit diesem Thema beschäftigt. Ob Empfehlungen des Robert Koch-Instituts oder die Absagen von Großveranstaltungen durch mehrere Bundesländer, mittlerweile auch Baden-Württemberg – unser erstes Augenmerk gilt der Gesundheit unserer Bürgerinnen und Bürger. Ziel ist es, Infektionsketten zu unterbrechen“, so Oberbürgermeister Peter Boch.

„Diese Entscheidung ist uns wahrlich nicht leicht gefallen, doch sehen wir aufgrund der Dynamik, mit der sich das neuartige Corona-Virus aktuell verbreitet, zu einer Absage unseres Aktions- und Erlebnistages „Goldstadtfieber“ keine Alternative“. Mit diesen Worten informierte Oliver Reitz, Direktor des Eigenbetriebs Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP) am Mittwochmorgen die Akteure des innerstädtischen Einzelhandels. Nach der Einschätzung des RKI kann es auf Messen, Kongressen oder größeren Veranstaltungen unter ungünstigen Bedingungen zu einer Übertragung auf viele Personen kommen. Die Empfehlung des Verwaltungsstabes lautet dabei ohnehin: Wenn Sie Symptome zeigen, wenn Sie zu einer der Risikogruppen gehören – dann bleiben Sie bitte Zuhause.

Reitz erinnert daran, dass sich in den vergangenen Jahren an guten Tagen über 20.000 Besucher anlässlich des Goldstadtfiebers in der City aufgehalten haben. „Allein aufgrund solch hoher Besucherzahlen, die sich in der gegenwärtigen Situation leider als nachteilig erweisen, liegt es in der gesellschaftlichen Verantwortung des städtischen Eigenbetriebs WSP, an der für den 29. März geplanten Großveranstaltung nicht festzuhalten“, erklärt Reitz.

Mit der am Dienstagnachmittag vom Sozialministerium angekündigten Verordnung, landesweit Veranstaltungen mit über 1000 Besuchern zu untersagen, sei nunmehr klar, dass das „Goldstadtfieber“ abgesagt werden müsse, wozu auch das örtliche Gesundheitsamt geraten habe.