Telefonbetrüger machen fette Beute

bei Georg Kost

In Deutschland gibt es die Verfahrensweise "gegen Kaution auf freien Fuß" nicht

Symbolfoto infopress24.de

PFORZHEIM/ENZKREIS, 22.06.2022 (ots) – Betrügern ist es am Dienstagmittag gelungen, durch einen am Telefon geschilderten vorgetäuschten Unglücksfall an mehrere Wertgegenstände eines im Enzkreis wohnenden Mannes zu gelangen. Der Geschädigte wurde zwischen 12 und 14 Uhr zunächst von einem angeblichen Staatsanwalt angerufen, wobei gegenüber dem Mann vorgetäuscht wurde, eine nahe Verwandte habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht.
Zur Abwendung der drohenden Haft der Verwandten sei die Bezahlung einer Sicherheitsleistung erforderlich. Nachdem der Mann gegenüber dem Anrufer Informationen über seine finanziellen Verhältnisse preisgab, wies ihn jener an, mehrere seiner Wertgegenstände nach Pforzheim zum Amtsgericht zu bringen. Während der Anfahrt änderte der angebliche Staatsanwalt den Übergabeort vom Amtsgericht in die Salierstraße. Dort übergab der Mann schließlich seine Wertgegenstände einer bislang unbekannten Frau. Der Schaden beläuft sich auf mehrere Tausend Euro. Die Abholerin wird beschrieben als eine etwa 40-jährige, 1,65 bis 1,70 Meter große Frau, die mit einem Rock, einem Blazer und einem hellen Hut bekleidet gewesen sein soll.
Die zuständige Kriminalpolizeiinspektion für Betrug in Calw hat die Ermittlungen übernommen und bittet Zeugen, die Hinweise auf die Abholerin geben können, sich unter der Rufnummer 07231 186-4444 beim Kriminaldauerdienst zu melden.
Darüber hinaus gibt die Polizei folgende Hinweise und Verhaltenstipps: – Die Polizei holt keine Wertgegenstände oder Bargeld ab! – Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen! – Rufen Sie den Angehörigen, um den es sich in dem Telefonat handeln soll, unter der Ihnen bekannten Nummer an. – Sprechen Sie am Telefon nie über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse. – Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen! – In Deutschland gibt es die Verfahrensweise „gegen Kaution auf freien Fuß“ nicht! Auch eine grundsätzlich mögliche Sicherheitsleistung wird in der Regel nur von Personen erhoben, gegen die ein Straf- oder Bußgeldverfahren eingeleitet wurde und die in Deutschland keinen festen Wohnsitz haben.