Technische Hilfe im Doppelpack

bei Georg Kost

Feuerwehr Tiefenbronn unterzieht sich umfangreicher Ausbildung

Ein umfangreiches Übungswochenende absolvierten Einsatzkräfte der Feuerwehr Tiefenbronn. Fotos Feuerwehr Tiefenbronn

TIEFENBRONN, 06.05.2019 (ag) – Einem umfangreichen Aus- und Übungswochenende hatten sich die Einsatzkräfte der Feuerwehr Tiefenbronn am Freitagabend und Samstag  unterzogen.
Nach einer Übung am Freitag im Industriegebiet, wo man einen Unfall mit einem Linienbus simulierte, erfolgte tags darauf eine mehrstündige Ausbildung zum Rettungstechniker.

Simulierter Unfall mit Linienbus aus der Vogelperspektive. Foto Feuerwehr Tiefenbronn.

Foto: Feuerwehr Tiefenbronn

Beim Übungsszenario am Freitagabend ging man davon aus, dass ein Linienbus in das Tiefenbronner Industriegebiet abbiegen wollte. Zwei nachfolgende PKWs, die sich mit überhöhter Geschwindigkeit ein Rennen liefern, krachen dabei mit großer Wucht in die Seite des Busses. In den beiden PKWs saßen jeweils zwei schwer eingeklemmte Personen, wobei jeweils eine davon nicht ansprechbar war. In dem Linienbus waren zwölf Kinder und der Fahrer, mit zum Teil auch schweren Verletzungen, zu versorgen.

Nachdem der erste Gruppenführer sich einen Überblick über die Lage machen konnte und die nachrückenden Kräfte eingewiesen hat, wurde die Einsatzstelle in mehrere Arbeitsbereiche aufgeteilt.
Zwei der Löschgruppen haben sich jeweils in Zusammenarbeit mit dem DRK um die Rettung der schwer eingeklemmten Personen in den beiden PKWs gekümmert. Währenddessen unterstützte eine weitere Löschgruppe von Einsatzkräften bei der Versorgung und Rettung der im Bus gefangenen Fahrgäste und dem Fahrer.
Die Türen des Busses waren durch die verunfallten PKWs und die Rettungsmaßnahmen nicht nutzbar, weshalb die Erstmaßnahme über die Seitenfenster des Busses erfolgt ist. Das DRK, welches ebenfalls bei den Erstmaßnahmen im Bus unterstützt hat, hat die Reihenfolge Rettung anhand der Verletzungsmuster festgelegt und sich dann im Nachgang um die geretteten Personen gekümmert.
Während des Einsatzes haben sich auch die auslaufenden Betriebsstoffe eines der PKWs in der Nähe des Busses entzündet, was die Maßnahmen ebenfalls erschwert hat. Nach knapp einer halben Stunde wurde das Szenario erfolgreich abgearbeitet und die Erkenntnisse aus der Übung konnten nachbesprochen werden. Im Gesamten wurde das Szenario sehr gut von den Einsatzkräften bewältigt, davon konnten sich einige hinzugekommene Zuschauer und auch Bürgermeister Frank Spottek überzeugen. Die gute Zusammenarbeit mit dem DRK wurde ebenfalls hervorgehoben.

Am Tag darauf konnte Robert Langfelder von X-trap Rescuetraining, einige der Einsatzkräfte zum Rettungstechniker ausbilden. Das von X-Trap angebotene Seminar umfasst acht Unterrichtsstunden. Hier werden nach einem Theorieteil neue Rettungstechniken, alternative Zugangsmöglichkeiten, Glasmanagement und vieles mehr geübt.

Aus seinem hauptberuflichen Alltag bei der Berufsfeuerwehr in Nürnberg konnte Robert Langfelder seinen großen Erfahrungsschatz einbringen und vermitteln.

Die zwölf Feuerwehrangehörigen haben im Laufe des Tages die patientenorientierte Rettung nach: SEBTEFÜ (Sichern, Erstzugang, Batterie, Therapeutischer Zugang, Entfernung Dach, Fußraum/ Fronterweiterung, Übergabe an den Rettungsdienst) intensiv an fünf Schrott-PKWs üben können.

Foto: Feuerwehr Tiefenbronn

Augenmerk wurde hier auf das richtige Sichern und den schnellen Zugang zum Patienten gelegt. Gerade bei PKWs in ungewöhnlichen Lagen (Dachlage, Seitenlage oder am Hang) ist das Sichern nicht einfach aber essentiell wichtig.