Schrittweise Öffnung der Gastronomie

bei Georg Kost

Im zweiten Schritt dürfen Hotels sowie Freizeitparks öffnen  

Gaststätte NEUNZEHN03 © infopress24.de

STUTTGART, 07.05.2020 (pm) – Ab dem 18. Mai dürfen in Baden-Württemberg die Gastronomie im Außen- und Innenbereich sowie die Ferienwohnungen und Campingplätze wieder schrittweise öffnen. In einem weiteren Schritt folgen ab 29. Mai sonstige Beherbergungsbetriebe wie Hotels sowie Freizeitparks.  Nach dem gestrigen Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz, die Entscheidung über die Öffnung von Gastronomie und Beherbergungsstätten für den Tourismus den Ländern zu überlassen, hat sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann mit dem zuständigen Minister Guido Wolf dazu verständigt.

Stufenweise Öffnung unter strengen Auflagen

„Der Landesregierung ist es weiterhin wichtig, in Stufen vorzugehen, um bei einer erneuten Zunahme der Infektionszahlen bestmöglich zuordnen zu können. Zunächst erhalten die Gastronomie im Außen- und Innenbereich sowie die Ferienwohnungen und Campingplätze in Baden-Württemberg ab dem 18. Mai 2020 die Möglichkeit, wieder schrittweise öffnen zu können“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Campingplätze dürfen für touristische Übernachtungen im Caravan, im Reisemobil oder in festen Mietunterkünften sowie für das Dauercamping geöffnet werden, sofern sie eine autarke Versorgung sicherstellen. Die Sanitärbereiche der entsprechenden Anlagen bleiben zunächst geschlossen. Gleiches gilt für Wohnmobilstellplätze.

Ab 29. Mai werden in einem weiteren Schritt die sonstigen Beherbergungsbetriebe wie insbesondere Hotels sowie Freizeitparks ihren Betrieb wiederaufnehmen können.

Für die Gaststätten gelten strenge Auflagen, die insbesondere die Einschränkung von Öffnungszeiten, Ausarbeitung von Hygiene-Konzepten durch die Betriebe, Begrenzung von Gästezahlen, Sicherstellung von Abstand (Einlass/Ausgang separat, Reservierungspflicht) umfassen.

Konkreter Termin wichtig für die Betriebe
„Für die Betriebe ist von hoher Bedeutung, dass sie sich auf einen konkreten Termin einstellen können. Denn vor Öffnungen braucht es Vorlauf für Einkauf und Planung. Diese Perspektive gibt es jetzt für den 18. Mai für die gesamte Gastronomie. Am 29. Mai ist dann in einem zweiten Schritt der Zeitpunkt für eine mögliche Öffnung von Hotels und weiteren Beherbergungsbetrieben sowie Freizeitparks für den Tourismus gekommen“, sagte Tourismusminister Guido Wolf.
Für die Öffnung von Beherbergungsbetrieben gelten ebenso strenge Auflagen, die zunächst insbesondere keine Öffnung von Angeboten mit gemeinschaftlicher Nutzung innerhalb von Hotels und Campingplätzen – insbesondere Wellness, Schwimmbad – vorschreiben sowie ein verpflichtendes Hygieneschutzkonzept wie in der Gastronomie und eine Verpflegung nur mit Abstand und begrenztem Einlass.

Frühstück im Hotel- bald wieder möglich. Symbolfoto Infopress24.de

Vorbehalt der Entwicklung der Infektionszahlen
Das Tourismusministerium werde zusammen mit dem Wirtschaftsministerium ein Konzept für die weiteren Schritte in Bezug auf die Gastronomie, die Hotellerie und den Tourismus erarbeiten, erklärte Kretschmann. „Sämtliche Schritte stehen selbstverständlich unter dem Vorbehalt der möglichen und zu beobachtenden Entwicklung der Infektionszahlen. Das ist mir sehr wichtig. Und ich möchte auch unterstreichen, dass die weiteren Öffnungsschritte nur funktionieren und Bestand haben können, wenn wir uns alle weiterhin genauso verantwortungsvoll, umsichtig und vorsichtig verhalten wie in den letzten Wochen.“
Kretschmann und Wolf bedankten sich bei allen Betrieben der schwer getroffenen Tourismusbranche und würdigten ihren Beitrag für die Reduktion der Infektionszahlen der vergangenen Wochen: „Die Branche hat viel aushalten müssen, wir sind dankbar für das Verständnis und die Kooperation. Wir können jetzt vorsichtig den Blick wieder nach vorne lenken.“

 

Mehrwertsteuer-Senkung in der Gastro wegen Corona

Um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie für Gastronomen abzuschwächen, wird die Mehrwertsteuer vom 1. Juli 2020 befristet bis zum 20. Juni 2021 von 19 auf 7% gesenkt. Doch wer profitiert davon? Wird das Abendessen im Restaurant nun billiger, weil Gastronomen die Steuerersparnis weiterreichen und durch die günstigeren Preise mehr Gäste anlocken? Oder belassen Restaurantbetreiber ihre Preise wie bisher und erhöhen so durch die Steuerersparnis ihre Marge pro Gericht? Ein neues Tool zeigt die Auswirkungen der Steuersenkung und ermöglicht Gästen wie Gastronomen unterschiedliche Denkszenarien.

Was bedeutet die Mehrwertsteuersenkung für die Gastronomie? Mit einem eigens dafür entwickelten Online-Rechner unter https://www.blitzrechner.de/mehrwertsteuer-senkung/ lassen sich unterschiedliche Szenarien schnell durchspielen. In Echtzeit werden die Änderung von Handelsspanne, Verkaufspreis und Kundenersparnis angezeigt: Wie viel spart der Gast, wenn ein Gastronom die Steuersenkung voll an den Konsumenten durchreicht? Wie viel mehr verdient ein Restaurant, wenn die Verkaufspreise nicht geändert werden? Wo liegen psychologisch interessante Schwellenpreise? Und: Wie viel Geld entgeht eigentlich dem Fiskus?

In der Vergangenheit wurden Mehrwertsteuersenkungen in der Regel eingeführt, um die Verbraucher zu entlasten. Doch stattdessen haben vor allem die Unternehmen einen finanziellen Nutzen daraus gezogen und ihre Gewinne erhöht. Die Verkaufspreise blieben gleich, die Steuerersparnis wurde nicht weitergereicht. Diesmal ist die Lage anders: Die Steuersenkung wurde zur Entlastung der Gastronomen eingeführt, denn viele haben mit den Verlusten der letzten Monate zu kämpfen. Dennoch könnte es eine Überlegung wert sein, die Ersparnis weiterzugeben und die Preise zu senken.

„Eine Weitergabe der Steuersenkung an den Kunden kommt vielen Gastronomen sicher nicht in den Sinn. Dabei könnte das ein geschickter Schachzug sein: Nicht nur die Gastronomen, auch die Gäste selbst sind von den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise betroffen. Viele sind in Kurzarbeit, die gesamte Eventbranche liegt derzeit brach. Viele Menschen werden sich drei Mal überlegen, ob sie ihr Geld aktuell im Restaurant ausgeben. Gerade für Familien geht es dabei ja nicht gerade um Kleinstbeträge. Geht man zu viert Pizza essen, reden wir von knapp fünf Euro Ersparnis, die entweder ins Portemonnaie des Restaurants wandern – oder beim Gast bleiben.“, so Tim Lilling, Projektleiter von blitzrechner.de. „Hier könnten Gastronomen ansetzen und sich Preisstrategien überlegen, die sowohl ihrer als auch der Entlastung ihrer Gäste dient. Für diese Überlegungen ist unser Rechner optimal.“

Das Tool findet sich unter https://www.blitzrechner.de/mehrwertsteuer-senkung/ . Die Nutzung ist kostenfrei.

Über Blitzrechner:
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