Rettungsdienst findet Schusswaffe

40-jähriger mit Atemnot

bei Georg Kost

Symbolfoto infopress24.de

SINDELFINGEN, 26.10.2021 (ots) – Weil er unter Atemnot leide, alarmierte ein 40 Jahre alter Mann am Montagabend zunächst den Rettungsdienst. Als die Besatzung des Rettungswagens gegen 20.00 Uhr die Wohnung des Mannes betrat, entdeckten sie eine Schusswaffe auf dem Wohnzimmertisch. Hierauf brachten die Rettungskräfte den Mann vor das Wohnhaus und führten die Behandlung dort fort. Zeitgleich wurde die Polizei verständigt. Als eine 24-jährige Polizistin und ihr 25 Jahre alter Kollege die Wohnung betraten, traten sogleich Atembeschwerden bei beiden auf.
Ähnlich erging es auch einem Rettungssanitäter. Vermutlich hatte der 40-Jährige vor dem Eintreffen der Rettungskräfte mit der Schusswaffe eine Gaspatrone abgefeuert. Zu seinem eigenen Gesundheitszustand befragt, gab der Mann an, er habe Methylalkohol getrunken und befände sich einem psychischen Ausnahmezustand.
Als er in Gewahrsam genommen werden sollte, begann der 40-Jährige, der sich zunächst ruhig verhalten hatte, die anwesenden Beamten zu beleidigen. Darüber hinaus wehrte er sich vehement, als ihm Handschließen angelegt werden sollten.
Mehrere Polizeibeamte und -beamtinnen waren nötig um die Gegenwehr des Mannes zu brechen und ihn schließlich auf den Rücksitz des Streifenwagens zu setzen.
Hierbei bedrohte er die Polizisten auch. Seine Aggressivität steigerte sich jedoch immer weiter, worauf er von einer hinzugerufenen Notärztin medikamentös behandelt wurde, um ihn zu beruhigen. Die Freiwillige Feuerwehr Sindelfingen entnahm zur weiteren Abklärung eine Luftprobe in der Wohnung des 40-Jährigen.
Nachdem die Räume belüftet worden waren und wieder betreten werden konnten, führte die Polizei Durchsuchungsmaßnahmen durch. Die Beamten fanden neben der Schreckschusswaffe auf dem Wohnzimmertisch, eine Axt, eine Armbrust, ein Luftgewehr und eine Steinschlosspistole auf. Die Waffen wurden allesamt beschlagnahmt. Aufgrund seines psychischen Zustandes wurde der 40-Jährige, dessen Atemalkoholgehalt sich auf über zwei Promille belief, in eine psychiatrische Einrichtung gebracht. Die beiden verletzten Polizeibeamten sowie der Rettungssanitäter mussten zur Untersuchung in Krankenhäuser gebracht werden.
Alle drei konnten ihren Dienst nicht weiter fortsetzen. Gegen den 40-Jährigen wird wegen gefährlicher Körperverletzung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Bedrohung und Beleidigung ermittelt. Ob es zu waffenrechtlichen Verstößen gekommen ist, bedarf weiterer Klärung.