Pflegeheim im Enzkreis von Corona-Virus betroffen

bei Georg Kost

Weitere Todesfälle im Zusammenhang mit COVID-19-Erkrankung

ENZKREIS/CALW/BÖBLINGEN, 11.04.2020 (pm) – Wie das Landratsamt Enzkreis am Samstagabend meldet, sind in einem Altenheim in Straubenhardt sowohl mehrere Bewohner als auch Pflegepersonal positiv auf das neuartige Corona-Virus getestet worden. Einige Testergebnisse stehen noch aus. Das Gesundheitsamt hat in enger Abstimmung mit der Heimleitung und der Gemeinde Straubenhardt sofort alle notwendigen Maßnahmen in die Wege geleitet, um den Ausbruch möglichst schnell und weitgehend einzugrenzen, unter anderem durch die komplette Isolation der betroffenen Wohnbereiche. Die Bewohner müssen in ihren Zimmern bleiben und werden von Mitarbeitern versorgt, die entsprechende Schutzausrüstung tragen und vom Rest des Teams getrennt arbeiten.

Bürgermeister Helge Viehweg und Landrat Bastian Rosenau betonen, dass alle Beteiligten auch über die Osterfeiertage für eine zügige Umsetzung aller notwendigen Maßnahmen sorgen werden. Bei Bedarf kann laut Bürgermeister Viehweg auch der Verwaltungsstab der Gemeinde sofort tätig werden.
Alle Beteiligten kündigen an, die Öffentlichkeit weiterhin über die Entwicklung auf dem Laufenden zu halten.

Unabhängig davon bestätigt der Enzkreis außerdem einen weiteren Todesfall eines fast 70-jährigen Mannes, der im Zusammenhang mit dem Corona-Virus in einer Klinik verstarb. Damit steigt die Zahl der Todesfälle im Enzkreis auf fünf.

42 weitere Corona-Fälle werden aus dem Landkreis Calw gemeldet. Insgesamt werden nun 539 bestätigte Infektionen registriert. Ferner wurden vier weitere in Zusammenhang mit einer COVID-19-Erkrankung stehende Todesfälle gemeldet. Es handelt sich um einen 87-jährigen Mann und eine 93-jährige Frau aus Gechingen, einen 83 Jahre alten Mann aus Nagold und einen 67-Jährigen aus Schömberg.

Die Hälfte der neu bestätigten Infektionen trat nach einer verstärkten Testung in einem unter Quarantäne stehenden Pflegeheim in Gechingen auf. Die aktuelle Quarantäneanordnung bedeutet für die Bewohner der betroffenen Einrichtung, dass sie isoliert untergebracht sind. Für die Mitarbeiter gilt eine erweiterte Quarantäneanordnung. Sie dürfen ihre Wohnung verlassen, um ihrer Tätigkeit in der Einrichtung nachzugehen. Gemäß den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts darf Personal, das geschützten Kontakt zu bestätigten Corona-Fällen hatte, unter bestimmten Voraussetzungen zur Aufrechterhaltung des Betriebs weiterarbeiten. Dabei muss auf dem Weg zur / von der Arbeitsstätte die Einhaltung des Kontaktverbots zu weiteren Personen sichergestellt sein. Ein Aufenthalt im Freien ist für Mitarbeiter nur erlaubt, wenn gewährleistet ist, dass kein Kontakt zu anderen Personen entsteht. Gemeinschaftsräume dürfen nicht gleichzeitig genutzt werden. Gruppenangebote in geschlossenen Räumen sind untersagt. Die Kreisverwaltung steht im engen Austausch mit der Einrichtung sowie der Gemeindeverwaltung, um eine weitere Ausbreitung des Infektionsgeschehens – auch innerhalb der Mitarbeiterschaft – möglichst zu verhindern sowie weiterhin die bestmögliche Versorgung der Bewohner sicherzustellen.

Corona-Fälle im Landkreis Böblingen Stand 11.04.2020
Insgesamt 1168 Fälle
Davon 780 aktive Erkrankungen
361 geheilte Fälle
27 Todesfälle*
*Zum Todeszeitpunkt positiv getestet.